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10. März 2012 6 10 /03 /März /2012 22:59

                                              

Es ist richtig, wir haben einen ehemaligen Straßenhund aus Griechenland. Es ist auch richtig, dieser Hund wurde nicht immer gut behandelt, vielleicht sogar gequält. Richtig ist aber auch, dass der Gaskopf das Meiste wohl schon vergessen hat. Die negativen Erfahrungen wurden durch positive überdeckt. Oder, meine Vermutung, sie hat gelernt diese Tatsache schamlos für sich auszunutzen.

 

Wir gehen im Fressnapf einkaufen. Das Disneyland für Hunde. Dort treffen wir immer wieder Damen, die sich für den Gaskopf interessieren.

Dame: "Ach was für ein süßer Hund!"

Süß!? Na ja. Sie ist schwarz, bei 56 cm Schulerhöhe mittlerweile 30 kg auf den Rippen,  hat kurzes borstiges Fell, der Schlamm vom Spaziergang hängt noch im Bauchfell und ihre Nase krönt eine Schlammkruste vom Mäusebuddeln. Was zum Teufel ist an diesem Hund süß?

Dame: "Wieso fehlt ihr das Ohr?"

Ich: "In Griechenland geblieben. Hat jemand abgeschnitten "

Dame: "Oh mein Gott, Leute gibt es!"

 

Und jetzt beginnt der oscarreife Auftritt unseres Hundes! Klappe und Action!

 

Gaskopf nimmt ihre stolz getragene Sichelrute runter, setzt sich langsam hin und guckt bedrückt auf den Boden. Oh, was für ein geprügelter Hund! Dann kommt ein lautes Säuftzen. Ja nicht zu leise! Die Dame darf es nicht überhören! Jetzt nimmt Gaskopf ihren Kopf hoch und schaut die Frau an. Dabei klappt sie ihre 1,3 Ohren nach hinten und zieht ihre Wangen ein. Die großen, traurigen, honigfarbenen Augen formen einen Hundeblick, der ganze Gletscher zum Schmelzen bringen könnte. Wenn man Gaskopf jetzt ins Gesicht blickt, sieht man dann einen armen, geprügelten und verhungernden Hund. Ihre Wampe übersieht man dabei gern.

Das löst sofortiges Gequietsche von der Dame aus: "Oh mein Gott ist die Süüüüüüß! Ach hat sie tolle Augen!"

Gaskopf: Ja, ich bin süß, ich hab tolle Augen, FÜTTERE MICH!

Ich(denke mir): Das gibt’s doch nicht! Was für eine berechnendes Mistvieh!

 

Natürlich wird Gaskopf gefüttert. Ich könnte auch nicht Nein sagen. Das würde sofortige Aggressionen seitens der Dame gegen mich hervorrufen. Die Dame kramt in den Taschen und verteilt Leckerlis. Sie muss dem Drang widerstehen die ganze Leckerlibar noch zusätzlich zu kaufen. Und ich  kann schon froh sein, wenn nicht sofort ein Rollkommando von  PETA auftaucht und diesen Hund aus schlechter Haltung befreit.

 

Ist die Dame weg wird die Show beendet. Gaskopf steht auf, nimmt ihre Sichelrute wieder hoch, setzt ihr Husky-Lachen auf und guckt mich stolz an. Das war toll Frauchen! Oder?

 

Ja, besser als einem Kleinkind die Brezel klauen.

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9. März 2012 5 09 /03 /März /2012 12:32

Ein freundlicher, älterer Nachbar hat eine freundliche, junge Deutsche Schäferhündin. Beide haben wir heute auf der kurzen Gassi-Runde getroffen. Das ist wirklich mal ein hübscher Schäferhund! Wie ein solcher Hund nur so nett gucken kann!

 

Das Vieh ist aber kein Schäferhund sondern eine arme Sau. Sie hat im Alter von 2 Jahren schon HD im Endstadium. Wie kann das sein? Überzüchtung? Inzucht? Keine Ahnung. Ihr Rücken verläuft schon arg bergab und die Hinterbeine sind seltsam abgewinkelt  Machen kann man anscheinend nichts. Eine OP würde ihrer Hüfte nicht helfen. Der Nachbar füttert jetzt schon Tabletten. Wie soll das Weitergehen?

