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13. April 2012 5 13 /04 /April /2012 21:55

Normalerweise werde auch ich immer euphorisch begrüßt wenn ich nach Hause komme. Vom Hund jedenfalls. Heute nicht. Da ist doch was faul. Gaskopf liegt in ihrem Körbchen und nicht auf dem Sofa. Das allein ist schon sehr verdächtig. Ihre Rute wedelt wild von einer Seite zur anderen und gibt dabei laute, immer schneller werdende Klopfzeichen aber wirklich auf mich zustürmen will sie heute nicht. Sie kommt langsam mit angelegten Ohren und gesenktem Haupt auf mich zu. Sie hat doch bestimmt wieder was angestellt.

 

Ja, hat sie auch. Ist aber nicht so schlimm. Sie hat ihren Knochen genüsslich auf unserem Sofa verspeist. Die Knochenspäne und die Sabberflecken verraten es. Das darf sie eigentlich nicht und das weiß sie auch. Macht aber nix. Für so was haben wir Decken.

 

Es heißt ja immer, Hunde könnten gar kein schlechtes Gewissen haben. Sie würden beim Nachhausekommen des Besitzers nur die schlechte Laune des Menschen spüren und daraufhin mit Beschwichtigungssignale reagieren.

 

Aber bei uns ist es definitiv anders herum. Erst bemerke ich das schlechte Gewissen von Gaskopf und dann schaue ich bewusst nach was sie angestellt hat. Geschimpft habe ich sie für so was nie. Wenn man Hunde nicht beim Scheiß bauen erwischt, ist Schimpfen nutzlos. So behaupten es die Hundegelehrten jedenfalls.

 

Gaskopf erstaunt mich immer wieder. Mittlerweile führe ich eine Statistik dafür.  Deutliche Anzeichen von schlechtem Gewissen hat sie gezeigt bei:

 

-große Palme ausgebuddelt

-Mülleimer ausgeräumt

-Schuh angefressen

-Pfannenwender geklaut

-Holzscheit zerlegt

-Knochen auf Sofa gefressen

 

Das konnte ich alles von der Wohnungstür aus gar nicht sehen. Also konnte ich gar nicht sauer sein. Ein schlechtes Gewissen hatte Gaskopf trotzdem.

 

Aber vielleicht hatte sie ja in Griechenland doch schon einen Vorbesitzer. Von dem muss sie dann wohl für die gleichen Sachen schon Schelte bekommen haben.

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11. April 2012 3 11 /04 /April /2012 20:57

 

Mittlerweile haben wir das Jagdproblem einigermaßen im Griff. Bis auf die Feldhasen. Diese Viecher tauchen plötzlich auf. Im einen Moment trottet man noch fröhlich durch die Landschaft und im anderen Moment startet so ein blödes Vieh wenige Meter vor uns aus seiner Kuhle durch. Während ich noch in der Schrecksekunde verharre ist Gaskopf schon mitten in der Verfolgungsjagd.

 

Meister Lampe schlägt Zentimeter vor ihrer Schnauze seine Haken und Gaskopf zeigt wirkliche Windhundqualitäten. Keine Chance auf Rückruf, Stoppsignal oder Irgendetwas. Man kann nur am Feldrand stehen und dem Hasen die Daumen drücken. Bis jetzt hat es noch jeder in ein Gebüsch geschafft. Dann ist der Spuk vorbei.  Nur ein Trost bleibt. Kein Jäger schießt so gut, dass er einen Hund in diesem Tempo treffen würde. Das hat mir mal ein Jäger verraten.

 

Wie soll ich trainieren, wenn ich bis heute keine Ahnung habe, wo man den Viechern wirklich zuverlässig begegnet?  Sie sind wie Geister.  Ohne Vorwarnung sprinten sie los. An der Schleppleine reißt einem der Gaskopf fast den Arm aus und eine schleifende Schleppleine erwischt man nicht mehr. Auf eine davon zischende Schleppleine zu  treten habe ich in so einer Situation nur einmal versucht. Es hinterlässt einen derart umwerfenden Eindruck, dass man die Erfahrung nicht noch einmal machen möchte.

