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1. März 2012 4 01 /03 /März /2012 11:56

Also haben wir geübt. Zum Tierarzt fahren, Hund mit Käse bestechen, ins Wartezimmer setzen, Hund mit Käse bestechen, nach links laufen zur Tür vom Behandlungszimmer, Hund mit Käse bestechen, umdrehen, sich vom Hund aus der Praxis schleifen lassen, nach Hause fahren.

Nach täglich üben, eine Woche lang,  schaffen wir es ohne Kampf ins Behandlungszimmer und dort drehen wir eine Runde um den Behandlungstisch. Ja, das wäre geschafft, denke ich mir und mache einen zweiten, letzten Termin nach der Vermittlung aus.

Bis in das Behandlungszimmer schaffen wir es dieses Mal.

Der Tierarzt: „Zum Untersuchen muss der Hund auf den Tisch, warten Sie,  ich helfe ihnen."

Ich soll den Hund vorne hochheben, also nehme ich Gaskopf unter den Schultern, der Tierarzt greift hinten an der Hüfte zu.

Ist auch klar, der Hintern eines Hundes beißt nicht.

Gaskopf denkt sich aber: "Auf diesen Tisch kriegen mich keine zehn Pferde und auch keine Käsewürfel!" Als sie merkt, wo es hingehen soll, reagiert sie blitzschnell. Weil sonst keine Möglichkeit besteht sich festzuhalten, macht sie das an meinem rechten Bein. Mit ihren Vorderbeinen umschlingt sie wie eine Gottesanbeterin fest meinen Unterschenkel und mit ihrem Fang hält sie sich direkt über meinem Knöchel fest. Sie beißt nicht zu. Ihre Kiefer packen nur so weit zu, wie sie festen Halt bekommt. Ich glaub es nicht!

Weil die Hochhebeaktion schon im Gange ist und mir ein Hund am rechten Bein hängt, stelle ich mich aufs linke Bein. Gleichzeitig mit meinen Armen hebe ich den Hund mit dem rechten Bein an. Weil ich zur Abwechslung mal hohe Schuhe trage, wird das Ganze zur Balanceübung.

Das muss bescheuert aussehen. Eine Frau in schwarzer Stoffhose, hellblauer Bluse und Stöckelschuhen balanciert auf einem Bein, weil an dem anderen Bein ein Hund hängt.

Bei der Aktion verrenke ich mir auch noch die Hüfte.

Ich: "Au!"

Tierarzt(mit großen Augen, lässt Gaskopf los): "Hat Sie der Hund jetzt gebissen !!?"

Ich: "Nein, die Hüfte hab ich mir verrenkt."

Gaskopf: Denkt sich, „ihr könnt mich mal!“ und startet einen Fluchtversuch

Ich: Erwisch den Hund noch und halte sie an den Schultern fest, so bleibt sie wenigstens auf dem Behandlungstisch stehen.

Der Tierarzt guckt uns entsetzt an.

Tierarzt: „Halten Sie den Kopf dieses Hundes bloß fest!“

Der Tierarzt fängt an Gaskopf vorsichtigst zu untersuchen. Hat der Tierarzt Angst vor Hunden? Gaskopf hat ja nicht geknurrt. So schlimm ist unsere Hündin nun auch wieder nicht.

Alles in Ordnung. Der Hund darf vom Tisch und der Tierarzt will wohl doch noch freundlich sein und bietet dem Gaskopf Leckerlis an. Sie nimmt sie auch ins Maul und spuck die Brocken dem Tierarzt sofort wieder vor die Füße. Dabei schaut sie den Tierarzt herausfordern an.

Tierarzt: „Na, wählerisch ist DER auch noch.“

Mir war schon aufgefallen, dass in der Praxis fast nur Katzenfotos hängen. Tafeln mit Katzenrassen und der Anatomie von Katzen. Gedacht habe ich mir dabei nichts. Dieser Tierarzt arbeitet ehrenamtlich für das Tierheim, ist aber Katzenmensch und, wie ich später erfahren habe, Spezialist für Katzen.

Ein Hund der Tierärzte nicht mag reicht. Ich muss nicht auch noch einen Tierarzt haben, der Hunde nicht mag.

 

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Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
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  • : Blog von gaskopfalarm
  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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