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22. August 2012 3 22 /08 /August /2012 14:38

 

Die ultimative Todfeindin unseres Gaskopfes wohnt ja ganz in unserer Nähe. Diese schwarze Nachbarshündin wird fast täglich an unserem Haus vorbei zum Gassi geführt. Das ist jedes Mal beim Gaskopf der Anlass für einen Großalarm mit anschließender Atomexplosion. Riesiges Getöse eben.

 

Besonders wenn dieses Nachbarshündinvieh sich erdreistet an unserem Haus vorbeizulaufen, während sich unsere Madame gerade auf dem Balkon fläzen will, löst das immer einen Orkan der Empörung aus. Jeder andere Hund der vorbeiläuft ist dem Gaskopf egal. Manchmal wird interessiert geguckt, meistens jedoch hebt sie lustlos den Kopf um sich gleich wieder auf die Seite fallen zu lassen.

 

Läuft die schwarze Nachbarshündin an unserem Haus vorbei, sträubt sich Beatas Nackenfell zur Rundumbürste. Ihre Nase zieht sie vollständig kraus, die Zähne werden gebleckt und aus den Tiefen der Gaskopfseele ertönt kein Bellen, sondern ein tiefes, böses Grollen, das sehr dem dunklen Knurren eines Wolfes ähnelt.

 

„Boaaaaaaa! Ich bring dich um!“ brüllt es vom Balkon herunter. Alle Versuche etwas Ruhe in die Situation zu bringen sind bisher gescheitert. Schimpfen hilft nicht, Abbruchsignal interessiert nicht und Beruhigungsversuche sind komplett falsch. Das bedeutet nämlich für Gaskopfohren: „Brav, sehr schön brüllst du“

 

Mich nervt das Balkongetöse schon lange. Mittlerweile habe ich mir angewöhnt den tobenden Gaskopf einfach am Halsband zu nehmen und ins Wohnzimmer zu bringen. Mein Kommentar dazu: „Ach, Scheiß drauf“.

 

Heute verlief die Sache etwas anders. Der Gaskopf hatte anscheinend schon die Vorahnung, dass ihre Todfeindin das Freie betreten hat, trabt auf den Balkon und fängt an zu brummen. Auf mein Kommentar: „Ach bitte!, Scheiß drauf!“ dreht sie sich zu mir um und kommt ins Wohnzimmer Gut. Dieses Verhalten ist schon mal ein Leckerli wert.

 

Ein paar Minuten später steht der Gaskopf unter Strom. Ihre Sichelrute ist fast bis zum Kreis gerollt, der Gaskopf vibriert während sie in Angriffshaltung auf den Balkon schreitet und die Nackenfell-Rundumbürste baut sich auf. Die Nachbarin fährt mit Fahrrad und ihrem Köter an der Flexileine an unserem Haus vorbei. Ich weiß was gleich kommen muss. Kawumm. Atompilz. Der Gaskopf flippt aus. Balkongetöse.

 

Mein Kommentar dazu: „Ach, Beata, scheiß drauf. Die dumme Nuss ist ja so was von unwichtig. Scheiß einfach drauf. “. Der Gaskopf brummt zwar leise, lässt aber ihre Nackenhaare langsam wieder herunterklappen, während sie noch mit Argusaugen der Nachbarin hinterblickt.  Sehr schön. Das ist Nudeln mit Sahnesoße wert.

 

Vielleicht lässt der Gaskopf das Balkongetöse doch mal ganz bleiben. Vielleicht könnte man das zufällig neu aufgebaute Kommando: „Scheiß drauf“ auch in anderen Situationen anwenden.

 

Und wenn nicht? Na ja. Dann ist es auch egal.

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14. August 2012 2 14 /08 /August /2012 22:47

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Der Knallfrosch steht auf dem Balkon und motz die Spatzen im Nachbarsgarten an. Der Gaskopf bellt im Schlafzimmer, weil der Knallfrosch auf dem Balkon Alarm gibt und der Knallfrosch bellt weil der Gaskopf bellt. Das alles früh um halb sieben. Damit auch wirklich alle im Haus wach werden. Die Nachbarn werden wir diese Woche noch zum Kaffe und Kuchen einladen. So als kleine Entschädigung.

