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14. Oktober 2013 1 14 /10 /Oktober /2013 19:50

Wer hatte eigentlich diese Idee? Manchmal ist einfach nicht mehr nachvollziehbar, wem ein bestimmter Blödsinn eingefallen ist. Auf alle Fälle sind sich die Menschen der Chaoten-Truppe irgendwie einig geworden: Wir machen auch den Hundeführerschein vom BHV! Warum? Keine Ahnung. Soweit ich weiß hat es in Bayern keinen besonderen praktischen Nutzen.

 

Auf alle Fälle gibt es eine schöne Marke für das Hundehalsband, eine Urkunde und einen Ausweis. Der Hundehalter hat es schriftlich, dass er seinen Hund kontrollieren kann. Meiner Meinung nach ist jegliche Kontrolle - besonders von Tieren - eine absolute Illusion. Da übt man und trainiert bis zum Erbrechen und an einem bestimmten Tag hat der Teufel schlechte Laune und: Zack! schon ist die Kacke am Dampfen. Der Hase gejagt. Der Terrier verdroschen. Der Goldfisch gefressen.

 

Wir haben jedenfalls alle schon ein kleines Büchlein erworben und damit herausgefunden, dass man die Prüfung mit oder ohne Leine machen kann und woraus sie besteht. Eine schriftliche Prüfung, damit der Hundemensch auch beweisen kann, dass er wenigstens theoretisch weiß was richtig wäre und die praktische Prüfung aus mehreren Teilen. Hund und Herr sollen in Stadt und Land beweisen, dass sie die unschuldige Zivilbevölkerung weder verängstigen, belästigen noch in Lebensgefahr bringen. So ungefähr ist sie wohl. Die Prüfung. Wen es genau interessiert, hier der Link: http://www.bhv-net.de/hundefuehrerschein.html

 

Ach, darf ich vorstellen, die aktuellen Chaoten:

-Leon hat Angst vor dem Gewusel Städten, ist fürchterlich futterneidisch, hasst es bedrängt zu werden und hasst Katzen

-Finn ist eigentlich Bravhund, hat aber Angst vor Kindern und Katzen und ist so einer kleinen Hasenjagd nicht abgeneigt

-Lina ist Balljunkie, frech, misstraut allem Fremden - besonders wenn es Hut trägt und kann Hündinnen nicht leiden

-Korax mutiert an der Leine zum Kutschpferd - ohne Leine haut er gern ab

-Beata ist eine verhaltensflexible Zicke mit Königinnen-Komplex und Jagdtrieb

 

Alle Hunde der Truppe zeigen individuelle Problemlösungsstrategien, Kreativität in der Kommandoausführung und haben so ein bis fünf anstrengende Macken. Also sind sie nicht gerade Hundeschulen-Musterschüler. Man könnte leicht vermuten, die wären wohl alle schon im Junghundekurs zweimal durch die Abschlussprüfung gerasselt. Das Motto dieser Spezialisteneinheit müsste wohl heißen: „Was nicht mit Gas geht, geht mit viel Gas!“

 

Jaaa, nun, Frauchen von Leon hat es auf den Punkt gebracht: „ Da müssen wir aber ganz von vorne anfangen. Bei der Welpenprägung wäre gut.“

 

 

Tja, einmal beschlossen ist beschlossen. Ein Zurück gibt es nicht mehr. Aber wir haben ja Zeit. Sehr viel Zeit zum Üben. Wir haben noch das ganze Jahr Zeit. 2014 meine ich.  

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18. September 2013 3 18 /09 /September /2013 22:36

Auf einer unserer Gassirunden müssen wir einen Weg benutzen, der einen Bauernhof durchquert. Genau dieser Hof, der noch seine Milchkühe morgens auf die Weide lässt und abends wieder einsammelt. Artgerechte Milchviehhaltung ist doch was Schönes.  

 

Auf diesem kurzen Stück durch den Bauernhof nehme ich Beata immer an die Leine. Der Weg führt durch den Hof und dann zwischen zwei Kuhweiden hindurch. Links und rechts ein Stromzaun. Wobei „Zaun“ etwas übertrieben ist. Der „Zaun“ besteht aus einem Elektrodraht in 90cm Höhe. Dementsprechend vertrauenswürdig sieht er auch für mich aus.

 

Ich lauf da so, mit Beata an der Leine, auf dem Weg durch den Hof, guck nach links und entdecke auf der Weide ca. 20 Jungkühe.  Diese Jungkühe entdecken uns, reißen die Köpfe hoch, denken sich: „Juhu! Abwechslung!“ und galoppieren bockend auf uns zu. Zwanzig wilde Jungviecher mit je um die 500kg, die meinen so einen Mensch mit Hund müsste man sich schon genauer anschauen. Sie laufen uns am Zaun nach, hüpfen dabei hin und her, galoppieren so herum und finden es lustig.

 

Wir befinden uns aber auch genau in der Mitte des Weges. Ich will abhauen, weiß aber nicht wohin.  Beata denkt sich: „Das lass ich mal Frauchen machen!“ und versteckt sich erstmal hinter mir.

 

Ja, Vertrauen hat der Gaskopf anscheinend zu mir. Ist doch schon mal positiv. Also, vertrauenswürdige Chefin für den Hund spielen und Augen zu und durch. Groß machen, beim Laufen fest auf dem Boden aufstampfen und sich denken: „Ich kann was! Ich bin wer! Wenn ihr herkommt, ja, ihr Viecher, dann mach ich euch platt!“ Ehrlich gesagt, mir ist das Herz in die Gummistiefel gerutscht. Zwischen mir und den Kühen nichts als ein einziger dünner Draht. Klar ist der mit Strom geladen. Allerdings können Kühe auch springen.