 

Jetzt bin ich wieder froh um unseren Mischling. Der Schäferhund schlägt beim Gaskopf nicht durch. Klar, Krankheiten können immer auftauchen, aber HD als Erbkrankheit ist höchst wahrscheinlich nicht dabei. Der Siberian Husky hat auch seine Erbkrankheiten. Wie anscheinend alle Rassehunde. Sind Mischlinge gesünder? Ich weiß es nicht. Der Gaskopf jedenfalls hat bis auf Entwurmung und Impfung noch keine Tierarztkosten verursacht. Ich hoffe jedenfalls, dass mir der Gaskopf noch gute zehn Jahre auf die Nerven gehen wird. Ansonsten wäre ich doch sehr enttäuscht.

 

Schäferhunde sollten doch eigentlich stolze, kräftige Hunde sein. Helfer von Polizei und Zoll. Helden, die Bösewichter zur Strecke bringen oder Verschüttete retten. Kommissar Rex fand ich im TV immer super. Besonders wenn er Wurstsemmeln geklaut hat.

 

Ich finde es sehr traurig, dass die Tage dieser Schäferhündin sind jetzt schon gezählt sind. Und das im Alter von 2 Jahren! Dabei ist sie doch so lieb und verspielt. Der Nachbar wartet jetzt schon auf den Zeitpunkt, an dem Einschläfern das Einzige ist was er für das Tier noch tun kann.

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8. März 2012 4 08 /03 /März /2012 13:34

Die Dicke

Meine 25 Jahre alte Haflinger-Stute, stur, frech, Chefin der Herde, im Gelände eine Lebensversicherung, trittsicher, nicht aus der Ruhe zu bringen, Hundehasserin.

Sie war auch eine Ausbrecherköningin. Beim Nachbarn stand saftiges Grün unter den Apfelbäumen. Wie hätte die Dicke da in der Koppel bleiben sollen? Den Stromzaun einfach einreißen? Nein! Die Zaunabschnitte, bei denen wenig Strom in den Bändern fließt,  hat sie immer gefunden und  ist dann einfach durch die Bänder geklettert. Die anderen Pferde konnten ihr nur neidisch beim Fressen zuschauen. Dieses Pferdchen habe ich sehr geliebt. Einen langen, ruhigen Lebensabend hätte ich ihr so gerne gegönnt. Aber leider kam es anders. Sie hat jetzt ihren letzten Herrn gefunden.

 

 

Die Dicke ließ sich von nichts stören. Motorsägen, Mähdrescher und tobende Kinder haben ihr nur ein Gähnen entlockt. Ein Hund auf der Pferdekoppel konnte sie aber sehr schnell die Fassung verlieren lassen. Was mach dieser Wolf in der Nähe ihrer Herde? Na, das haben wir gleich!

Ein Angriff auf einen Hund war immer äußerst ernst und sehr beeindruckend. Mehr als eine halbe Tonne Lebendgewicht, die mit tiefem Hals, angelegten Ohren und weit aufgerissenen Maul auf einen friedlich  pferdeäpfelfressenden Schäferhund zustürmen. Zum Zuschlagen hat sie sich nicht mal umgedreht. Sie hat mit den Vorderbeinen ausgeholt. Die Hunde waren zum Glück immer schneller und machten danach lange einen großen Bogen um die Pferdekoppel.

Hundebesitzer: „Das ist aber ein gemeingefährliches Tier!“

Ich: „Was hat Ihr Hund auf der Koppel verloren?“

Diskussion beendet.

Der Stallhund Timo ist schlau. Er betritt die Koppel heute noch nicht.

 

Dann hatten wir plötzlich selber einen Hund. Kein Problem. Den Hund binde ich einfach in sicherer Entfernung an, dann kann ich in Ruhe die Pferde auf die Koppel führen. Soweit die Theorie. Also, die Leine am Geschirr festmachen und Gaskopf anbinden. Die erste Box auf, und mit Pferd in Richtung Koppel laufen.

Da hör ich neben mir ein „WAUU!“ Kein Bellen, sondern wie ein von Menschen gesprochenes Wau! Ein Vorwurf liegt darin: „Wieso nimmst du mich nicht mit?“ Gaskopf läuft neben mir. Sie hat sich das Geschirr ausgezogen. Macht noch nix. Dieses Pferd ist friedlich. Gut. Jetzt mache ich die Leine an Geschirr und Halsband gleichzeitig fest und die Leine verläuft um einen Balken.