 

Später frisst der Knallfrosch auf dem Balkon Blätter von meinen Erdbeerpflanzen. An seinem Gesicht sieht man deutlich, die können dem Hund nicht schmecken. Soll er einfach mal machen, denk ich mir, wenn er meint. Ein paar Minuten später kotzt er mir herzhaft ins Wohnzimmer. Super.

 

Das lila Hundebett vom Knallfrosch ist erstaunlich robust. Hätte ich dem Teil gar nicht zugetraut, dass es Hundezähnen so gut Widerstand leistet. Der Knallfrosch testet immer wieder aus, ob er es denn nicht doch noch zerlegt bekommt. Aber noch ist es ganz.

 

Die Stoffkrabbe von Beata ist es nicht mehr. Der Knallfrosch hat sie nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Das war wirklich ein schönes Spielzeug. Normalerweise nicht kaputt zu kriegen. Aus festem Baumwollstoff mit einer Füllung aus Bio-Baumwollwatte und einer Rassel aus Kuhhaut drin. Die Rassel hat er heraus operiert und gefressen. Den Plüschbieber auf dem Foto konnte ich noch retten.

 

Der Knallfrosch läuft an der Schleppleine eigentlich ganz gut. Selten testet er mal aus wie weit er weglaufen kann. Mit dem Wörtchen „eigentlich“ ist es so eine Sache. Einmal ist er mir letzte Woche mit Schwung in die Schleppleine gesprungen. Wegen einer Katze. Meine Rückenwirbel werde ich mir wohl wieder mal einrenken lassen müssen.

 

Unsere Hündin ist schon nicht einfach zu beschäftigen aber ein Hund wie der Knallfrosch ist verdammt anstrengend. Normale Spaziergänge und ein bisschen Spielen reichen ihm einfach nicht.  Er braucht zusätzlich noch richtige Denksportaufgaben.  Apportieren hat er innerhalb von zwei Tagen gelernt. Stofftiere namentlich apportieren, das wäre bestimmt genau das richtige für ihn.

 

Manchmal, in sehr seltenen Augenblicken, wenn der Knallfrosch wirklich gut beschäftigt wurde, schimmerte unter der Fassade dieses Sausackes ein guter Hund durch. Ich bin fest davon überzeugt, wenn der Knallfrosch richtig gut ausgelastet und erzogen wird, dann wird das mal ein wirklich toller Hund. Bis dahin bleibt es ein Sausack, der Sachen zerstört, Essen vom Tisch klaut, meine Reitstiefel ankaut, weil sie so gut nach Leder und Pferdekacke riechen und darüber im Schuhregal einpennt.

 

Gestern wurde der Knallfrosch wieder abgeholt. Beata ist wohl am wenigsten von uns darüber traurig. Ich bekomme als Entschädigung einen Kuchen und die Stoffkrabbe bekommen wir auch ersetzt. Das Projekt „Urlaubshund“ verbuche ich unter „Erfahrung“.

 

„Wenn Hunde keine Aufgabe haben, werden sie zu einer“ (von Martin Rütter) Oh, wie Recht dieser Mann doch damit hat.

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6. August 2012 1 06 /08 /August /2012 12:05

Mittlerweile hat sich die Lage bei uns zuhause etwas entspannt und ich kann es erzählen, ohne vor Verzweiflung in Tränen auszubrechen. Letzen Donnerstag  ist ein Urlaubshund bei uns eingezogen. „Jackie“ ist ein 7 Monate alter Malamute – Border Collie Mischling. Rüde. Unkastriert. Seinen Spitznamen hat er schon: Knallfrosch.