 

Erst vorhin war es wieder so weit. Wir schlendern einen Feldweg entlang. Gaskopf läuft ein paar Meter schnuppern voraus. Ich blicke nach links auf die Wiese. Nichts. Das Gras ist auch noch nicht wirklich hoch. Ein paar Augenblicke später gucke ich wieder nach links. Da sitzt ein Hase! Keine fünf Meter weg. Wo kam der denn her? Mein Freund hat ihn auch nicht gesehen. Gaskopf startet durch, ich plärre „NEIIN!“, werfe mein Nachwerfdings aber es ist schon zu spät. Gaskopf ist weg. Dieser Feldhase hat sich nicht einmal mehr die Mühe gemacht Haken zu schlagen. Er ist nur um sein Leben gelaufen. Hase war im Gebüsch verschwunden, Hund war wieder abrufbar.

 

Es gibt aber noch ein Phänomen. In dem kleinen Heimatort meines Freundes in Norddeutschland tauchen abends Kaninchen in rauen Mengen auf. Sie hoppeln nach Sonnenuntergang völlig entspannt durch die Siedlung. Man könnte meinen, die würden genauso ins Beuteschema unseres Gaskopfes passen wie Feldhasen. Aber nicht die Bohne!

Die lässt sie in Ruhe. Kaninchen können kurz vor uns in Gruppen die Straße passieren und es passiert gar nichts. Gaskopf jagt sie nicht. Auch ohne Leine nicht. Wie kann das sein? Sie reagiert überhaupt nicht auf die Tierchen.

 

Gaskopf fixiert sie nicht mal. Warum nicht? Klar, sie riechen sicher anders. Aber sonst? Wo liegt der Unterschied? Was ist das Geheimnis? Jedes andere Kleintier wird gejagt. Ob Maus, Ratte, Hamster oder Feldhase ist völlig egal. Nur Kaninchen jagt sie nicht. Manchmal glaube ich, ich müsste nur hinter das Geheimnis dieses Rätsel kommen um das Jagdproblem endgültig in den Griff zu bekommen.

 

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10. April 2012 2 10 /04 /April /2012 21:25

Im Krieg gegen die Hundehaare haben die Haare in den letzten zwei Jahren jede Schlacht gewonnen. Die Nachbarin aus dem Erdgeschoss hat schon mal angedeutet, dass sie auch ständig Haare von unserem Hund in ihrer Wohnung findet. Es war zwar kein intensiver, direkter Vorwurf aber ein leises Klagen schwang doch in ihrer Stimme mit. Aber was soll ich machen? Die Haare von Gaskopf verbinden sich zu kleinen Flusen und starten täglich ihren Gegenangriff. Manche flüchten eben auch aus der Wohnung. Man hat gekehrt, gesaugt, gewischt und Minuten später schwebt einem die nächste Haarfluse über die Füße.

 

Wegen dem Ganzjahreshaarproblem wollte ich schon immer einen Vorwerkstaubsauger haben. Ein Hund kann in den Menschen die seltsamsten Begehrlichkeiten wecken und Menschen klammern sich gern an Hoffnungen. Wenn ich nur so ein Teil hätte würde bestimmt alles besser werden!  Diese Dinger waren mir schon immer zu teuer. Wer in aller Welt will einen Staubsauger für 900Eur kaufen?

Da steht er jetzt im Flur. Ein altes, hässliches, viereckiges Ding in grün wartet auf seinen ersten Einsatz.

 

Wie ich da ran gekommen bin? Den Eltern meines Freundes ist wieder eingefallen, dass sie so einen Staubsauger vor Jahren an ihre Mieter ausgeliehen hatten und diese Mieter sind jetzt ausgezogen und jetzt ist dieser Staubsauger frei geworden. Ich habe sofort Interesse angemeldet.

 

Allerdings beschleicht mich der Verdacht, dass Hundehaare doch raffinierter sein könnten als allgemein angenommen wird. Wahrscheinlich lassen sie sich gerade eine neue Taktik einfallen um meine neue Wunderwaffe auszuhebeln.

