Overblog Folge diesem Blog
Administration Create my blog
9. Juli 2012 1 09 /07 /Juli /2012 21:56

Nur wer hat das unserem Hund erzählt? Ja, nach jahrelanger Hundehaltung könnte ich mittlerweile wissen was wichtig ist.  Beispielsweise alle Dinge wegräumen, die der Gaskopf fressen oder anderweitig nutzen könnte, wenn sie alleine zu Hause bleiben muss.

 

Die Hundegesetze sind in diesem Fall eindeutig. Da gibt es nichts juristisch auszulegen. Wenn der Gaskopf alleine bleiben muss, ist alles Fressbare, dass sich noch in Reichweite eines Hundes befindet herrenlos. Es wurde vom ursprünglichen Besitzer aufgegeben und darf gefressen werden. Wo es dann schließlich gefressen wird ist natürlich eine Einzelfallentscheidung. Schokolade gern mal im Gästebett und Cappuccinopulver im Hundekörbchen.

 

Ich hatte meine Milka Pralinenschachtel auf dem Wohnzimmertisch vergessen. (zum Glück war nicht mehr viel drin) Der Sohn meines Freundes ließ seine Müller Erdbeermilch daneben stehen. Mein Freund ließ die Gymnastikmatte ausgebreitet im Wohnzimmer liegen. Drei Blöde - ein Fehler.

 

Der Gaskopf hat meine Pralinenschachtel geklaut, die Plastikflasche mit Erdbeermilch vom Tisch gemopst und sich alles auf der Gymnastikmatte zurechtgelegt. Klar, Hund will es ja bequem haben. Eine rutschsichere Unterlage hilft auch noch beim Festhalten von Beutegut. Wie sie den Schraubverschluss der Plastikflasche aufbekommen hat ist mir ein Rätsel. Einfach aufgebissen wurde die Flasche jedenfalls nicht. Die Pralinen wurden also genüsslich mit Erdbeermilch runtergespült. Dazu liegt man natürlich bequem auf der Gymnastikmatte.

 

Die Sauerei konnten wir dann später bewundern. Es reicht ja nicht aus einfach die Pralinen zu fressen. Die Schachtel muss auch noch zerlegt werden. Die Papierfetzten klebten mit einer Mischung aus Hundespucke, Schokolade und Erdbeermilch an der Gymnastikmatte und am Fußboden fest. Super.

 

 

 

Repost 0
Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
Kommentiere diesen Post
5. Juli 2012 4 05 /07 /Juli /2012 16:27

Man könnte meinen Hunde begeben sich automatisch in den Schatten, wenn’s ihnen zu warm wird. Das macht Gaskopf aber nicht. Sie liegt auf dem Balkon. Nein, nicht im vorhandenen Schatten, sondern in der Sonne. Hält die Nase in den Datenstrom, beobachtet die Umgebung und schläft dann irgendwann ein.

 

Am Anfang habe ich nicht darauf geachtet. Als unwissender Hundehalterneuling glaubt man, das würde schon so passen. Hunde würden sich automatisch in den Schatten begeben wenn’s ihnen zu warm wird. Normale Hunde – vielleicht. Unsere Hündin nicht. Nach einer ausgiebigen Siesta schwankte der Gaskopf vom Balkon ins Wohnzimmer und kotze erstmal herzhaft vor den Fernseher. Ganz toll. Tierarzt anrufen. Hitzschlag. Super. Sie verhält sich genau wie ein dummer Urlauber, der sich in die volle Mittagssonne knallt, einschläft und dann gut durchgebraten wieder aufwacht.

 

Also pass ich eben auf. Meine neuer Titel: Hundesonnenbaddauermanager. Wie hat der Köter das eigentlich in Griechenland gemacht? Scheint da nie die Sonne?