 

Jackie ist zwar schon etwas größer als Beata aber er ist ja so was von süß. In seinem jugendlichen Alter hat er noch etwas von einem tapsigen Welpen und sein seidenweiches Fell muss jeder Zweibeiner  einfach streicheln. Aus seinem Engelgesicht schauen einen schöne braune Augen an und es scheint wirklich so als schwirren in seinem Köpfchen niemals Frechheiten herum. Da täuscht man sich gewaltig.

 

Er betritt unsere Wohnung und schon ist alles seins. Wasser, Futter, Sofa, Küche. Wie selbstverständlich nimmt er sich sämtliche Freiheiten heraus die er möchte. Man kann ja mal probieren mit Schwung auf das Sofa zu springen, in der Küche die Nase in die geschnippelte Wurst stecken und Essen der Menschen vom Tisch klauen. Ein süßer Hundeblick und Alles ist erlaubt? Da täuscht sich der Knallfrosch gewaltig.

 

Die erste Empörung habe ich kurz nach seiner Ankunft bei ihm schon ausgelöst, weil ich ihm in der Wohnung ein Halsband umgelegt habe. Damit kann man Hund ja nehmen und von was wegbugsieren. „So ein Scheiß! Was soll das?“ fragt er irritiert. Nun, mein lieber Freund, wenn du dich in der Wohnung nicht benehmen kannst, kommt da noch eine Hausleine dran. Verstanden?

 

Der Gaskopf lässt sich vom Knallfrosch aber auch so dermaßen die Butter vom Brot nehmen. Spielzeug klauen, von Liegeplätzen aufscheuchen, Fressen wegnehmen und vom Wasser wegdrücken. Ansagen kommen von Madame selten und wenn, dann helfen sie nur wenige Sekunden. Also müssen wir die Sachen regeln, bevor Madame doch noch durchgreift und den Jungspund dann so richtig die Püschelohren lang zieht.

 

Sachen für Hunde regeln ist verdammt anstrengend. Jackie ist auch noch von der ausdauernden Knallfroschsorte. Ständig bedrängt er Beata. Ständig steht einer von uns auf und bringt den Knallfrosch auf seinen Platz. Damit Beata ans Wasser kommt, müssen wir Jackie festhalten. Fressen bekommen beide getrennt. Der futterneidische Knallfrosch auf dem Balkon, der Gaskopf im Flur.

 

Keinen Tag nach der Knallfroschankunft haben wir nicht nur einen randalierenden Urlaubshund sondern auch noch einen furchtbar frustrierten Gaskopf in der Wohnung.  Beata ist von Jackie richtig genervt. Das lässt sie leider nicht Jackie spüren sondern allen anderen Hunden, die sie zufällig so trifft. Oder den armen Hundchen in der Hundeschule.

 

Samstag war ich mit Beata alleine dort. Der Knallfrosch muss daheim bleiben und mein Freund hat die Knallfroschoberaufsicht. Der Gaskopf betritt den Hundeplatz und ihr Gesicht verrät ihre Stimmung deutlich: „Boa ey, ihr kotzt mich alle so dermaßen was von an!“ Drei kleine Hunde kläffen fleißig an der Leine, die Mine des Gaskopfes verfinstert sich noch weiter und ich bin vom Handy abgelenkt. Das ist eine fatale Kombination.

 

Der Gaskopf schießt an der Leine mit Getöse nach vorne und versucht einer Hündin so richtig den Hintern zu versohlen. Ganz schlecht. Aber am schlechten Ruf arbeiten wir ja gerade fleißig. Statt Gekläffe herrscht plötzlich Stille. Die drei Hundchen sitzen verängstigt unter den Stühlen und die Herrchen und Frauchen auf den Stühlen gucken entsetzt. Die Hundetrainerin wird sauer, die Co-Trainerin wird sauer und ich bekomme einen Anschiss. Natürlich nicht zu unrecht – ich hätte wirklich besser aufpassen müssen. Trotzdem meldet sich ganz leise der Nervenzusammenbruch bei mir an. (Hallo. Kennst du mich noch? Ich bin es. Dein strapaziertes Nervenkostüm.)