Nächstes friedliches Pferd aus der Box holen. Auf dem halben Weg zur Koppel taucht der Gaskopf wieder neben mir auf. Dieses Mal ohne Geschirr und ohne Halsband. Die baumeln mit Leine noch am Balken. Wie macht sie das nur?

Dann wird es allerdings kritisch. Die Dicke ist dran. Jetzt darf Gaskopf nicht neben mir auftauchen, also sperre ich sie eben ins Auto. Der Gaskopf guckt zwar empört aber Vorsicht ist besser als toter Hund. Ins Auto einsperren kann ich Gaskopf aber nicht im Hochsommer! Was mach ich nur?

 

Ein neues Halsband muss her. Ein Stoffding, dass sich bei Fluchtversuchen ein kleines Stück zuzieht. Ich weiß bis heute nicht den Fachausdruck. Damit kann man auch Madame Hundini sicher anbinden.

 

Im Geschäft habe ich dummerweise nach einem „Würgehalsband“ gefragt. Die Blicke der Verkäuferin kann man sich kaum vorstellen. Erst zum Gaskopf, die gerade wieder ihren berühmten Hundeblick aufsetzte. Dieses spezielle Gesicht bringt wildfremde Menschen dazu, den Gaskopf füttern zu wollen. 

Dann schaut die Verkäuferin böse zu mir. Der Blick ist deutlich: „TIERQUÄLER!“ Die Dame holte ein Kettenhalsband und ein Halsband mit Stacheldingern dran hervor und ihr Blick wurde daraufhin erst richtig finster. Bevor eine Menschenmeute mit brennenden Fackeln und Mistgabeln auftaucht, versuche ich die Situation zu erklären. Ich bin kein Tierquäler! Ich will doch nur diesen Hund sicher anbinden!

 

 

 

 

 

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7. März 2012 3 07 /03 /März /2012 12:54

Beim Spazierengehen mit dem Gaskopf  begegnen ich etwas außerhalb vom Dorf einer netten Nachbarin mit ihrem Hund. Die Dame ist wirklich nett. Sie ist immer gut angezogen, gepflegt und immer geschminkt. Wie man es schafft, mit einem Hund spazieren zu gehen und dabei sauber zu bleiben, ist mir ein Rätsel.

Ihr Hund ist von edler Abstammung. Ein schokobrauner Labrador aus gutem Hause und mit berühmten Vorfahren in der Ahnentafel. Das hat „Max“ aber nichts genutzt. Kastriert ist er trotzdem.

Wir haben beide unsere Hunde an der Leine und begrüßen uns kurz. Dann beschließen wir die Hunde laufen zu lassen.

Max und Gaskopf will ich noch schnell ein Leckerli geben. Die Dame geht aber dazwischen.

Nachbarin: "Nein, das geht so nicht. Max ist Ranghöher, weil er älter ist. Das könnte er übel nehmen. Wenn ein ranghöherer Hund dabei ist, darf man keine Leckerlis geben."

Ich: "Ist in Ordnung."

Ob das mit der Rangordnung ganz so stimmt, wie die nette Dame vermutet, denke ich mir. Sie kennt wohl unseren Gaskopf nicht.

Die Leckerlis stecke ich wieder in die Tasche, die Hunde schauen mich enttäuscht an. Dann recken beide Hunde ihre Hintern in die Luft, die typische Spielaufforderung und laufen los. Unsere Hündin haut Max mit den Vorderpfoten erstmal gegen die Schultern, rempelt ihn mit der Brust an und Max purzelt auf die Seite. Max rappelt sich auf und ein wildes Jagdspiel ist im Gange. Max voraus, Gaskopf hinterher.

Ich beobachte die Szene und plaudere etwas mit der Nachbarin.

Mitten im Rennen bremst unsere Hündin. Sie hat auf der Wiese wohl was gefunden. Max will sich das ansehen, wird aber sofort mit deutlicher Körpersprache auf Abstand gehalten. Die Schnauze unserer Hündin zeigt auf das Ding in der Wiese, gefolgt von einem kurzen Zähneblecken.

Das war deutlich: DAS DING GEHÖRT MIR, VERPISS DICH!