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8. April 2012 7 08 /04 /April /2012 06:10

Tja, ich bin um 6 Uhr schon wach. Ein lautes WAUUU HUHU! hat mich vorhin geweckt. Madame musste dringend raus. Sie hat ja gestern doch noch ihren geliebten Schinkenknochen bekommen. Weil sie dann in der Hundeschule doch noch brav war und die Koalitionskrise beendet ist. Das hab ich jetzt davon.  Aber was soll´s. Feiertage und Ausschlafen werden einfach überbewertet. Bewegung am frühen Morgen soll ja gesund sein. Gaskopf schnarcht schon wieder zufrieden auf dem Sofa. Nur ich bin wach und kann nicht mehr schlafen.

 

Immerhin besser als das, was sie letztes Jahr gemacht hat.  Der Sohnemann meines Freundes hatte seine komplette Osterschokoladenbeute auf dem Boden seines Zimmers abgestellt. Der Gaskopf hatte wohl gemeint, wenn sie schon keine echten Hasen fressen darf, dann schlachtet sie halt mal Schokohasen. Und weil’s  im Kinderbett gemütlicher ist, hat sie diese Aktion dann auch dort hin verlegt. Was für eine Sauerei!

 

Wir haben es später nachgerechnet. Es dürfte ca. ein halbes Kilo Schokolade gewesen sein, die sie gefressen hat. Drei Schokohasen (die hatte sie wenigstens ausgepackt) , ein ganzes Netz Schokoeier mit samt Glitzerpapier, eine Tafel Kinderschokolade und noch diverse andere Kleinigkeiten. Die gefärbten Hühnereier hat sie verschmäht. Nach dieser Menge wäre auch mir Schlecht geworden.

 

Und während ich noch mit dem Notdienst unserer Tierärztin telefonierte hörte ich neben mir ein Würgen und eine braune Schokopfütze breitet sich neben mir im Flur aus. Das mit dem Brechmittel hatte sich so eben erledigt. Die Tierärztin meinte, wenn sie kotzt ist es gut. Und wenn sie weiter kotz wäre es noch besser. Falls sie das nicht tut und komisch wird, soll ich mich noch mal melden. Der Gaskopf kotzte weiter. Wenigstens ist sie nicht blöd. Immer schön viel Wasser saufen und raus mit dem Scheiß. Immer brav in den Flur kotzen, denn bis in den Garten wäre auch zu weit gewesen und im Garten war dem Hund ja auch nicht schlecht. Mit einer Aktion zweimal Sauerei veranstalten ist schon eine hohe Kunstform.

Ach ja, die Trainerin meinte gestern wir sollen mehr trainieren, ich soll sauer werden, wenn sie abhaut und ihr die verknotete Leine nachwerfen. Weil der Gaskopf ja schon weiß, was sie darf und was nicht. In der Hundeschule hat´s gewirkt. Ganz ohne Volltreffer. Wir haben aus alten Halsbändern und einer alten Leine ein Nachwerfding gebastelt. Mal schaun ob´s draußen auch wirkt.  

Na dann, Frohe Ostern!

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7. April 2012 6 07 /04 /April /2012 14:02

 

Was der Köter immer wieder macht? Auf fremde Hunde zulaufen. Genauer gesagt. über mehrer hundert Meter sprinten. Das wäre nicht ein gar so großes Problem, wenn sie eine Vertreterin der „ist so lieb tut keinem was“ Sorte wäre. Ist sie aber nicht. Mit fremden Hündinnen fängt sie auch mal eine Schlägerei an, wenn es sein muss. Und zwischen Weibern muss es meistens sein. Zicke eben. Ich versteh es nicht. Die ganze Welt ist voll von glücklichen, entspannten Menschen die mit 20 Hunden ohne Leine spazieren gehen können ohne dass auch nur einer meint abhauen zu müssen. Anscheinend hat keiner solche Probleme-nur ich. Ich habe auch keinen Bock mehr auf Diskussionen mit neunmalklugen Bravhundehaltern. Anderen Hundebesitzern geh ich mittlerweile aus dem Weg.