 

Was der Gaskopf sonst noch macht? Außer Hot-Dog spielen? Nun, sie hat gestern eine neue Methode erfunden mich nach der Nachtschicht innerhalb von Rekordzeit aufzuwecken: Ohne großes Aufhebens ins Schlafzimmer traben, im Vorbeilaufen über meine nackten Fußsohlen schlecken und dann direkt danach die Zunge durch mein Gesicht ziehen. Aufwachzeit: unter einer Sekunde! Da wünscht man sich doch Desinfektions-Bonbons.

Repost 0
Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
Kommentiere diesen Post
4. Juli 2012 3 04 /07 /Juli /2012 15:33

Wir haben die letzte Prüfung bestanden. Die hohe Schule der Gaskopferziehung gemeistert. Den Gipfel erklommen. Dann sind wir allerdings wieder hart auf dem Boden der Realität aufgeschlagen.

 

Der Feldhase startet keine zwei Meter vor uns durch. Weite Ebene. Keine Deckung. Das nächste Gebüsch 500m weit entfernt. Gaskopf startet durch. Ich springe hinterher und brülle: „Nein!! SITZT!“ Das Nachwerfdings werfe ich vor Schreck hinter mich.

 

Was macht Gaskopf? Sie setzt sich tatsächlich hin! Sie sitzt! Das Häschen flüchtet weiter. Ich glaub es nicht! Beinahe hätte ich geweint vor Glück. Sie hat es. Endlich. Der Gaskopf bebt und prustet zwar aber sie bleibt sitzen. Großes Belohnungskino! Wir sind soweit. Vergiss Lassie und Kommissar Rex!. Wir sind die Besten!

 

Die Ernüchterung kam ein paar Tage später. Genau gesagt der Totalabsturz. Den Gaskopf packe ich ins Auto und fahre eine Ortschaft weiter. Ich wundere mich zwar, warum sie vom Auto aus eine Wiese ganz furchtbar aufgeregt beobachtet. Denk mir aber nichts. Als wir wenig später an dieser Wiese vorbeilaufen, wundere ich mich zwar, dass sie kein Leckerli fressen will. (Alarm! Jagdmodus!) Denk mir aber wieder nichts. Ich hatte Stress in der Arbeit und bin daher etwas abgelenkt.

 

Ich schlendere so weiter, gucke doof in der Gegend rum und träume so vor mich hin. (schwerer Fehler!) Dann gucke ich wieder zum Gaskopf und frag mich noch: „Was mach sie da?“ Ja, was macht die wohl gerade da! Ich  RIESEN RIND! Sie rennt einem Hasen nach und ist schon 50m weg! Das merk ich erst jetzt! Rufen hilft nichts mehr! (100m) Bis ich die Hundepfeife endlich aus der Hosentasche bekomme. (200m) Ein schriller Pfiff (250m)! Hase im Gebüsch. Hund bricht die Jagd ab. Ich breche fast vor Zorn auf mich selber.

 

Verdammt! Ich dumme Nuss! Das Erste Spaziergehgebot habe ich missachtet: Gaskopf niemals aus den Augen lassen! Und weil das nicht reicht das Zweite auch gleich mit: Immer aufmerksam sein!

 

Der Feldhase hat es ins Gebüsch geschafft. Gaskopf kommt mit ihrem drogenseeligen Grinsegesicht zurück. Ich steh da wie ein Depp, blicke mich verstohlen um  und hoffe wirklich der Jäger hat es nicht gesehen.  Der kennt uns nämlich. Ich habe uns ja schon am Anfang bei allen Jägern der Gegend vorgestellt. (Der schwarze Hund mit einem Ohr ist meiner. Eigentlich ist sie ganz brav. Die tut nix. Die will nur Spielen. Bitte nicht abschießen.)

 

Was man da noch macht? Gar nichts. Versagt. Chance verpasst. Trainingsrückschritt. Kacke.