Max ist schlau und  geht auf Abstand. Von wegen, Max ist Ranghöher, denke ich mir.

Nachbarin: Was ist da los?

Ich: Beata hat was gefunden. „BEATA!, BRING!“

Apportieren kann der Gaskopf ja.

Hoffentlich ist es nur ein Stock, Bitte ,Oh Herr!, lass es ein Stöckchen sein, denke ich mir. Gaskopf bringt mir tatsächlich ihre Beute. Sie legt mir ein altes, halbverwestes Rehbein vor die Füße. IGITT!

 

Die Nachbarin ist etwas angewidert und ruft ihren Hund.

Nachbarin: "Na, ich muss dann auch weiter."

Warum findet unser Hund immer zielsicher Aas? Wieso machen das niemals die edlen Rassehunde?  Gaskopf vergisst auch keinen Fundort wieder. Noch nach Wochen wüsste sie, wo das Rehbein liegt und würde es wieder hervorholen. Also packe ich das eklige Ding in einen Plastiktüte und werfe es in den nächsten Mülleimer.

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6. März 2012 2 06 /03 /März /2012 23:06

Eine Bürde für den Hundehalter. Eine Gefahr für Mäuse, Enten, Hühner, Katzen, Automarder, Füchse, Rehe, Schafe, Hasen, Jogger und Radfahrer. Ein rotes Tuch für Jäger und Förster. In der zivilisierten Welt-ein riesiges Problem! Bei uns in der Pampa – ein noch größeres Problem!

Hier kann man vom Balkon aus als Hund schon mal abchecken, was denn heute wohl Jagbares unterwegs ist. Gaskopf steht auf dem Balkon und der Wind trägt ihr wichtige Informationen zu. Nase in die Luft und schon hängt sie am Datenstrom: „Ah! Nachbarkatze dreht ihre Runde. Mmm, Rehlein, Jahrgang 2011, 150 m entfernt. Oh!, Nachbars Hoppelhäschen sind im Garten. Ein Hauch von Feldhase liegt auch noch  in der Luft. Na dann Frauchen, gehen wir mal Spazieren!“

Na ja, Jogger und Radfahrer kennt der Gaskopf. Die lässt sie in Ruhe. An Rehe traut sie sich nicht ran, die sind ihr zu groß. Hinterher rennt sie trotzdem! Füchse, Katzen und Marder sind wehrhaft. Erschrecken macht trotzdem Spaß. Aber sonst?

 

Manche Leute glauben wirklich ihr Hund würde niemals einem anderen Lebewesen etwas zuleide tun. Das glauben diese netten Leute auch noch, wenn sie ihrem Nachbarn schon zwei Hühner bezahlt haben. Dieser Illusion habe ich mich nie hingegeben.

 

Aus dem Internet: „Der Körper des Hundes schüttet bei der Jagd Endorphine aus. Hat der Hund einmal die Erfahrung gemacht, will er sie immer wieder machen.“

Toll, Gaskopf ist ein Drogenjunkie! Wie in aller Welt setzt man einen Hund auf Entzug?

 

Also, Gaskopf bleibt an der Leine. Das macht doch keinen Spaß! Wieso haben wir einen Hund, wenn man den nicht laufen lassen kann? Ich kaufe mir wieder ein schlaues Buch. Immer wieder. Irgendwie bringt keines den Durchbruch. Mittlerweile habe ich 12Stück schlaue Hundebücher von schlauen Hundemenschen im Regal.  Eigentlich gibt’s hier keine Tipps. Nur soviel: „Antijagdtraining“ von Ullrich/Gröning.

Dieses Buch zu lesen war so, als hätte mir ein Arzt endlich die richtige Medizin verschrieben: „Ich spür´s, es wirkt! Zwei, drei Pillen noch und ich bin die Schmerzen endlich los!“

 

Ein jagender Hund ist nur leider wie eine chronische Krankheit. Die Symptome tauchen immer wieder auf.

 

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4. März 2012 7 04 /03 /März /2012 06:16

Schleppleine

Leine von unterschiedlicher Länge, die mittels Geschirr am Hund befestigt wird. Man soll so tun, als ob der Hund frei wäre. Die Schleppleine ist nur zum Verhindern des Weglaufens da.