 

Ja, ich hör es schon! So ein Köter muss eben an der Leine bleiben. Ein Forum gibt geschlossen den Tipp für Schleppleinentraining. Ich trainiere seit zwei Jahren und dieses Problem bekomm ich nicht in den Griff. Bis auf tierschutzrelevante Methoden habe ich schon alles ausprobiert. An der Schleppleine versucht sie es ja nicht mal. Der Köter ist eben nicht blöd.

 

Wieso ich sie nicht immer an der Leine lasse? Ich finde es einfach entspannend den Hund neben dem Fahrrad laufen zu lassen. Es hilft mir sehr gut abzuschalten, wenn ich dem Köter beim Galoppieren zuschaue. Wie ein Rennpferd muss sie sich auch mal richtig strecken können. Husky-Gene eben. Es baut meinen Stress deutlich ab, mit dem Gaskopf Mäuse zu buddeln. Gut, dass hier so wenige Leute rumlaufen. Eine 30 jährige Frau, die mit einer kleinen Gartenharke ihrem Hund beim buddeln hilft, könnte Fragen aufwerfen. Wir erwischen zwar keine Mäuse, aber das ist auch nicht wichtig. Wenn hier allerdings mal Leute rumlaufen, dann haben sie einen Hund dabei. Und der haut ihnen nicht ab. Diese Hunde sind alle brav!

 

Am Fahrrad kann ich sie also streckenweise nicht an die Leine nehmen und will es auch nicht.  Es soll ja auch Spaß machen. In der Nähe der Staße ist sie mittels Halter fest verankert. Mit Hund an Flexileine Radfahren halte ich für lebensgefährlich. Ein Sprung vom Gaskopf zur Seite und ich lande tierisch auf der Fresse.

 

Wahrscheinlich werde ich gleich nach der Veröffentlichung dieses Artikels der Internet-Inquisition übergeben und virtuell gesteinigt, gevierteilt und verbrannt. Aber meiner Meinung nach hat jeder Hund eine Aufgabe. Hunde kosten Zeit, Geld und Nerven. Dafür muss ein Köter etwas tun. Er ist für etwas gut, sonst verliert er seine Daseinsberechtigung. Heutzutage hat der Mensch selten eine Schafherde zu Hause, die ein Hund hüten und vor Wölfen und Bären beschützen muss. Aber der deutsche Durchschnittshund sorgt für die Gesundheit seines Besitzers und hilft ihm sich zu entspannen.

 

Es ist aber nicht entspannend, ständig den Horizont nach fremden Hunden absuchen zu müssen. Es ist anstrengend und frustrierend.

 

Meint Freund hat die Probleme übrigens auch nicht. Auf den hört sie ja. Da haut sie auch nicht ab. Er ist ja der Herr, Meister und Gottkönig des Gaskopfes.

 

Seit wir unseren Hund haben gehe ich jeden Samstag mit ihr  in die Hundeschule. Vielleicht hat ja die Trainerin eine Idee. Ich frag sie heute mal. So kann der Zustand jedenfalls nicht bleiben.

Einen Rauswurf des Gaskopfes könnte ich übrigens niemals durchsetzen. Eher müsste ich meine Koffer packen. Also muss eine andere Lösung her. Vielleicht kann man ja doch noch was machen.

 

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2. April 2012 1 02 /04 /April /2012 15:26

Aus aktuellem Anlass werde ich meinen Blog etwas abwandeln. Ich fühle das dringende Bedürfnis auch zum Thema Pferd meinen Mist loszuwerden. Was der aktuelle Anlass ist? Ich habe festgestellt, dass Totilas nicht mehr läuft. Klar, die Nachricht ist schon ein paar Wochen alt. Aber festgestellt habe ich es erst gestern. Das ist für mich aktuell genug.

 

Als Freizeitreiter guckt man gern auf Vorbilder. Totilas ist ein Vorbild. Ein unerreichbares Ideal, dem auch die unteren Turnierreiterklassen gerne nacheifern. Man schaut sich dieses tolle Pferd im TV an und vergisst darüber die überlieferten Grundsätze der Reiterei. Die Nase des Pferdes soll vor die Senkrechte und das Genick sollte der höchste Punk des Pferdes sein. Warum das denn? Dem 10 Mio Bock wird auch die Nase auf die Brust gezogen und es sieht noch toll aus. Der Laie sieht ein wunderbares Pferd. Die spannigen exalierten Bewegungen werden als schön empfunden. Und es funktioniert auch noch. Tja, jetzt klappt es eben nicht mehr. Jetzt hat das Pferd Kommunikationsprobleme mit dem Reiter. Von wegen! Wahrscheinlich hat der Gaul Schmerzen und er wehrt sich deshalb.