 

Repost 0
Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
Kommentiere diesen Post
2. Juli 2012 1 02 /07 /Juli /2012 19:29

Man hört ja immer wieder, dass ein großer, böser Hund mit Teufelshörnern und Pferdefuß ein kleines, süßes, armes Hundchen mit Heiligenschein über dem Köpfen angreift. Natürlich mit entsprechenden Folgen. Ich weiß wirklich nicht was hier falsch läuft, aber bei uns ist es anders herum. Wir werden immer von  kleinen Hundchen angegriffen.

 

Mein Freund läuft mit dem Gaskopf an der Leine einer jungen Frau mit furchtbar kläffender Fußhupe an der Leine über den Weg.  Weil dem armen kleinen Hundchen bestimmt nicht zuzumuten ist, sein Halsband ordentlich zu tragen ist es wohl etwas zu locker eingestellt. Schwups. Der kleine Hund ist aus seinem Halsband geschlüpft. Während die Frau noch ungläubig auf die lockere Leine in ihrer Hand starrt, greift ihr Hundchen den Gaskopf an.

 

Mit allem drum und dran. Gefletschte Zähne, gestelltes Nackenfell, hoch gereckte Rute und der Heiligenschein ist ihm auch noch verrutscht. Kleiner Hund mal ganz groß! Diese kleine, mutige, und wahrscheinlich selbstmordgefährdete Ratte beißt unsere Hündin in die Brust. Gaskopf sperrt ihren Rachen weit auf und packt das Hundchen am Hals. Wie T-Rex. Nur ohne beißen, reißen, schütteln und runterschlucken. (Was für ein Glück!) Erst riesiges Getöse – dann Grabesstille. Klar, unsere Hündin hat das Maul voll und die Fußhupe traut sich nicht mehr. Die Menschen sind baff.

 

Mein Freund denkt, wenn er unsere Hündin schnell hochhebt, dann lässt sie die frisierte Ratte wieder los. Er klemmt sich also den Gaskopf unter den Arm. Aber sie denkt gar nicht daran den Angreifer loszulassen. Also baumelt wie ein nasser Waschlappen von ihrem Maul herab der kleine Hund. Das Hundchen rührt sich nicht mehr. Nicht mal fiepen traut er sich.

 

Mein Freund blafft schnell  Kommandos (Bundeswehr eben).

Für die Frau: „Operier deinen Hund da raus!“

Für den Gaskopf ein donnerndes: „AUS!“.

Gaskopf spuck ihren Gegner tatsächlich wieder aus.

 

Die Fußhupe kann zerzaust und angesabbert aber ohne einen Kratzer dem Rachen des Gaskopfes entkommen. Es ist schon erstaunlich wie genau Hunde ihre enorme Beißkraft dosieren können. Die Frau zieht ihrem Hundchen das Halsband nun doch etwas enger an und setzt ihn wieder auf den Boden.  Und was macht das Hundchen, als es wieder festen Boden unter den Pfötchen hat? Noch mal angreifen! Dieses Mal stoppt ihn aber die Leine.

 

Die Frau hat sich mehrmals entschuldigt. Es wäre ja schließlich ihre Schuld. Und was ist, wenn ihr Köterchen an den falschen Hund gerät? Was ist, wenn das nächste Mal ein Hund ein  wenig mehr zupackt  und der kleine Hund ernsthaft verletzt ist? Ist es dann auch ihre Schuld? Wahrscheinlich ist dann das Geschrei nach Ordnungsamt und Polizei groß.

 

Repost 0
Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
Kommentiere diesen Post
29. Juni 2012 5 29 /06 /Juni /2012 09:23

 

 

Ja wie macht man das?  Keine Ahnung. Man könnte mich auch fragen: Wo ist das Bernsteinzimmer? Dem Gaskopf kann man das Jagen gar nicht abgewöhnen. Jeder Spaziergang ist ein Jagdausflug. Man kann den „Wolfmodus“ nur in andere Bahnen lenken.