 

Angeln mit Schleppleine

Es wird friedlich und fröhlich im Wald dahinspaziert. Gaskopf schnuppert am Boden und trabt so vor sich hin. WUUSCH! Der Gaskopf ist plötzlich weg. Stattdessen hänge ich an der gespannten Schleppleine. Die Leine führt mitten ins Gebüsch. Wie ein Angler ziehe ich zurüc, unsere Hündin zieht nach vorne und tobt. Den Hintern vom flüchtenden Reh sehe ich noch. Rückruf funktioniert nicht. Bevor sie sich wieder das Geschirr auszieht, klettere ich entlang der Leine ins Unterholz und hole Gaskopf raus.

Pirouetten drehen mit Schleppleine

Wir gehen auf einem Wiesenweg spazieren. In 200m Entfernung tauchen Rehe auf. Gaskopf startet durch. Ganz blöd war, dass ich nicht richtig aufgepasst habe und die Schleppleine von meiner rechten Hand aus hinter mir nach vorne verläuft. Die Leine spannt sich und ich bekomme Drall wie ein Brummkreisel. 30 kg Hund, die 15m Leine haben um Schwung zu holen, geben einen gewaltigen Ruck. Ich drehe eine formvollendete Pirouette und schlage nach einer vollen Umdrehung der Länge nach rücklings in der Wiese ein. Danach gibt’s noch mal einen Ruck, mein rechter Arm wird überstreckt. Die Leine hab ich aber nicht losgelassen!

Schulter verrenken mit Schleppleine

Feldhasen kann man nicht sehen. Plötzlich starten sie nur drei Meter vor einem durch und Gaskopf hinterher. Ich hab einen Griff aus einem Buch ausprobiert, bei dem man angeblich die Schleppleine besser halten kann. Dabei verläuft die Leine hinter Arm und Schulter und dann nach vorne. Die Schmerzen in Schulter und im Arm vergingen den ganzen Tag nicht.

 

Abhauen trotz Schleppleine

Wenn das Training weit genug fortgeschritten ist, kann man dazu übergehen die Schleppleine schleifen zu lassen. Falls der Hund mal durchstartet, tritt man einfach drauf. Nette Theorie. Die davonzischende Leine habe ich mit meinem Fuß noch erwischt. Allerdings surrte die dünne Nylonleine unter meinem Schuh durch und „Ping“ war sie weg. Danach habe ich Knoten die Schleppleine gemacht.

 

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3. März 2012 6 03 /03 /März /2012 05:08

Claudia:

Hundetrainerin, spezialisiert auf „Nordische Hunde“, sehr nette Person, hat früher noch im Tierheim gearbeitet, wurde mir von dort auch empfohlen

Birgit:

War damals die Co-Trainerin von Claudia, spezialisiert auf „Jagende Hunde“, ältere Dame, biestig, schnippisch, fordernd, mochte ich bei der ersten Begegnung schon nicht, trainiert auch nicht mehr an unserer Hundeschule

 

Wenn mir langweilig ist, fällt mir nur Blödsinn ein. Das haben ich und der Gaskopf gemeinsam. Im der Glotze lieg eine Reportage über die Bundeswehr. Da krochen Soldaten unter Stacheldraht durch. Wieso sollte der Hund nicht auch so „robben“ können?, dachte ich mir. Also habe ich ihr das beigebracht und fand es lustig. Der Gaskopf fand es auch lustig und kann jetzt auf Kommando durch die Wohnung kriechen.

Hunde sind wie  Kinder. Sie vergessen Blödsinn nie wieder.

 

Hundeschule:

Telefonisch habe ich sehr, sehr bald nach dem Einzug des Gaskopfes einen Termin bei der Hundeschule gemacht. Claudia klang am Telefon sehr nett. Sie hat mir versichert, Leinenaggression bekommt man weg und Alleinbleiben kann der Gaskopf auch lernen. Sehr beruhigend.

Am  Samstag nach dem Gespräch hatten wir also den Kennenlern-Termin. Eine Schleppleine sollten wir mitbringen.

Wir gehen  erstmal alle Spazieren.

Birgit war nicht gerade begeistert von unserem Gaskopf.