 

Jetzt soll es  ein Niederländer richten. Na, ich bin ja gespannt ob die Rollkur wirkt.

 

Wie sieht es bei den Freizeitreitern aus? Da gibt es Leute, die geben ihrem Bock Bussi auf die Nase und Sekunden später reißen sie dem armen Vieh zur Bestrafung mit einer Westernkandare im Maul. Beim Reiten werden dann die Beine richtig schön weit weg vom Pferdeleib gestreckt. Macht nichts, bremsen kann man auch mit der Kandare. Immer schön im Maul rumreißen.

Dann gibt es Leute, die lassen ihre Böcke einfach im Gelände laufen wie, wo und wie schnell die Gäule können. Sie galoppieren bei jeder Gelegenheit. Geht auch nicht anders, Tempo verlangsamen oder gar durchparieren wäre auch nicht möglich. Sie wundern sich dann aber über den Sehnenschaden am Vorderbein. Der Gedanke, dass immer nur Vollgas für das Pferd auch nicht schön sein könnte, kommt ihnen gar nicht in den Sinn. Ich möchte auch nicht wissen, was passiert, wenn ein unbedarfter Spaziergänger ihren Weg kreuzt.

Dann gibt es Reiter die mit Sporen, Gerte und Kandare, die ihre Pferde in eine schöne Form zwingen. Das Knirschen der Zähne ihres armen Tieres hört man durch die ganze Halle.

Und es gibt noch ältere Herren, denen gar nicht auffällt, dass ihr ach so toller Schimmel völlig schief und verspannt beim Reiten ist. Das Tier nimmt seinen Schweif so extrem nach links, dass er fast wagrecht an der linken Kruppe aufliegt.  Ist das denn alles richtig? Muss das so sein?

 

Nein, ich bin mitnichten eine gute Reiterin. Ich für meinen Teil bin froh, wenn ich mit einem losgelassenen Pferd in Gebrauchshaltung entspannt ins Gelände gehen kann. Wenn ich mir sicher sein kann, das Pferd nicht zu schädigen und mein Gaul genauso viel Spaß hat wie ich, bin ich voll zufrieden. Nach 15 Jahren Reiterfahrung nehme ich noch immer Longenstunden zur Sitzkorrektur. Wenn irgendetwas falsch läuft, suche ich den Fehler bei mir. Jeder Fehler im Sitz des Reiters hat sofortige Auswirkung auf das Pferd. Meine Vorbilder sind mittlerweile auch andere. Mal so reiten zu können wie ein Herr Neckermann, ja das wäre toll. Sie konnten es eben noch, die großen Alten!

 

 

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31. März 2012 6 31 /03 /März /2012 10:21

Weiber!! Es gibt nichts Schlimmeres als keifende Weiber. Ich darf das sagen, ich bin selbst ein Weib.

Am Anfang wollte unser Gaskopf alle anderen Hunde umbringen. Egal ob mit Leine oder ohne. Unterschiede im Geschlecht gab es auch noch nicht. Die ersten Wochen bei uns war ihr Motto: Es hat vier Beine und ein Fell-ich bring es um!

Timo ist der Stallhund. Ein urgemütlicher Mischling aus Berner-Sennenhund und Leonberger. Etwas dick, total entspannt und vom ersten Tag verliebt in Gaskopf. Sie kann machen was sie will, er liebt sie einfach.

Reinhardt, der Stallchef lässt Timo den ganzen Tag laufen. Macht nichts, der Hund macht wirklich nix. Er dreht entspannt seine Runden. Erst über den seinen Hof, dann mal zum einen Nachbarn auf den Misthaufen, mal zum anderen Nachbarn, Katzenfutter klauen. Macht aber auch nix, die Nachbarn kennen ihn. So säuselt die Nachbarin mit den Katzen:„Ach Timo, hast du so einen Hunger, musst du Katzenfutter fressen, ja magst du noch was?“ Klar mag der noch was.

