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29. Februar 2012 3 29 /02 /Februar /2012 13:32

Wir müssen zum Tierarzt zur  Untersuchung nach der Vermittlung. Der Tierarzt arbeitet auch ehrenamtlich für das Tierheim. Weil der Herr Hundebesitzer keine Zeit hat, packe ich Gaskopf ins Auto und fahre hin. Meine Geheimwaffe stecke ich in die  Jackentasche. Eine kleine Tüte mit Käsewürfeln.

Im Wartezimmer sind keine Hunde. Nur Menschen mit Transportboxen. Darin befinden sich Katzen. Gaskopf beachtet sie nicht und liegt ruhig da. Nur ihre Augen wandern hektisch durch den Raum und immer wieder hin zur Tür. Sie kommt mir vor wie ein Gefangener, der eine Fluchtmöglichkeit sucht.

Wir werden aufgerufen und sollen ins Behandlungszimmer kommen.  Rechts vom Wartezimmer liegt der Ausgang, links ist das Behandlungszimmer. Gaskopf will nach rechts. Na, was ist denn da los?, denke ich mir und will nach links und schon hat der Kampf begonnen. Der Gaskopf bäumt sich auf wie ein Pferd, wirft sich rückwärts in die Leine, landet wieder auf den Beinen und zieht ruckartig ein paar Mal rückwärts. Dabei nimmt sie die Vorderbeine zusammen und streckt ihren Körper unten. Schwubs. Der Hund hat sich das Geschirr ausgezogen und ich stehe mit Hundeleine an der ein Geschirr baumelt aber ohne Hund auf dem Flur. Ich bin baff. Die erste Runde hat Gaskopf gewonnen. Komplett flüchten kann sie nicht, die Türen sind zum Glück zu. Sie steht da, schaut mich an, hechelt und hat die Rute eingeklemmt. Na toll! Sie hat Angst vor dem Tierarzt.

Jetzt muss ich schnell sein, bevor sie auf die Idee kommt die Türen aufzumachen. Ich greife in meine Jackentasche, hole die Tüte mit Käsewürfeln raus und gehe erstmal in die Hocke. Das animiert sie dazu, zu mir zu kommen.  Die Leine mache ich schnell am Halsband fest und locke sie mit Käse zum Behandlungszimmer. Bis zur Tür funktioniert meine Masche. Dann ist es vorbei.

Gaskopf stemmt ihre Beine in den PVC-Boden des Flurs und fährt die Krallen aus. „Wirklich nicht blöd der Hund“, denke ich mir. Auf dem Fliesenboden im Behandlungszimmer hätte sie keine Chance gehabt. Aber jetzt kann sie sich festkrallen und gegenhalten. Das Ganze gibt das Bild eines gequälten Hundes ab.

Der Tierarzt beobachtet anscheinend schon länger die Szenerie.

Tierarzt: „Also SO geht das nicht!“

Ich: Nein, so geht das wirklich nicht.

Tierarzt: Das sollten Sie doch erst öfter mal üben. Untersuchen kann ich den Hund SO nicht.

War das ein Rauswurf? Sind Haustiere nicht alle Privatpatienten? Hat der jetzt Recht oder ist er arrogant?

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Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
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Über Diesen Blog

  • : Blog von gaskopfalarm
  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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