Birgit: „Oh! Ein Husky-Mix! Oh! Ein Straßenhund! DER geht bestimmt jagen!“

Ich: „Was ist das für ein Mix? Ob SIE jagen geht, weiß ich nicht.“

Mein Freund: „So etwas mach die Maus bestimmt nicht!“

Birgit(mit abfälligem Blick zu uns): „Das ist ein Husky-Mix, das sieht man doch! Und Jagdtrieb hat DER bestimmt!“

Claudia hält sich im Hintergrund und schweigt.

Dann nimmt mir Birgit die Schleppleine weg und testet unseren Hund. „Sitz!“ und „Platz!“

Weitere Kommandos kennt unsere Hündin noch nicht.  Dann soll der Gaskopf „BLEIBEN!“. Sie weiß aber nicht, was sie machen soll. Wenn Birgit einen Schritt zurück macht, hoppelt Gaskopf nach. Voller Verzweiflung- der Gaskopf will unbedingt noch ein Leckerli haben- spult sie alles ab, was sie kennt. Hinsetzten, Hinlegen, wieder Hinsetzten, wieder Hinlegen und dann kriecht sie auf Birgit zu. Dabei setzt der Gaskopf ihr Husky-Lachen auf und denkt sich: „Jetzt endlich krieg ich aber was!“

Das löst einen Orkan der Entrüstung aus!

Birgit: „Oh mein Gott! Ein jagdlich geführter Hund! EXTREME UNTERWERFUNG! UNTERORDNUNG! Das kriegt man nie wieder in den Griff!  DEN wird man nie von der Leine lassen können! Das wird man nicht schaffen!“(Schaut mich wieder abfällig dabei an)

 

Mein Freund und ich schauen uns an. Ich zucke kurz mit der Schulter. Claudia schmunzelt.

 

Gaskopf steht wieder auf, schüttelt sich und guckt uns fragend an: „Was hat DIE denn?“

Na,  Ahnung anscheinend auch nicht wirklich, denke ich mir und schaue Gaskopf an. Sie säufzt kurz, hat mich wohl verstanden und geht erstmal einen Baum anschnuppern.

Birgit: „DAS darf DER auch nicht mehr!“ (Zieht dabei Gaskopf an der Schleppleine zurück)

Gaskopf: Dreht sich um und denkt sich „HÄ? Was soll das?“

Birgit: „SOFORT den Hund von allen Spuren wegholen!“

Ich(denke mir): Toll, wie soll ich das machen, kann ich riechen wie ein Hund? Weiß ich was sie schnuppert? Soll jetzt ein Hund gar nicht mehr am Boden riechen? Für was hat dann ein Hund seine Nase?

Birgit läuft mit unserer Hündin an der Leine weiter und zieht immer wieder den Gaskopf von Spuren weg. Woher sie wissen will, was der Hund riecht, erklärt sie mir nicht.

Das Urteil von Birgit lautet auch schnell auf: Schwer erziehbarer Hund, ist auf gar keinen Fall zu unterschätzen, braucht äußerst konsequente Erziehung und ist dominant. Was jetzt? Unterwürfig oder dominant? Oder geht beides gleichzeitig?

Das Meckern dieser Frau macht mich sehr, sehr schnell sehr sauer. Wir gehen zurück zum Hundeplatz und Birgit muss zum Glück nach Hause zu ihren Hunden.

 

Ich muss ganz ehrlich sagen, Claudia hat die Sache rausgerissen. Sie meinte, Hunde dürfen schnuppern und bald kann Gaskopf auch ohne Leine laufen. So schlimm ist unsere Hündin dann auch wieder nicht.

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1. März 2012 4 01 /03 /März /2012 11:56

Also haben wir geübt. Zum Tierarzt fahren, Hund mit Käse bestechen, ins Wartezimmer setzen, Hund mit Käse bestechen, nach links laufen zur Tür vom Behandlungszimmer, Hund mit Käse bestechen, umdrehen, sich vom Hund aus der Praxis schleifen lassen, nach Hause fahren.

Nach täglich üben, eine Woche lang,  schaffen wir es ohne Kampf ins Behandlungszimmer und dort drehen wir eine Runde um den Behandlungstisch. Ja, das wäre geschafft, denke ich mir und mache einen zweiten, letzten Termin nach der Vermittlung aus.

Bis in das Behandlungszimmer schaffen wir es dieses Mal.