 

Tipps gibt’s in diesem Blog nicht. Nur so viel: Das Buch „Antijagdtraining“ von Groening/Ullrich beschreibt es sehr gut. Der werte Leser sei gewarnt! Einfach ist gar nichts! Einen wirklich echten jagenden Hund (nicht die ungezogenen Bravhunde) so umzumodeln, dass man mit ihm ohne Leine durch den Wald laufen kann, ohne dass er abhaut ist schweinemäßig viel Arbeit! Bei uns hat es zwei Jahre gedauert.

 

Regelmäßige Blamagen sind gratis mit dabei. Da lief ich mit dem untrainierten Gaskopf an der Schleppleine durch den Wald und wir trafen eine Frau mit einem kleinen, braunen Mischlingsrüden. Ach, lassen wir die Hunde kurz spielen. Damit der Gaskopf besser spielen kann, machte ich die Schleppleine kurz ab. (SCHWERER FEHLER!) Spielen wollte unser Köter etwa eine Minute. Dann war sie weg. Einem Reh hinterher. Da stand ich nun und benutzte verzweifelt die Hundepfeife: „PÜHHHH!, PÜÜÜÜHHHHH!“

 

Nichts zu sehen vom Gaskopf, aber der kleine, braune Mischlingshund kam zu mir und setzte sich sogar vor mich hin. Andere Hundebesitzerin: „Ach, das hat er ja noch nie gemacht! Na, ich muss dann auch weiter“  Da steht man dann wieder mal alleine und verlassen mitten im Wald. Den mitleidigen Blick des anderen Hundebesitzers hat man vorher schon ertragen müssen.

 

 

Unser Weg aus der Leidensgeschichte  Oder: Das Ding mit dem „Sitz!“

 

Dem Gaskopf das Jagen verbieten geht gar nicht. Was soll sie denn stattdessen machen? Computerspiele? Also ist eine Beute erlaubt. Bei uns sind das die Mäuse. Fürs Mäusebuddeln wird kein Hund abgeschossen, es besteht keine Gefahr, dass der Hund auf eine Hauptstraße läuft und Mäuse erwischt der Gaskopf so nicht. Ich glaube sogar, ich habe die Tierchen schon kichern hören.

 

Foto0036

 

 

 

Der Gaskopf darf auch vom Weg aus jagen (zwei Hundelängen in den Wald sind erlaubt) und bei Entdeckungen muss sie sich hinsetzten. Alles was sich bewegt heißt „Sitz!“. Katze läuft über den Weg: „Sitz!“ Hase wird gewittert: „Sitz!“ Reh wird gesichtet: „Sitz!“ Reh läuft über den Weg: „SITZ!!!“(Verdammt noch mal! SITZ!!!). Pilzsammler im Unterholz: „Sitz!“ Irgendwann fing sie von alleine an,  alles was sich in Wald und Flur bewegt anzuzeigen indem sie sich hinsetzt.

 

Was ist da wohl in dieser Wiese?

 

 

 

(Freude! Belohnung!) Foto0028        Foto0029

 

 

 

Hier bemerkt sie die Radfahrer deutlich früher als ich:

 

Foto0033            Foto0034

 


 

Dieses Anzeigesystem ist äußerst praktisch. Die Nase des Gaskopfes ist dabei der Richtungsanzeiger. Man möchte gar nicht glauben, wie viele heimische Tiere man damit zu sehen bekommt.  Als Normalmensch glaubte ich immer im Wald wären gar keine Tiere. Stimmt gar nicht. Als normaler Spaziergänger habe ich die Tiere einfach nicht bemerkt.

 

 

„SIIITTZ!!!!!“  ist übrigens das einzige Kommando, auf das der Gaskopf im Ernstfall noch hört. So kann man den durchstartenden Hund doch noch stoppen. Das funktioniert bei Rehen garantiert aber bei Feldhasen noch immer nicht sicher. Verflucht seid ihr! Ihr süßen, kleinen Hoppelhäschen! 