 

Der Gaskopf konnte noch nicht alleine bleiben und ich musste zum Pferd. Niemand anderes zu Hause, der Hund muss also mit, kann aber nicht im Auto bleiben, weil es dafür schon zu warm ist. Also, laufe ich mit Gaskopf an der Leine über den Hof.

Timo entdeckt uns, bricht seine Runde ab und schreitet auf uns zu. Schnellere Gangarten als langsamen Schritt hab ich bei diesem Hund noch nicht erlebt.

Timo: „Oh toll! Ich habe Besuch. Es ist ein Mädchen!“

Gaskopf: Tobt an der Leine: „ICH BRING IHN UM!“

Reinhardt. „Lass doch deinen Hund von der Leine, das passt schon.“

Ich: “Meinst du wirklich?“

Reinhardt: „Ja, ohne Leine funktioniert das.“

 

Von wegen! Ich mache Gaskopf von der Leine und sie stürmt auf Timo zu. Der freut sich und hat ohne Begrüßung oder Ankündigung unsere Hündin am Hals hängen. Dieser blöde Gaskopf versucht Timo in den Hals zu beißen! Schafft sie zum Glück nicht, weil Timo einfach zu dick ist und zu viel Fell hat. Sich mit einem anderen Hund anzulegen, der gute 20kg mehr Gewicht in den Ring wirft ist verdammt blöd. Timo lässt sich aber nicht stören. Während Gaskopf versuch ihn umzubringen, schnuppert Timo entspannt an seiner neuen Freundin. Ich glaub es nicht! Den Gaskopf packe ich und sperre sie in eine leere Pferdebox. Da tobt sie weiter. Die Pferde gucken nur: Was ist denn da los?

 

So geht das wirklich nicht. Ich muss diese Woche täglich den Hufverband kontrollieren und Gaskopf muss mit. Timo hat Hausrecht - was mach ich nur?

Angeblich kann man Katzen bestrafen indem man sie mit Wasser besprüht. Am nächsten Tag hab ich unseren Pflanzensprüher dabei. Selbes Spiel, Timo freut sich, Gaskopf startet ihren Mordanschlag. Ohne Kommentar sprühe ich Wasser in den Fellhaufen. Das Knäul trennt sich, Timo sitz ein paar Meter weiter und winselt: „Ich mag aber zu dem Mädchen!“

Gaskopf sitzt neben mir und guckt weg. Weg von Timo und weg von mir und ist wohl beleidigt.

Der Effekt ist erstaunlich. Am nächsten Tag lasse ich Gaskopf auf dem Hof wieder von der Leine, sie guckt erst zu mir, dann auf den Pflanzensprüher in meiner Hand und geht Timo begrüßen wie es sich gehört.

Gut, ein Hund weniger den sie umbringen will.  

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24. März 2012 6 24 /03 /März /2012 08:13

Wir sind zur Abwechslung mal in einem anderen Gebiet spazieren gegangen. Gaskopf findet es toll. So viele Markierungen! Alles Neu! Was man als Hund so alles aus ein bisschen Pipi herauslesen kann. Wann lief der andere Hund vorbei? Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, gegenwärtige Stimmungslage. Genau genommen, kann man als Halter gar nicht beurteilen, ob sich Hunde schon kennen oder nicht. Vielleicht haben sie sich ja schon oft gerochen.

 

Da kreuzt ein Boxer unseren Weg. Sein Herrchen identifiziere ich als wild mit den Armen wedelndes Männchen am Horizont. Macht nichts. Der Boxer ist ein Rüde also kein Problem. Gaskopf spielt mit ihm. Und wie! Ein super Renn und Raufspiel.

 

Und wie das Herrchen vom Boxer plötzlich rennen kann! Und plärren kann der! HIER! HIER! Nur dummerweise rauscht seinem Hund der Fahrtwind so in den Ohren, er kann anscheinend gar nichts hören.

