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13. September 2012 4 13 /09 /September /2012 11:37

 

Wie kommt man als Mensch, dem das Verhalten seines Hundes nicht egal ist,  mit einem jagenden Hund zurecht? Ich für meinen Teil wollte zu Beginn meiner Hundehalterkarriere den Gaskopf  mehrmals wahlweise umbringen, aussetzten, ins Tierheim zurückbringen oder an ein Chinarestaurant verkaufen.

 

Zuerst muss Mensch sich also wirklich über eines klar werden: Der Hund kann nichts dafür.

 

Hunde sind Säugetiere und gehören zur Ordnung der Carnivora, der Beutegreifer. Sie gehören zur Familie der Canoidea, der Hundeartigen und sind eine Unterart des Wolfes. Damit sind sie sozial lebende Tiere mit Raubtiergebiss, die sich vorwiegend von Fleisch ernähren. Hunde sind Jäger. Darum gehen sie jagen.

 

Ja-Nee, ist klar. Das ist alles leicht gesagt und klingt richtig klugscheißerisch. Allerdings muss man sich das wirklich erstmal verinnerlichen Der Hund kann nichts dafür. Er will seinen Besitzer nicht ärgern und Jagen ist alleine mit gutem Grundgehorsam selten zu kurieren.

 

Jagen ist eine genetisch fest in den Hunden verankerte Verhaltenskette. Es wird durch einen Reiz ausgelöst und läuft dann- wenn es nicht unterbrochen wird- bis zum noch so bitteren Ende durch:

 

Witterung aufnehmen/Wild sichten, Nachstellen/Hetzen, Fangen, Töten, Fressen

 

Dummerweise ist Jagen ein selbstbelohnendes Verhalten. Das heißt ganz einfach: Ein Hund braucht  die Beute gar nicht erwischen. Die beim Jagen ausgeschütteten Endorphine sorgen schon dafür, dass Hund das tolle Erlebnis immer wieder haben will.

 

Einem jagenden Hund kann man das Jagen weder abgewöhnen noch austreiben. Die gute Nachricht ist aber: Teilweise ist Jagdverhalten erlernt. Nicht nur beim Wolf sondern auch beim Hund. An dieser Stelle kann man mit Training ansetzten.

 

Diese Erkenntnis war, als hätte mir der Arzt endlich die richtigen Medikamente verschrieben. Ahh! Endlich! Der Doktor weiß was es ist. Zwei, drei Behandlungen noch und ich bin die Schmerzen endlich los!

 

Beata will mich also nicht ärgern. Sie will nicht zurück ins Tierheim. Sie ist einfach nur ein Drogenjunkie. Nun, dann setzt ich sie mal auf  Entzug. Am Besten kalt. Und dann beginnt die Therapie.

 

Leider sind jagende Hunde wie Alkoholiker. Ein echter jagender Hund (kein unerzogener Bravhund) bleibt ein jagender Hund. Das ganze Leben lang. Genauso wie ein Alkoholiker sein ganzes Leben lang  ein Alkoholiker bleibt. Aber trocken eben.

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Kommentare

Kerstin 09/14/2012 07:24

Moin Moin,
habe mich die Tage mal durch Deinen Blog gelesen und gedacht, dass der auch von mir stammen könnte. Spanienhund und Pony kann ich auch bieten, natürlich kann ich nicht beide gleichzeitig bewegen,
der Hund jagt bzw. bewegt sich sehr gerne 500m von mir entfernt. Bei mir kommt dann leider noch dazu, dass die Maus / Mistköter ( je nach Entfernung zu mir ) panische Angst vor fremden Menschen
hat. Im Endergebnis läuft der Hund mit wenigen Ausnahmen an der 10 m Schleppleine und 1x wöchentlich in die HuSchu.
Dein Blog macht wirklich viel Spass weil ich ähnliches erlebe was sich am eigenen Leib nicht immer gut anfühlt !!
Liebe Grüße Kerstin

Über Diesen Blog

  • : Blog von gaskopfalarm
  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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