 

 

Repost 0
Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
Kommentiere diesen Post
24. Juni 2012 7 24 /06 /Juni /2012 07:43

Es tut mir leid. Ich bin Hundehalterin. Ich habe also einen Hund und der berührt auch noch mit seinen Beinen den Erdboden. Meistens jedenfalls. Manchmal sind es auch bloß drei (beim Pinkeln) oder zwei (sich Aufführen), oder eins oder keins. (nee, sie säuft keinen Red Bull, sie hüpft)

 

Da begegnen wir mitten in der Pampa einer alten, faltigen Hexe mit blumigen Kopftuch und einem Fahrrad, das genauso alt und klapprig ist wie sie selbst. Im Fahrradkörbchen liegen irgendwelche Rüben und diverses Unkraut. Na, das passt ja, denke ich mir.

 

Der Gaskopf läuft über eine abgemähte Wiese, hüpft dem Futterbeutel hinterher und freut sich des Lebens. Die alte Hexe fängt zu keifen an: „Das ist eine Biowiese! Der Hund muss da raus! Der Hund hat dreckige Füße! An Hundehaaren sterben Kühe!“

 

Ich wusste gar nicht, dass Kühe ganze Hunde fressen. Ich wusste auch nicht, dass sich Fuchs, Hase, Marder, Reh und Maus die Füße abputzen, bevor sie über diese Wiese laufen. Als ich diese ältere Dame fragte, wo denn bitte hier die Fußmatte wäre, wechselt sie die Argumente, flippt aber weiter aus.

 

Sie keift nur ein Wort: „Hundescheiße!“. Also jetzt reicht es mir aber wirklich. Die Einzige, die den Scheißdreck ihres Hundes hier in der Gegend wirklich zuverlässig wegmacht bin ja wohl ich. (behaupte ich einfach mal) Die einzige Person, die direkt vor einem Hundekotmülleimer in einen Hundehaufen getreten ist, bin auch ich. (das stimmt leider).

 

Also ich finde Hundekacke auf dem Gehweg genauso eklig wie alle anderen. Wenn der Gaskopf allerdings in ein Gebüsch kackt werde ich den Teufel tun und ihr hinterher klettern. Während ich noch weiterdiskutiere nutzt der Gaskopf seine Chance und will abhauen. (Gute Gelegenheit, Frauchen ist ja abgelenkt)

 

Ich bin freundlich geblieben. Man weiß ja nie, ob es hier in der Gegend vielleicht noch echte Hexen gibt. Wundern würde mich das nicht. Sie könnte mich ja verfluchen. Mit dem Hundehaargaskopffluch. (In deiner ganzen Wohnung und an all deinen Klamotten sollen Hundehaare kleben! HeHeHe!)

 

Repost 0
Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
Kommentiere diesen Post
23. Juni 2012 6 23 /06 /Juni /2012 08:14

Hundemenschen gehören dem hilfsbereiten Teil der Bevölkerung an. Jeder von ihnen hat zu fast allen Problemen in der Hundeerziehung eine Meinung. Manchmal auch zwei bis fünf. Und die müssen rausgehauen werden. Hier meine Sammlung von Aussagen, die auf den Gaskopf garantiert nicht zutreffen:

 

-Hunde kann man mit Apportieren vom Jagen abhalten (schlauer Rütter-Fan)

Normale Bravhunde - vielleicht. Den Gaskopf nicht.  Sie apportiert sehr gut. Überall. Auch in Wald und Wiese. Alles mögliche. Futterbeutel, Frauchens Mütze, die Hundeleine und vergammelte Rehknochen. Im Ernstfall spuckt sie es aus (dann ist Hund einfach windschnittiger) und startet durch.

 

- Hunde jagen nur aus Langeweile, dein Hund muss beschäftigt werden (Frau mit Border-Collie, ihr Hund hechelte nur nach dem Tennisball in ihrer Hand)

Beim Gaskopf unwahrscheinlich. Das Bewegungs- und Beschäftigungsprogramm spricht für sich. Außerdem ist der Gaskopf kein doofer Balljunkie. Möchte ich auch gar nicht haben.