 

Ganz blöd ist aber die Nase des Boxers. Er kann nicht soviel Sauerstoff aufnehmen wie er nötig hätte und klappt mitten im Lauf ein. Es hat ihn nicht wirklich umgehauen, nur hat er eine Pause plötzlich dringend nötig. Gaskopf bleibt stehen und hat ein Fragezeichen im Gesicht. Wie das war schon alles? Mit ihren Vorderbeinen tupft sie den Hintern des Boxers an aber alles Auffordern hilft nichts mehr. Der Boxer ist k.o.

 

Dann hat uns das Herrchen des Boxers endlich erreicht und erinnert mich mit seiner Schnappatmung doch sehr an seinen Hund. Als er wieder schnaufen kann, bekomme ich was zu hören.  Was mir einfällt seinen Hund kaputt zu machen. Was ich mir einbilde, meinen Hund so schnell laufen zu lassen und überhaupt ist mein Hund nicht sozialisiert. Sonst würde er wohl merken, wann sein Hund nicht mehr kann.  Wie bitte!? Was kann ich denn dafür? Dann soll der Blödmann halt seinen Hund zurückrufen, gleich an der Leine lassen oder ihm eine Sauerstoffmaske kaufen. Was kann Gaskopf dafür, dass sie einer solchen Lusche von Hund begegnet? Ganz richtig im Kopf kann der Boxer auch nicht sein, wenn er nicht merkt wann er nicht mehr kann.

Der Wortwechsel hätte noch weiter ausarten können aber der keuchende Mann nimmt seinen keuchenden Hund an die Leine und schleift sich und ihn von dannen.

 

 

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19. März 2012 1 19 /03 /März /2012 16:55

Ja, ich bin neidisch. Neidisch auf die Besitzer von braven Hunden. Meistens sind dies noch edle Tiere einer edlen Rasse. Wie der Golden Retriever aus der Nachbarschaft. Ein toller Hund mit flauschigem, fast weißem Fell. „Bubi“ ist immer freundlich, sauber und hat gute Manieren. Im Garten jedenfalls.

Niemals würde er auf die Idee kommen sich unter der Thujahecke eine Schlafkuhle zu graben oder die Himbeeren von den Sträuchern zu fressen. Niemals würde er einen Hund verhauen, nur weil der zufällig das gleiche Geschlecht hat und etwas doof guckt.

 

Begegne ich mit Gaskopf allerdings draußen Bubi und seinem Herrchen wandelt sich mein Neid in Unverständnis. Bubi ist draußen nicht zu halten. Deshalb ist er auch nie an der Leine. Herrchen von Bubi folgt Bubi brav. Manchmal hat Bubi sein Herrchen aber schon verloren. Macht nix, Gaskopf und Bubi mögen sich. Dann warten wir eben auf sein Herrchen und mein Unverständnis wandelt sich wieder in Neid. Ein solcher Hund kann sich fast alles erlauben. Golden Retriever haben eben einen guten Ruf. Ist ein schwarzer Hund alleine unterwegs, sieht die Sache anders aus. UhUhUh! Ordnungsamt! Polizei! Nationalgarde! Homeland Security!

 

Jogger finden Bubi selbst dann nicht wirklich bedrohlich, wenn er frei läuft. Gaskopf läuft bei Fuß und ich werde trotzdem angeraunzt: „Nehmen Sie gefälligst Ihren Hund an die Leine!“ Warum? Weil die Farbe ihres Fells so finster aussieht?

 

Selbst bei mir gehorcht der Gaskopf draußen besser als Bubi. Meinen Besitzer von grundsätzlich braven Hunden sie müssten ihre Hunde nicht erziehen? Wenn man so einen einfachen, lieben Hund ohne wirklichen Jagdtrieb hat sollte man dann nicht dankbar sein? 

Man müsste doch gar nicht viel machen. Etwas Beschäftigung und Bewegung und die Sache wäre erledigt. Warum tut das dann der Besitzer nicht? Hätte Bubi das Trainingspensum von Gaskopf genossen, würde er zwei Fremdsprachen sprechen.

