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19. März 2012 1 19 /03 /März /2012 16:55

Ja, ich bin neidisch. Neidisch auf die Besitzer von braven Hunden. Meistens sind dies noch edle Tiere einer edlen Rasse. Wie der Golden Retriever aus der Nachbarschaft. Ein toller Hund mit flauschigem, fast weißem Fell. „Bubi“ ist immer freundlich, sauber und hat gute Manieren. Im Garten jedenfalls.

Niemals würde er auf die Idee kommen sich unter der Thujahecke eine Schlafkuhle zu graben oder die Himbeeren von den Sträuchern zu fressen. Niemals würde er einen Hund verhauen, nur weil der zufällig das gleiche Geschlecht hat und etwas doof guckt.

 

Begegne ich mit Gaskopf allerdings draußen Bubi und seinem Herrchen wandelt sich mein Neid in Unverständnis. Bubi ist draußen nicht zu halten. Deshalb ist er auch nie an der Leine. Herrchen von Bubi folgt Bubi brav. Manchmal hat Bubi sein Herrchen aber schon verloren. Macht nix, Gaskopf und Bubi mögen sich. Dann warten wir eben auf sein Herrchen und mein Unverständnis wandelt sich wieder in Neid. Ein solcher Hund kann sich fast alles erlauben. Golden Retriever haben eben einen guten Ruf. Ist ein schwarzer Hund alleine unterwegs, sieht die Sache anders aus. UhUhUh! Ordnungsamt! Polizei! Nationalgarde! Homeland Security!

 

Jogger finden Bubi selbst dann nicht wirklich bedrohlich, wenn er frei läuft. Gaskopf läuft bei Fuß und ich werde trotzdem angeraunzt: „Nehmen Sie gefälligst Ihren Hund an die Leine!“ Warum? Weil die Farbe ihres Fells so finster aussieht?

 

Selbst bei mir gehorcht der Gaskopf draußen besser als Bubi. Meinen Besitzer von grundsätzlich braven Hunden sie müssten ihre Hunde nicht erziehen? Wenn man so einen einfachen, lieben Hund ohne wirklichen Jagdtrieb hat sollte man dann nicht dankbar sein? 

Man müsste doch gar nicht viel machen. Etwas Beschäftigung und Bewegung und die Sache wäre erledigt. Warum tut das dann der Besitzer nicht? Hätte Bubi das Trainingspensum von Gaskopf genossen, würde er zwei Fremdsprachen sprechen.

 

Manchmal werde ich auch wütend. Wenn Besitzer von Rassehunden arrogant reagieren: „Was ist den das für eine Rasse? Ach, ein nur ein Mischling. Nein, also mit Mischlingen spielt mein Hund ja gar nicht gern.“ Ach ja? Sieht aber gerade anders aus. Witzig wird’s dann, wenn der tolle Rassehund so gar nicht mehr zu seinem Frauchen kommen will. Dann verfliegt mein Neid wieder ganz schnell. Für Geld kann man dann doch keinen Grundgehorsam kaufen.

 

Ich habe schon Rassen erfunden. Manche Menschen wollen einfach angelogen werden. Gibt ja genug Modemischungen. Puggle, Labradoodle und wie sie alle heißen. Wie wär es statt Husky-Schäferhund-Mischling mit „Schusky“? Oder noch besser: Wir haben einen „Nordic Shepherd“ oder „Arctic Shepherd“ Ändert das was? Und wie! Manche Leute brauchen anscheinend sogar Hunde als Statussymbol. Ach, diese Rasse kennen Sie gar nicht? Tja, man kann ja nicht überall Experte sein. Unsere Hündin ist eine ganz neue Züchtung. Sehr edel und sehr exklusiv.

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Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
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Über Diesen Blog

  • : Blog von gaskopfalarm
  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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