 

Nach der Stunde in der Hundeschule gehen wir immer noch mit Leon und Frauchen von Leon spazieren. Das ist entspannend. Der Gaskopf wird nicht belästigt und kann ihren hochwichtigen Geschäften ungestört nachgehen. Leon wurde auch nicht verhauen sondern anständig begrüßt. Dann spielen die beiden sogar noch ein bisschen miteinander. Das lässt die Stresshormone bei mir wieder etwas absinken.

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27. Juli 2012 5 27 /07 /Juli /2012 10:01

Besonders für die zart beseelten Zeugen der Gaskopf-rupft-kleinen-weißen-Hund Aktion vom Dienstag muss es  doch sehr erschreckend gewesen sein. Großer schwarzer Hund greift kleinen weißen Hund an. Ganz toll. Aber der Gaskopf muss ja ganz dringend an unserem schlechten Ruf arbeiten. Fellfarbe schwarz und fehlendes Ohr reicht eben nicht.

 

Meine Laune wurde dann doch schneller besser als ich dachte. Von „ich lass sie an der Autobahnraststätte“ über „ich karr sie zurück ins Tierheim“ nach „warum reg ich mich überhaupt auf, ist halt blöd gelaufen“.

 

Mittwoch war alles wieder in Ordnung. Ich bin ja auch nicht besser als der Gaskopf. Letzte Woche habe ich einem Kollegen zwar kein Büschel Haare ausgerupft, aber ich habe ihn so richtig blöd angeblafft. Er wusste gar nicht warum. Er konnte auch nichts dafür. Es war ein Missverständnis.

 

Mal sehn ob wir das Problem mit den kleinen, weißen Hunden nicht doch in den Griff bekommen. Ich frag heute mal die Hundetrainerin.

 

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25. Juli 2012 3 25 /07 /Juli /2012 12:49
 

 

Hunde lernen orts- situations- und personenbezogen. Das heißt nichts anderes als, dass Kommandos, die Beata bei uns im Haus ausführt, nicht unbedingt im Garten funktionieren. Alle gelernten Kommandos müssen generalisiert werden. Der Hund muss lernen die Kommandos auf verschiedene Situationen zu übertragen. Dazu muss man viel an verschiedenen Orten üben.

 

Angst und Aggression übertragen sich von selbst und das meistens schneller als dem Hundebesitzer lieb ist. Wenn ein Hund  von  einem anderen großen, schwarzen Hund gebissen wird, kann das ganz schnell bedeuten, dass alle großen, schwarzen Hunde scheiße sind.

 

Bei uns ist es kleiner, weißer Hund. Der Westhighland White Terrier aus der Nachbarschaft. Wir gehen am Nachbarhaus vorbei und Beata ist an der Leine. Das blöde Terriervieh sprintet aus dem Haus raus und beißt unsere Hündin ohne Vorwarnung  in die Schulter. Kleine Schlägerei, nichts passiert- könnte man meinen. Das ist schon eine Weile her. Seither kann der Gaskopf kleine, weiße Hunde nicht mehr wirklich leiden. Wie immer im Leben kommt das Dicke Ende aber erst noch nach.

 

Gestern waren wir wieder zu Besuch auf dem Hundeplatz. Ich helfe ein bisschen mit den Mobility Parcours aufzubauen und Beata liegt auf dem Platz unter einem Baum im Schatten. Eine Frau kommt auf den Platz und hat ihre Westhigland White Hündin dabei. Cherry ist 13 Jahre alt, noch fit und gut erzogen.

 

Die Hundetrainerin denkt sich: „Ach, Beata und Cherry haben schon miteinander gespielt, das passt schon.“

Die Besitzerin von Cherry denkt sich: „Wenn das die Hundetrainerin meint, passt das schon.“

Cherry denkt sich: „Oh, hier riecht es aber interessant“ und schnuppert  am Boden.