Der Tierarzt: „Zum Untersuchen muss der Hund auf den Tisch, warten Sie,  ich helfe ihnen."

Ich soll den Hund vorne hochheben, also nehme ich Gaskopf unter den Schultern, der Tierarzt greift hinten an der Hüfte zu.

Ist auch klar, der Hintern eines Hundes beißt nicht.

Gaskopf denkt sich aber: "Auf diesen Tisch kriegen mich keine zehn Pferde und auch keine Käsewürfel!" Als sie merkt, wo es hingehen soll, reagiert sie blitzschnell. Weil sonst keine Möglichkeit besteht sich festzuhalten, macht sie das an meinem rechten Bein. Mit ihren Vorderbeinen umschlingt sie wie eine Gottesanbeterin fest meinen Unterschenkel und mit ihrem Fang hält sie sich direkt über meinem Knöchel fest. Sie beißt nicht zu. Ihre Kiefer packen nur so weit zu, wie sie festen Halt bekommt. Ich glaub es nicht!

Weil die Hochhebeaktion schon im Gange ist und mir ein Hund am rechten Bein hängt, stelle ich mich aufs linke Bein. Gleichzeitig mit meinen Armen hebe ich den Hund mit dem rechten Bein an. Weil ich zur Abwechslung mal hohe Schuhe trage, wird das Ganze zur Balanceübung.

Das muss bescheuert aussehen. Eine Frau in schwarzer Stoffhose, hellblauer Bluse und Stöckelschuhen balanciert auf einem Bein, weil an dem anderen Bein ein Hund hängt.

Bei der Aktion verrenke ich mir auch noch die Hüfte.

Ich: "Au!"

Tierarzt(mit großen Augen, lässt Gaskopf los): "Hat Sie der Hund jetzt gebissen !!?"

Ich: "Nein, die Hüfte hab ich mir verrenkt."

Gaskopf: Denkt sich, „ihr könnt mich mal!“ und startet einen Fluchtversuch

Ich: Erwisch den Hund noch und halte sie an den Schultern fest, so bleibt sie wenigstens auf dem Behandlungstisch stehen.

Der Tierarzt guckt uns entsetzt an.

Tierarzt: „Halten Sie den Kopf dieses Hundes bloß fest!“

Der Tierarzt fängt an Gaskopf vorsichtigst zu untersuchen. Hat der Tierarzt Angst vor Hunden? Gaskopf hat ja nicht geknurrt. So schlimm ist unsere Hündin nun auch wieder nicht.

Alles in Ordnung. Der Hund darf vom Tisch und der Tierarzt will wohl doch noch freundlich sein und bietet dem Gaskopf Leckerlis an. Sie nimmt sie auch ins Maul und spuck die Brocken dem Tierarzt sofort wieder vor die Füße. Dabei schaut sie den Tierarzt herausfordern an.

Tierarzt: „Na, wählerisch ist DER auch noch.“

Mir war schon aufgefallen, dass in der Praxis fast nur Katzenfotos hängen. Tafeln mit Katzenrassen und der Anatomie von Katzen. Gedacht habe ich mir dabei nichts. Dieser Tierarzt arbeitet ehrenamtlich für das Tierheim, ist aber Katzenmensch und, wie ich später erfahren habe, Spezialist für Katzen.

Ein Hund der Tierärzte nicht mag reicht. Ich muss nicht auch noch einen Tierarzt haben, der Hunde nicht mag.

 

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29. Februar 2012 3 29 /02 /Februar /2012 13:32

Wir müssen zum Tierarzt zur  Untersuchung nach der Vermittlung. Der Tierarzt arbeitet auch ehrenamtlich für das Tierheim. Weil der Herr Hundebesitzer keine Zeit hat, packe ich Gaskopf ins Auto und fahre hin. Meine Geheimwaffe stecke ich in die  Jackentasche. Eine kleine Tüte mit Käsewürfeln.

Im Wartezimmer sind keine Hunde. Nur Menschen mit Transportboxen. Darin befinden sich Katzen. Gaskopf beachtet sie nicht und liegt ruhig da. Nur ihre Augen wandern hektisch durch den Raum und immer wieder hin zur Tür. Sie kommt mir vor wie ein Gefangener, der eine Fluchtmöglichkeit sucht.

