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2. April 2012 1 02 /04 /April /2012 15:26

Aus aktuellem Anlass werde ich meinen Blog etwas abwandeln. Ich fühle das dringende Bedürfnis auch zum Thema Pferd meinen Mist loszuwerden. Was der aktuelle Anlass ist? Ich habe festgestellt, dass Totilas nicht mehr läuft. Klar, die Nachricht ist schon ein paar Wochen alt. Aber festgestellt habe ich es erst gestern. Das ist für mich aktuell genug.

 

Als Freizeitreiter guckt man gern auf Vorbilder. Totilas ist ein Vorbild. Ein unerreichbares Ideal, dem auch die unteren Turnierreiterklassen gerne nacheifern. Man schaut sich dieses tolle Pferd im TV an und vergisst darüber die überlieferten Grundsätze der Reiterei. Die Nase des Pferdes soll vor die Senkrechte und das Genick sollte der höchste Punk des Pferdes sein. Warum das denn? Dem 10 Mio Bock wird auch die Nase auf die Brust gezogen und es sieht noch toll aus. Der Laie sieht ein wunderbares Pferd. Die spannigen exalierten Bewegungen werden als schön empfunden. Und es funktioniert auch noch. Tja, jetzt klappt es eben nicht mehr. Jetzt hat das Pferd Kommunikationsprobleme mit dem Reiter. Von wegen! Wahrscheinlich hat der Gaul Schmerzen und er wehrt sich deshalb.

 

Jetzt soll es  ein Niederländer richten. Na, ich bin ja gespannt ob die Rollkur wirkt.

 

Wie sieht es bei den Freizeitreitern aus? Da gibt es Leute, die geben ihrem Bock Bussi auf die Nase und Sekunden später reißen sie dem armen Vieh zur Bestrafung mit einer Westernkandare im Maul. Beim Reiten werden dann die Beine richtig schön weit weg vom Pferdeleib gestreckt. Macht nichts, bremsen kann man auch mit der Kandare. Immer schön im Maul rumreißen.

Dann gibt es Leute, die lassen ihre Böcke einfach im Gelände laufen wie, wo und wie schnell die Gäule können. Sie galoppieren bei jeder Gelegenheit. Geht auch nicht anders, Tempo verlangsamen oder gar durchparieren wäre auch nicht möglich. Sie wundern sich dann aber über den Sehnenschaden am Vorderbein. Der Gedanke, dass immer nur Vollgas für das Pferd auch nicht schön sein könnte, kommt ihnen gar nicht in den Sinn. Ich möchte auch nicht wissen, was passiert, wenn ein unbedarfter Spaziergänger ihren Weg kreuzt.

Dann gibt es Reiter die mit Sporen, Gerte und Kandare, die ihre Pferde in eine schöne Form zwingen. Das Knirschen der Zähne ihres armen Tieres hört man durch die ganze Halle.

Und es gibt noch ältere Herren, denen gar nicht auffällt, dass ihr ach so toller Schimmel völlig schief und verspannt beim Reiten ist. Das Tier nimmt seinen Schweif so extrem nach links, dass er fast wagrecht an der linken Kruppe aufliegt.  Ist das denn alles richtig? Muss das so sein?

 

Nein, ich bin mitnichten eine gute Reiterin. Ich für meinen Teil bin froh, wenn ich mit einem losgelassenen Pferd in Gebrauchshaltung entspannt ins Gelände gehen kann. Wenn ich mir sicher sein kann, das Pferd nicht zu schädigen und mein Gaul genauso viel Spaß hat wie ich, bin ich voll zufrieden. Nach 15 Jahren Reiterfahrung nehme ich noch immer Longenstunden zur Sitzkorrektur. Wenn irgendetwas falsch läuft, suche ich den Fehler bei mir. Jeder Fehler im Sitz des Reiters hat sofortige Auswirkung auf das Pferd. Meine Vorbilder sind mittlerweile auch andere. Mal so reiten zu können wie ein Herr Neckermann, ja das wäre toll. Sie konnten es eben noch, die großen Alten!

 

 

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Published by gaskopfalarm - in Pferd
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  • : Blog von gaskopfalarm
  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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