Ich denke mir: „Kacke, ein kleiner, weißer Hund“

Der Gaskopf denkt sich: „Dem Arsch geb ich´s jetzt so richtig.“

 

Kaum hat Cherry den großen Hundeplatz betreten springt der Gaskopf auf und packt sie am Hals. Ohne Warnung. Ohne Knurren. Ohne großes Aufhebens hackt der Gaskopf richtig auf Cherry ein. Sie verliert ein Büschel Haare und hat ein Loch im Nackenspeck.

 

Ich bin schockiert. Das war weit mehr als das übliche, mit großem Getöse anderen frechen Hündinnen Ohrenlangziehen, damit sie wissen was Sache ist. Das war leise und das war ernst.

 

 

Die Leute auf dem Hundeplatz wollen mich beruhigen. Da fallen Aussagen wie:

 

- Der Gaskopf hat die Hunde verwechselt. Sie hat gemeint, das wäre dieser Nachbarsterrier 

und hat, als sie den Irrtum bemerkt hat, den Angriff sofort abgebrochen

- hätte der Gaskopf richtig zugebissen wäre Cherry schlimm verletzt

- in jedem Hund steckt ein Wolf, da kann man nichts machen

- der Gaskopf hat nicht richtig gebissen. Es ist kein Gegenbiss zu sehen.

Sie ist nur mit einem Eckzahn hängen geblieben.

- Den kleinen Kratzer muss man nicht mal vom Tierarzt behandeln lassen. Es ist ja nichts passiert

 

Das alles ist für mich kein Trost. Es sind doch letztendlich nur Ausreden. Ob jetzt wirklich was passiert ist oder nicht, ist mir egal. Ich bin traurig und enttäuscht. Warum muss ausgerechnet unser Hund so ein blödes Mistvieh sein?

 

Es geht nicht um eine evtl. Tierarztrechnung. Wir sind versichert.  Cherry tut mir so leid. Die Kleine kann wirklich gar nichts dafür. Sie war richtig verstört.

 

Abends läuft der Gaskopf sehr brav durch den Wald. Genau wie es sein soll. Das ändert an meiner Stimmung nichts. Heute soll sich mein Freund um den Gaskopf kümmern. Es ist ja schließlich sein Köter.  Ich muss mich erstmal wieder fangen.

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19. Juli 2012 4 19 /07 /Juli /2012 23:42

In der Nachbarschaft gibt es einen wunderschönen, flauschigen weißen Kater. Dieses blöde Mistvieh pinkelt uns immer wieder mal vor die Haustür. Wenn ich mit dem Gaskopf dem Kater auf der Morgenrunde begegne, stolziert er wie ein Gockel umher und meistens stellt er sich demonstrativ in unseren Weg. Der Gaskopf prustet empört und springt in die Leine. Der Kater faucht herausfordernd und macht einen Buckel.

 

Eine wütende Katze ist in der Lage auch einen großen Hund schwer zu verletzen. Weil ich absolut keine Lust habe mit Beata in die Augenklinik für Tiere zu fahren, geh ich immer dazwischen. Mit der einen Hand versuche ich den Gaskopf an der Leine hinter mir zu halten. Mit der anderen Hand fuchtele ich in Richtung Kater. Von „Kscht! Kscht! Hau ab!“ lässt sich der aber nicht beeindrucken.

 

Also versuche ich mit angedeuteten Fußtritten das Mistvieh zu verscheuchen. Was anderes bleibt mir nicht übrig. Das Nachwerfdings habe ich morgens nie dabei. Nahe ran kann ich dabei aber nicht, denn hinter mir denkt sich der Gaskopf: „Oh! Wenn Frauchen den Kater angreift, dann helfe ich mal mit!“ Also springt sie wieder in die Leine und brummt empört.

 

Nein, der Kater haut dann nicht ab. Er bequemt sich langsam in einer ekelhaften Großzügigkeit den Weg frei zu machen. Ich hasse dieses Mistvieh.

Letzten Montag in der Früh absolviere ich müde und verschlafen mit dem Gaskopf die erste Morgenrunde. Durch ein kleines Gässchen, rechts um einen Gartenzaun herum und dann gerade aus auf ein unbebautes Grundstück zu.

