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15. September 2013 7 15 /09 /September /2013 14:07

Lina: Riesenschnauzer, Hündin, Balljunkie (z.Zt. in ambulanter Therapie), Hobby: ohne Menschen stöbern gehen, wachsam, sensibel, intelligent, misstrauisch gegenüber Fremden, verkloppt gern mal  Hündinnen

 

Paradoxon, hier metaphysisches Paradoxon: Phänomene, die mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht begreifbar sind oder sich der Begreifbarkeit prinzipiell entziehen

 

Beata mag keine anderen Hündinnen. Lina mag keine anderen Hündinnen. Meine Vorhersage war: Ein Zusammentreffen dieser beiden Zicken endet mit dem Tod einer von beiden. Mindestens jedenfalls mit einem Tierarztbesuch und anschließendem Versicherungsfall. Dementsprechend groß war meine Begeisterung, als Frauchen von Finn vor einem Spaziergang ankündigte: „Ich nehm noch Lina mit. Sie bleibt an der Leine.“

 

Meine Frage: „Hast du schnelle Reaktionen und flinke Beine?

Antwort: „Wieso denn das? Vor was soll ich weglaufen?“

 

Nein, nicht weglaufen. Eine  Zickenschlägerei durch Zutreten beenden. Mit den Händen fasst man bei einer Rauferei zwischen Hunden besser nicht rein. Das hat pragmatische Gründe. Falls sich ein Hundegebiss im Gefecht mal verirrt, sind die feinen Knöchelchen in einer menschlichen Hand einfach schwieriger zu reparieren als ein dicker Beinknochen.

 

Frauchen von Finn ist einfach optimistischer als ich. Sie sieht das Positive noch im größten Mistvieh und denkt sich oft: „Ach, das geht schon.“  Das liegt wohl daran, dass sie Bravhundehalterin ist.

 

Nun, Frauchen von Lina war auch Zuversichtlich, dass nix passieren wird. Von soviel Optimismus lasse ich mich breitschlagen und wir laufen los. Finn trabt ohne Leine voraus und die angeleinten Zicken beachten sich nicht. Jedenfalls habe ich nichts bemerkt. Kein Gebrüll. Kein Terz. Nicht einmal ein leises Grummeln oder ein dezentes Fixieren. Nix.

 

Nach einiger Zeit lasse ich den Gaskopf von der Leine. Meine Vorhersage war: Beata dreht sich um und rammt Lina ungespitzt in den Boden. Aber Madame geht ihren wichtigen Geschäften nach ohne Lina zu beachten. Äußerst erstaunlich. Kommentar von Frauchen von Finn: „ Na, geht doch!“

 

Dann  schnuppert Lina an einer interessanten Stelle. Beata dreht sich um und schießt auf Lina zu. Aber jetzt kracht es!, denk ich mir, schnappe nach Luft und werde starr vor Schreck. (Es kracht nicht.) Beide Zicken schnuppern direkt nebeneinander hochwichtig am Boden. (Es kracht immer noch nicht.) Beata hebt das Bein und markiert die Stelle. Lina schupst Beata von hinten mit der Schnauze so an, dass der Gaskopf dreibeinig weiterhüpfen muss und markiert dieselbe Stelle. Ich bekomme vor Schreck keine Luft mehr. Aber es kracht wieder nicht. Es wird ein entspannter Spaziergang.

 

Ich bin wirklich nicht auf Zickenschlägereien aus. Nur Frieden ist in diesem Fall für mich nicht zu erklären. Haben die zwei Zicken einen Nichtangriffspakt geschlossen? Finden beide es würde sich nicht lohnen zu raufen? Herrscht ein Kräftegleichgewicht wie im kalten Krieg oder warum schlägern die nicht? Mögen die zwei sich etwa sogar? Ich bin fasziniert. Nein, der Gaskopf wird nicht vernünftig. Einer ihrer Grundsätze ist und bleibt: „Was die Andere anfängt werde ich beenden!“

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Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
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Über Diesen Blog

  • : Blog von gaskopfalarm
  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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