 

 

-Du bist zu langweilig für deinen Hund. Man muss eben spannender sein als die Hasen. (aus einem Forum)

Ganz tolle Aussage! Mein Lieblingssatz. Ich rege mich immer wieder darüber auf. Wie bitte soll ich das machen!??! Könnte mir das einer mal bitte erklären! Was könnte für einen Drogenjunkie spannender und begehrenswerter sein als der nächste Schuss? Na! Ich höre! Ach? Apportieren… Ballspielen… Ja nee, is klar! Selbst wenn ich mich komplett mit Leberwurst einschmieren würde, wären die  Feldhasen interessanter!

 

-Dein Hund ist nicht erzogen. Einen gut erzogenen Hund  kann man auch beim Hetzen abrufen. Dein Hund muss in die Hundeschule. (Herr mit DSH-Vereins-Pullover und Schäferhund bei Fuß)

AHHH! Ich bin in einer guten Hundeschule! Hat Jagen was mit Grundgehorsam zu tun? Nein, hat es nicht! Beim Hetzen schießen die Endorphine ins Hundehirn. Der Köter bekommt seine Drogendosis, ist in der goldenen Jagdwelt versunken und hört und sieht einfach nichts mehr. Antijagdtraining ist schon ein bisschen mehr als einfaches Sitz-Platz-Fuß-Bleib-Komm vom  Hundeplatz.

 

 

-Du bist nicht der Chef deines Hundes Du musst der Alpha werden. Dazu muss dein Hund immer hinter dir laufen. (gleicher Herr wie oben, anderer Tag )

Nein, ich bin kein Alpha. Bin ich ein Hund? Kann ich also Alpha werden? Meine Meinung: Das Ganze Ding mit Alpha und der Dominanz kann man in die Tonne treten. Außerdem darf  der Gaskopf darf gar nicht hinter mir laufen, weil ich dann nicht mehr sehe was sie im Schilde führt. Übrigens ist der auffällig unauffällige Versuch unserer Hündin hinter Frauchen zurückzubleiben ein sicheres Anzeichen dafür, dass der Gaskopf gleich abhauen will.

 

-Du hast einfach nur keine richtige Bindung zu deinem Hund. Die muss erst aufgebaut werden. (auch aus einem Forum)

Liebe/r Herr/Frau schlagmichtot765, die Hundetrainerin bestätigt mir immer wieder eine tolle Bindung zum Gaskopf. Wie heißt es aber so schön: „Jagen übersteht jeglicher Bindung.“

 

-Mit Reizangeltraining kann man das Jagen in geordnete Bahnen lenken.  (hab ich irgendwo gelesen, ein Irrweg in der Gaskopferziehung)

Wenn ich eine lebendige Katze an die Reizangel binden würde - vielleicht. Sonst nicht. Der Gaskopf ist eben nicht blöd. Nur lebende Beute ist eine gute Beute. Reizangeltraining ist bei uns nur ein Spiel. Mehr nicht. Aber vielleicht funktioniert es ja bei Bravhunden.

 

 

 

-Ach, die will sicher nur spielen. (wirklich nette Nachbarin, allerdings Bravhundehalterin)

Natürlich. Sie rennt dem Hasen hinterher, weil sie ihm nur kurz das Köpfchen streicheln will. Ich weiß ja nicht was  Bravhunde machen, wenn sie ein süßes Kleintier erwischen. Aber beim Gaskopf wäre es Geschichte. 

Aber vielleicht würde sie es ja apportieren…

Repost 0
Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
Kommentiere diesen Post
21. Juni 2012 4 21 /06 /Juni /2012 15:18

Meinen Prinzipien bin ich untreu geworden. Ich hatte ja schon geschrieben, dass der Gaskopf Trockenfutter vom Discounter bekommt. Der Gaskopf verträgt es, es hat im Test mit „Sehr gut“ abgeschnitten und sie frisst es genauso ungern wie alle anderen Trockenfuttersorten.