 

Diesmal liegt direkt an der Ecke beim Gartenzaun der blöde Kater. Er macht sich natürlich nicht die Mühe aufzustehen und zu gehen. Warum auch? Er ist doch auch der Dorfchef. Er kann sich alles erlauben.

 

Sein Pech war, dass ihn Beata zuerst bemerkt hat. Wenn zwischen Kampfkater und Gaskopf nur ein halber Meter liegt, hilft es dem Kater wenig wenn Hund an der 2m Leine ist. Der Gaskopf stürzt sich auf den Kater. Riesen Getöse! Schlägerei. Ich krieg fast einen Herzinfarkt. Bis ich reagieren kann, kugeln sich Hund und Kater schon auf dem Boden und polieren sich gegenseitig die Fresse.

 

Außer ein paar gerupften Haaren ist zum Glück nichts weiter passiert. Wir sind dem Kampfkater auf der Morgenrunde seitdem nicht mehr begegnet. Sonst geht er uns jetzt auch aus dem Weg. Vielleicht auch unserer Haustür.  

 

 

 

 

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16. Juli 2012 1 16 /07 /Juli /2012 15:15

 

Die Samstagsgruppe der Hundeschule macht einen Sonntagsausflug. Stadttraining mit  Eisessen. Gute Idee. Machen wir mit. Das Eisessen ist natürlich nur zu Trainingszwecken.

 

 

Für den Gaskopf ist alles ist so aufregend! Die vielen neuen Gerüche und Eindrücke.  Da kann man als Hund schon mal vergessen, dass man eigentlich ja schon leinenführig war. Da ist sie aber nicht die Einzige. Anfangs ziehen sechs Hunde ihre jeweiligen Bremsklötze an der Leine hinter sich her. Die zwei Hunde der Trainerin sind natürlich brav. Daran erkennt auch der Laie den Chef so einer Truppe.

 

Wir laufen brav hintereinander durch die Innenstadt. Obwohl wir das nicht müssten. Allein die Masse der Hunde ist die Schau und die meisten Passanten weichen freiwillig aus.

 

Vom Frauchen des Samojeden hört man plötzlich einen wilden Schrei. „Wie! Wer bezeichnet hier meinen Samojeden als Spitz!“ Weiter bekomm ich das Gespräch mit dem Herrn leider nicht mit. Der Gaskopf hat mich schon um die nächste Ecke gezogen. Hin zum Mülleimer mit der Pizzaschachtel drin. Klar, als ehemaliger Straßenhund kennt man die lohnenden Ecken.

 

 

Es ist alles so spannend, dass der  Gaskopf sogar vergisst die anderen Hündinnen zu verhauen. Fünf Weiber und kein Terz. Sehr schön. Sogar das aktuelle Lieblingsopfer (jung, frech, weiblich) wird in Ruhe gelassen. Es gibt wohl heute Wichtigeres. Eingang des Dönerladens ausspähen, Mülleimer untersuchen und Hundezeitung lesen. Bis alle Hunde an einer Reihe Betonpoller vorbei sind dauert es eine Weile.

 

Dann durch die Tiefgarage. Das ist nicht wirklich spannend, aber o.k. Nächster Punkt: Mit dem Aufzug wieder an die Oberfläche fahren. Das findet der Gaskopf gar nicht toll. Aber sie macht es ohne großen Aufstand mit.

 

Weiter durch die Innenstadt laufen,  auf die Eisdiele zu. An einem Tisch sitzt ein Pärchen mit einem riesigen, braunen Mischlingshund. Dem ist das geballte Auftauchen von Konkurrenz wohl zuviel und er springt mit lautem Getöse auf. Rumps. Seinen Kopf hämmert er unter den Bistrotisch. Gläser klirren. Eine Frau quietscht auf. Sein Herrchen versucht ihn zu beruhigen. Unsere Hunde sind brav. Sehr gut.