Wir werden aufgerufen und sollen ins Behandlungszimmer kommen.  Rechts vom Wartezimmer liegt der Ausgang, links ist das Behandlungszimmer. Gaskopf will nach rechts. Na, was ist denn da los?, denke ich mir und will nach links und schon hat der Kampf begonnen. Der Gaskopf bäumt sich auf wie ein Pferd, wirft sich rückwärts in die Leine, landet wieder auf den Beinen und zieht ruckartig ein paar Mal rückwärts. Dabei nimmt sie die Vorderbeine zusammen und streckt ihren Körper unten. Schwubs. Der Hund hat sich das Geschirr ausgezogen und ich stehe mit Hundeleine an der ein Geschirr baumelt aber ohne Hund auf dem Flur. Ich bin baff. Die erste Runde hat Gaskopf gewonnen. Komplett flüchten kann sie nicht, die Türen sind zum Glück zu. Sie steht da, schaut mich an, hechelt und hat die Rute eingeklemmt. Na toll! Sie hat Angst vor dem Tierarzt.

Jetzt muss ich schnell sein, bevor sie auf die Idee kommt die Türen aufzumachen. Ich greife in meine Jackentasche, hole die Tüte mit Käsewürfeln raus und gehe erstmal in die Hocke. Das animiert sie dazu, zu mir zu kommen.  Die Leine mache ich schnell am Halsband fest und locke sie mit Käse zum Behandlungszimmer. Bis zur Tür funktioniert meine Masche. Dann ist es vorbei.

Gaskopf stemmt ihre Beine in den PVC-Boden des Flurs und fährt die Krallen aus. „Wirklich nicht blöd der Hund“, denke ich mir. Auf dem Fliesenboden im Behandlungszimmer hätte sie keine Chance gehabt. Aber jetzt kann sie sich festkrallen und gegenhalten. Das Ganze gibt das Bild eines gequälten Hundes ab.

Der Tierarzt beobachtet anscheinend schon länger die Szenerie.

Tierarzt: „Also SO geht das nicht!“

Ich: Nein, so geht das wirklich nicht.

Tierarzt: Das sollten Sie doch erst öfter mal üben. Untersuchen kann ich den Hund SO nicht.

War das ein Rauswurf? Sind Haustiere nicht alle Privatpatienten? Hat der jetzt Recht oder ist er arrogant?

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28. Februar 2012 2 28 /02 /Februar /2012 14:26

Die Theorie, einfach Trockenfutter vom Discounter zu füttern, ist gut. In der Praxis frisst es unsere Hündin aber nicht. Das ist  nicht ungewöhnlich. Jegliches andere Trockenfutter frisst sie auch nicht. Außer Leckerlis natürlich.

Ich stell ihr also den gefüllten Napf hin. Gaskopf untersucht den Inhalt kurz, schnauft traurig, nimmt einen Brocken ins Maul und spuckt ihn mir vor die Füße. Dann guckt sie traurig zu mir, schnauft wieder traurig, guckt traurig zu Herrchen und legt sich in ihr Körbchen.

Die Aussage ist: Oh mein Gott, hier wird ein Hund gequält!

 

Aus einem Forum: „Ja, ist auch kein Wunder, die Fütterung seines geliebten Tieres darf man nicht der Futtermittelindustrie überlassen. BARF ist das Beste.“

 

Futterzubereitung zu Hause. Biologisch und Artgerecht. Ich koche nicht für den Hund! Ich kann schon nicht für Menschen kochen!

Also Kompromiss.

Dann motz ich halt ihr Trockenfutter auf. Ein paar Nudeln dazu oder ein paar Kartoffelstücke mit einem Hauch Butter oder etwas Kochschinken oder etwas Hirtenkäse. Ei bringt das Fell zum glänzen. Aber bitte nur gekocht, zerkleinert und gewürzt! Roh findet es unsere Hündin eklig. Am liebsten ist ihr Ei in Form von Pfannkuchen. Milchprodukte sind gut für die Knochen. Aber bitte keinen Magerquark! Ein kleiner Rest Frischkäse gefällig oder etwas Sahne? Bitte sehr!

Die verfeinerte Version von Trockenfutter frisst unsere Hündin natürlich.

 

Der Blick von Gaskopf hat sich beim Füttern auch verändert:„So ist es brav, Frauchen!“

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  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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