 

Unsere Hundetrainerin liebt den Gaskopf. Böse Zungen behaupten, das läge nur daran, dass Stammkunden immer gern gesehen sind. Nun, die Trainerin bequatscht mich schon seit Monaten wegen unserem Hundefutter. Getreidefrei müsste es sein. Artgerecht eben. Getreide wäre schlecht für Hunde. Nun, das kann sein. Wölfe fressen auch kein Getreide. Aber was weiß ich schon?

 

Ich hab mich also breitschlagen lassen und im Internet Trockenfutter bestellt. Alles nur zum Wohl des Hundes. Vor zwei Wochen kam die Lieferung des tollen, getreidefreien, gesunden, artgerechten Super-Trockenfutters mit mehr als 50% Fleischanteil. (Es sind genau 51%. ) Und ein Wolf ist auch noch auf der Packung abgebildet. Kosten für 3x2kg Super Futter: 32,- EUR. (in Worten: zweiunddreißig!!! Euro!) Für Neukunden per Vorkasse.

 

Die nette Theorie ist, dass der Gaskopf das Trockenfutter auch als Leckerli frisst. Damit kann ich die Futtermenge besser berechnen und der kleine Moppelhund wird ein bisschen schlanker. Soweit die Theorie. Der Gaskopf frisst das Super Futter aber nicht!!! Jedenfalls nicht aus dem Futternapf. Sie mäkelt genauso herum wie am 2.99 EUR Futter vom Discounter!!! AAAAAA!

 

Interessant ist aber, dass sie das Super-Futter schon als Leckerli frisst. (es schmeckt dem Hund also) Aber nur, wenn ich es aus der Hosentasche ziehe! Bekommt der Gaskopf mit, dass ich es direkt aus dem Napf oder aus der Trockenfutterpackung nehme, spuckt sie die Brocken wieder aus.

 

Ich glaub es nicht! Ich werde mit diesem Hund noch wahnsinnig! Es kann doch nicht sein, dass sie Leckerlis nur deshalb nicht frisst, weil sie aus einer normalen Trockenfutterpackung genommen werden. Wo gibt’s das denn? Ein Hund kann nicht so schlau sein.

 

Das Motto des Gaskopfes ist anscheinend: "Wenn ich schon arbeite, ja, wenn ich schon brav bin, dann gib mir gefälligst extra gekaufte Leckerlis zur Belohnung!"

Zur Belohnung Spielzeug anzubieten habe ich nur ein einziges Mal versucht. Schon mal gesehen, wie einem von einem Hund einVogel gezeigt wird? Ich schon.  

Repost 0
Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
Kommentiere diesen Post
19. Juni 2012 2 19 /06 /Juni /2012 18:20

Die Beschreibung des Gaskopfes auf der Homepage des Tierheims lautete ungefähr so:

Liebe Hündin, ca. 2 Jahre alt, Mischling, sehr freundlich zu Menschen und sehr kinderlieb, verträglich mit allen Artgenossen, kann an der Leine laufen, braucht noch etwas Erziehung. Stammt aus Griechenland.

 

Wir haben bekommen:

Gaskopf, Zicke, ca. 2 Jahre alt, Husky-Schäferhund-Mix, liebt alle Menschen und springt daher jeden an, verhaut  andere Hündinnen, zieht an der Leine, Leinenaggressiv, kann nix, weiß nix, kann nicht alleine bleiben, spricht kein Deutsch

 

Unsere Hündin ist nun einmal eine Zicke. Bei Begegnungen mit anderen Hündinnen kann es schon mal eine Schlägerei geben. Besonders dann wenn ihr Gegenüber auch eine Zicke ist. Allerdings wird der Gaskopf langsam brav.  Wir haben gestern die Nachbarn mit den drei Hündinnen getroffen. Es gab kein Theater. Sogar mit Leine nicht. Wir Menschen konnten einen kleinen Plausch halten und alles war friedlich. Es war erstaunlich. Ist der Gaskopf jetzt wirklich mit Hündinnen unverträglich?