 

Wir suchen uns Plätze und bestellen. Eis habe ich mir wirklich verdient. Finde ich jedenfalls. Der Gaskopf guckt mich  traurig an: „ Frauchen, ich darf doch sonst immer deinen Becher ausschlecken. Wieso heute nicht?“

Nun, Schätzerle, weil das kein Plastikbecher ist sondern eine Glasschale und ich vermute wir hätten dann lebenslang Hausverbot in der Eisdiele. Darum.

 

Auf dem Rückweg kommt uns noch eine junge Frau mit ihrem Chihuahua  entgegen. Sie nimmt die Fußhupe schnell auf den Arm und hält ihr die Augen zu. Im Vorbeigehen höre ich sie zischen: „Bist du ruhig! Bist du ruhig!“  Auch eine Methode sein Hundchen vom Kläffen abzuhalten.

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15. Juli 2012 7 15 /07 /Juli /2012 14:35

Dass der Gaskopf Knochen frisst ist klar. Das Malmen, Knirschen und Knacken hört sich brutal an, macht mir aber nicht wirklich was aus. Irgendwie hat es ja auch was Beruhigendes einem zufriedenen Hund beim Knochenfressen zuzuhören.

 

Es gibt noch soviel Ekliges mehr zu kaufen.  Eingepackter Schinkenknochen ist noch das Harmloseste. Trockenfleisch in der Tüte ist auch o.k. Getrocknete Rinderlunge, in Honig eingelegte Schweineohren, Schweinerüssel, Schaafbeine und Kuhhufe. Das ist schon derber.

 

Oder 1,30 m lange Ochsenziemer. Die Heckenschere zum Zerkleinern liegt direkt daneben im Regal. Man sollte nicht einfach nicht darüber nachdenken, was man da mit bloßer Hand anfasst. Wer nicht weiß was Ochsenziemer sind, soll es mal googeln. Er wird überrascht sein…

 

Die bisherige Ekelspitze war Rinderpansen. Der stinkt getrocknet noch so, dass er bei uns in der Garage gelagert wird. Der Duft von angefressenem Ochsenziemer kommt da nicht ganz ran.

 

Absolute Gourmetleckerlis für Hunde bekommt man aber nicht im Geschäft, sondern über Dritte z.B. in der Hundeschule. Seppis Frauchen ist mit einem Jäger verheiratet. Was hatte sie wohl in der Hundeschule dabei?  Frische Rehbeine. Sieben Stück. Noch mit Fell und Hufen dran. WÄÄÄÄ! Den Olymp allen Ekels hatte ich damit gestern erreicht. Ich kann das Zeug nicht anfassen ohne dass es mich vor Grausen schüttelt.

 

Der Gaskopf findet sie gar nicht eklig. Sie denkt: „Oh ja! Bitte lass mich einen haben! Bitte!“ Erst stellt sie sich auf die Hinterbeine und will ihren Kopf in die Tüte stecken. Später rennt sie immer wieder mal wieder zwischen der Tüte im Bauwagen und mir hin und her. („Bitte Frauchen! Bitte! Bitte!“) Begebe ich mich in die Nähe der Rehbeine macht sie Männchen und guckt mich mit großen, braunen (Reh)Augen traurig an.

 

Da müssen aber noch ein paar Sachen geklärt werden. Macht das Fressen von Rehbeinen das Antijagdtraining zunichte? Will der Gaskopf dann unbedingt wieder ein Rehbein haben, auch wenn das Reh noch dranhängt? Hat Rehfleisch suchtpotential? Was sagt mein Freund, wenn ich so ein Ding mit nach Hause bringe? Können Rehbeine Koalitionskrisen auslösen?

 

Am Ende hab mich vom Bitten und Betteln eines Hundes breitschlagen lassen. Ein einziges Rehbein nehme ich mit. Eingepackt in drei Tüten. Da sag mal jemand noch ich wäre nicht sozial! Zu Hause im Körbchen knabbert der Gaskopf glücklich frisches Rehbein. Es wird komplett mit Fell und Hufen gefressen.