 

Manchmal werde ich auch wütend. Wenn Besitzer von Rassehunden arrogant reagieren: „Was ist den das für eine Rasse? Ach, ein nur ein Mischling. Nein, also mit Mischlingen spielt mein Hund ja gar nicht gern.“ Ach ja? Sieht aber gerade anders aus. Witzig wird’s dann, wenn der tolle Rassehund so gar nicht mehr zu seinem Frauchen kommen will. Dann verfliegt mein Neid wieder ganz schnell. Für Geld kann man dann doch keinen Grundgehorsam kaufen.

 

Ich habe schon Rassen erfunden. Manche Menschen wollen einfach angelogen werden. Gibt ja genug Modemischungen. Puggle, Labradoodle und wie sie alle heißen. Wie wär es statt Husky-Schäferhund-Mischling mit „Schusky“? Oder noch besser: Wir haben einen „Nordic Shepherd“ oder „Arctic Shepherd“ Ändert das was? Und wie! Manche Leute brauchen anscheinend sogar Hunde als Statussymbol. Ach, diese Rasse kennen Sie gar nicht? Tja, man kann ja nicht überall Experte sein. Unsere Hündin ist eine ganz neue Züchtung. Sehr edel und sehr exklusiv.

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13. März 2012 2 13 /03 /März /2012 19:31

Es gibt Momente im Leben eines Hundehalters, da sollte man einfach die Fresse halten und so tun als wäre nichts gewesen. Wenn nichts Großes passiert ist jedenfalls. Das ist besser als ehrlich sein und wegen dem Hund furchtbare Prügel beziehen.

 

Wir treffen auf der Hundewiese eine junge Frau mit Buggy. Ihr Kind sitz darin, knabbert an einem Stück Brezel und ihr Hund läuft neben dran.

Gaskopf freut sich und der andere Hund namens Jack freut sich auch. Gut, lassen wir die Hunde spielen. Ein wildes Jagdspiel ist im Gange als Jack plötzlich humpelt.

Junge Mutter: Oh mein Gott, was hat Jack nur?

 

Jack kommt humpelnd zurück. Gaskopf trollt sich auch zu uns. Die junge Frau ist kurz abgelenkt und schaut nach ihrem Hund. Ich beuge mich auch hinunter und schaue mit. Wir stehen keinen Meter neben dem Buggy und begutachten Jack´s Pfote.

 

Unsere Hündin hat die Brezel in den Händen des kleinen Jungen schon zu Beginn bemerkt. Wie kommt man nur als Hund da ran? Einfach einem Kind das Essen wegnehmen gibt furchtbaren Ärger!

Als wir alle abgelenkt sind nutzt Gaskopf den Augenblick und schleckt dem kleinen Jungen übers Gesicht. Dieser lässt daraufhin seine Brezel auf den Boden fallen und hält sich die Hände vors Gesicht. Gaskopf hat ihr Erfolgserlebnis. Die Brezel wurde vom Besitzer aufgegeben und kann nun gefressen werden.  Ich sehe das Ganze aus dem Augenwinkel und kann nichts mehr machen. Die Brezel ist schon im Hundemaul verschwunden. Und ganz ehrlich, ich war zu überrasch, zu langsam und dann auch zu feige. Die Löwenmütter kommen mir in den Sinn. Sie verteidigen ihren Nachwuchs gnadenlos. Was diese Frau mit uns macht will ich nicht herausfinden. In Gedanken sehe ich mich schon erschlagen neben dem erschlagenen Gaskopf im Graben liegen.

 

Jack hat sich wohl nur den Lauf vertreten. Die junge Mutter steht wieder auf und sieht nach ihrem Kind: "Sag mal,  Julian, hast du deine Brezel schon gegessen? " Julian guckt etwas verzweifelt auf seine leeren Hände und kann zu meinem Glück noch nicht sprechen.

 

Ja, Julian hat seine Brezel schon gegessen. Das kläre ich auch nicht auf. Das Kauen von Gaskopf bemerkt die junge Frau zum Glück nicht. Gaskopf guckt auch völlig unbeteiligt in eine ganz andere Richtung. Was hätte ich auch sagen sollen? „Entschuldigung“ oder „Macht nichts, diese Hündin ist frisch geimpft und entwurmt?“  oder „Das hat sie ja noch nie gemacht.“ Es gibt Dinge, die kann man nicht erklären.

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  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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