 

Ein paar Stunden später hatte ich dann meine Antwort. Sie ist nicht brav. Wenn sie eine Gegnerin auserkoren hat, geht es wieder richtig los. So wie immer. Die Gegner werden nur langsam weniger.

 

Wir sind im Wald einem älteren Herren mit einer Jagdhündin begegnet. Beide Hunde waren zum Glück angeleint. Die beiden alten Zicken haben sich sofort fixiert. Die Unterhaltung der beiden Weiber lautete ungefähr so: (Beide Zicken werfen sich dabei in ihre Leinen und fuchteln mit Gebrüll wild mit den Vorderbeinen in der Luft.)

 

Gaskopf: Heyy, was läufst du dumme Nuss auf meinem Weg?

Jagdhündin: Heyy, Alde! Mein Wald! Verpiss disch!

Gaskopf: Heyy! Selber Alde! Isch schlagen dich gleich Krankenhaus!

Jagdhündin: Boa Ey, hast du Glück dass die Leine dran ist!

Gaskopf: Ich hau dir gleich so dermaßen aufs Fressbrett!!

 

 

Das Gespräch zwischen dem älteren Herren und mir lief so ab:

 

Ich: Guten Tag.

Herr: Guten Tag.

Ich (mit Schulterzucken): Weiber!

Herr(mit Säuftzer): Weiber. Da kann man nichts machen.

 

Repost 0
Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
Kommentiere diesen Post
29. Mai 2012 2 29 /05 /Mai /2012 05:01

Da fällt mir eine kleine Geschichte ein. Das ist schon etwas länger her. Wir hatten unseren Gaskopf erst ein paar Wochen und Spazierengehen war furchtbar. Vor allem weil sie alles jagen wollte was sich bewegte. In einem Buch habe ich diesen Tipp gelesen:

 

Wenn ein Halter zu unkontrollierten Wutausbrüchen neigt soll er sich doch einen Stoffhund kaufen. Den kann man bei Bedarf gegen die Bäume im Wald hauen. Der Hundehalter reagiert sich ab und gefährdet nicht das Vertrauensverhältnis zum Hund.

 

Da stand ich an einem schönen Sommertag mitten im Wald. Alleine. Der Gaskopf war nämlich wieder mal abgehauen. Mit Schleppleine. Diese blöden Nylon-Dinger verhaken sich überall und immer. Nur dann nicht, wenn der Hund einem Reh hinterher rennt, Dann gehen sie glatt durch jede Hecke.

 

Alleine und verlassen stand ich im Wald. Die Sonne schien, die Vögelchen zwitscherten und in mir kochte die Wut hoch. „So eine scheiß Töle!“ Einen Stoffhund hatte ich dabei. Den habe ich vielleicht verhauen! Und gegen die Bäume gehauen! Und geschrieen! „Was für ein blöder Köter!“  Dann habe ich den Stoffhund auf den Boden geworfen und bin darauf herum gesprungen. So ein Anfall dauert natürlich einige Minuten. Und während ich auf dem Stoffhund schimpfend herumhüpfe bemerke ich hinter mir einen Schatten.

 

Da saß der Gaskopf. Sie schaute mir anscheinend schon länger zu. Sie legte den Kopf schief und guckte mich fragend an. „Alles in Ordnung, Frauchen?“ Ein plötzlich auftauchender Spaziergänger wäre für mich genauso peinlich gewesen. Nun, ich habe mich doch sehr geschämt. Vor einem Hund. Den Stoffhund habe ich kommentarlos aufgehoben und später weggeworfen.

 

Was lernen wir daraus? Wutanfälle sind sogar vor Hunden peinlich und wirklich hilfreich sind sie auch nicht.

 

Repost 0
Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
Kommentiere diesen Post

Über Diesen Blog

  • : Blog von gaskopfalarm
  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
  • Kontakt

Profil

  • gaskopfalarm
  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,