 

Fotos spar ich mir lieber.

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13. Juli 2012 5 13 /07 /Juli /2012 13:12

Heute waren wir wieder eine Ortschaft weiter unterwegs. Alles entspannt. Rehe gesehen, Hase gesehen, Hund bei Frauchen geblieben. Super.

 

Wir sind schon auf dem Weg zum Auto, da bemerk ich den älteren Herrn mit seinen drei Hunden. Den Husky führt er immer an der Flexileine. Das ist aber auch der einzige Hund, den er an die Leine nimmt.  Eine große, schwarze, schon etwas ältere Hündin trottet so vorne weg und ein Jack Russel springt drum herum.

 

Der Truppe weiche ich immer aus. Mein Instinkt sagt mir einfach, eine Begegnung würde nicht gut gehen. Heute ging Ausweichen aber nicht.  Die ein-Mann-drei-Hund-Kombo war schon zu nahe an uns dran. Mit unglaublicher Gelassenheit schert sich der Herr auch nicht darum, dass der Gaskopf an der Leine ist. Der Jack Russel und die schwarze Hündin kommen auf uns zugelaufen. Ein Rückruf ihres Herrchens? Nicht die Bohne! Den Gaskopf lass ich lieber schell los. Das sollen die drei mal schön ohne mich ausmachen!

 

Während sich unsere Hündin und die schwarze Hündin ruhig beschnuppern motzt der Jack Russel den Gaskopf an.  Der Gaskopf motzt zurück. Die alte Hündin trollt sich. (sie wusste schon warum)

 

Hunde sind fast wie Menschen. Ein Wort gibt das Andere. Kawumm. Atompilz. Riesen Schlägerei. Dieses Mal verhaut der Gaskopf eben einen frechen Rüden. Der hält aber fleißig dagegen.

 

Jack Russel Terrier wurden dafür gezüchtet einen Fuchs im Bau zu stellen. Deshalb sind diese kleinen Biester nicht gerade dafür bekannt einfach nachzugeben.

 

Ich geh schnell dazwischen, bevor sich die Köter noch gegenseitig das Fell über die Ohren ziehen. Zu dem Herrn will ich noch sagen, er möge doch bitte gucken, ob sein Hund verletzt ist. Aber er zeigt schon auf den Jack Russel und meint: „Ach, dem Mischtviech fehlt nix! Der Depp isch selber schuld!“ 

 

Gut, wenn dem Mischtviech nix fehlt und meinem Mischtviech nix fehlt, dann ischt ja alles in Ordnung.

 

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12. Juli 2012 4 12 /07 /Juli /2012 22:55

 

Es gibt da eine Abmachung. Alles Fressbare, das Frauchen auf den Boden fallen lässt bekommt der Hund. Wenn mir was herunterfällt sag ich wohl so was wie „Hopperla“ oder „Oh!“ Was genau weiß ich selbst nicht. Was auch immer es ist, es ist das Stichwort für unsere Hündin. Sie kommt sofort von überall aus der Wohnung hektisch angetrabt: „Macht nix Frauchen! Ich helf dir beim Aufräumen!“

 

Da will ich mir heute eine einfache Käsesemmel machen. Direkt hinter mir liegt unsere Hündin und beobachtet mich. Weil aber der Mond schon wieder im Sternzeichen Rindvieh steht, fällt mir der  500g Gauda aus der Hand streift kurz den Hundekopf und landet natürlich  genau vor der Schnauze des Gaskopfes.

 

Sie ist so verblüfft über eine derartige Großzügigkeit dass sie erstmal aufspringt und einen Schritt zurück macht. Sie guckt erst den Gauda und dann mich total verwundert an: „Meinst du das wirklich ernst, Frauchen?“  Lass das! Du spinnst wohl! Du bekommst kein halbes Kilo Käse!

 

Nein, der Käse war nicht mehr eingepackt. Ein bisschen abputzen. Ist ja noch gut. Merkt ja keiner.

 

 

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  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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