 

Endlich sind wir vorbei. Fast glaube ich ein „Ohh! Schade!!“ von den Kühen zu hören.  Diese Gassirunde ist schon länger gestrichen.

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15. September 2013 7 15 /09 /September /2013 14:07

Lina: Riesenschnauzer, Hündin, Balljunkie (z.Zt. in ambulanter Therapie), Hobby: ohne Menschen stöbern gehen, wachsam, sensibel, intelligent, misstrauisch gegenüber Fremden, verkloppt gern mal  Hündinnen

 

Paradoxon, hier metaphysisches Paradoxon: Phänomene, die mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht begreifbar sind oder sich der Begreifbarkeit prinzipiell entziehen

 

Beata mag keine anderen Hündinnen. Lina mag keine anderen Hündinnen. Meine Vorhersage war: Ein Zusammentreffen dieser beiden Zicken endet mit dem Tod einer von beiden. Mindestens jedenfalls mit einem Tierarztbesuch und anschließendem Versicherungsfall. Dementsprechend groß war meine Begeisterung, als Frauchen von Finn vor einem Spaziergang ankündigte: „Ich nehm noch Lina mit. Sie bleibt an der Leine.“

 

Meine Frage: „Hast du schnelle Reaktionen und flinke Beine?

Antwort: „Wieso denn das? Vor was soll ich weglaufen?“

 

Nein, nicht weglaufen. Eine  Zickenschlägerei durch Zutreten beenden. Mit den Händen fasst man bei einer Rauferei zwischen Hunden besser nicht rein. Das hat pragmatische Gründe. Falls sich ein Hundegebiss im Gefecht mal verirrt, sind die feinen Knöchelchen in einer menschlichen Hand einfach schwieriger zu reparieren als ein dicker Beinknochen.

 

Frauchen von Finn ist einfach optimistischer als ich. Sie sieht das Positive noch im größten Mistvieh und denkt sich oft: „Ach, das geht schon.“  Das liegt wohl daran, dass sie Bravhundehalterin ist.

 

Nun, Frauchen von Lina war auch Zuversichtlich, dass nix passieren wird. Von soviel Optimismus lasse ich mich breitschlagen und wir laufen los. Finn trabt ohne Leine voraus und die angeleinten Zicken beachten sich nicht. Jedenfalls habe ich nichts bemerkt. Kein Gebrüll. Kein Terz. Nicht einmal ein leises Grummeln oder ein dezentes Fixieren. Nix.

 

Nach einiger Zeit lasse ich den Gaskopf von der Leine. Meine Vorhersage war: Beata dreht sich um und rammt Lina ungespitzt in den Boden. Aber Madame geht ihren wichtigen Geschäften nach ohne Lina zu beachten. Äußerst erstaunlich. Kommentar von Frauchen von Finn: „ Na, geht doch!“

 

Dann  schnuppert Lina an einer interessanten Stelle. Beata dreht sich um und schießt auf Lina zu. Aber jetzt kracht es!, denk ich mir, schnappe nach Luft und werde starr vor Schreck. (Es kracht nicht.) Beide Zicken schnuppern direkt nebeneinander hochwichtig am Boden. (Es kracht immer noch nicht.) Beata hebt das Bein und markiert die Stelle. Lina schupst Beata von hinten mit der Schnauze so an, dass der Gaskopf dreibeinig weiterhüpfen muss und markiert dieselbe Stelle. Ich bekomme vor Schreck keine Luft mehr. Aber es kracht wieder nicht. Es wird ein entspannter Spaziergang.

 

Ich bin wirklich nicht auf Zickenschlägereien aus. Nur Frieden ist in diesem Fall für mich nicht zu erklären. Haben die zwei Zicken einen Nichtangriffspakt geschlossen? Finden beide es würde sich nicht lohnen zu raufen? Herrscht ein Kräftegleichgewicht wie im kalten Krieg oder warum schlägern die nicht? Mögen die zwei sich etwa sogar? Ich bin fasziniert. Nein, der Gaskopf wird nicht vernünftig. Einer ihrer Grundsätze ist und bleibt: „Was die Andere anfängt werde ich beenden!“

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14. September 2013 6 14 /09 /September /2013 12:25

Jeder hat sie. Kellerkinder. Dinge, die einfach vernachlässigt werden. Sachen, um die man sich einfach kümmern müsste, es eigentlich auch will, die man aber immer wieder „vergisst“. „Verdrängt“ oder „verschiebt“ würde hier wohl besser passen.

 

Aber was soll man den machen? Soviel zu tun und sowenig Zeit! Und nebenbei Arbeiten gehen soll man ja auch noch.  Der Lieblingssatz meines inneren Schweinehundes lautet: „Ich müsste mal…“ Bei dieser Aussage legt er sich grunzend auf die Seite, weil er weiß, das macht die Alte eh nie.

 

Bei mir sind Kellerkinder z.B. die Pflanzen auf dem Balkon, die gegossen werden möchten. Fenster, die geputzt werden sollten und ja, dieser Blog. Beim Blog zumindest finde ich es schade.

 

Material zum Schreiben hätte ich genug. Leider liefert meine bepelzte Mitbewohnerin immer noch fast täglich neuen Stoff dafür. Die Umgebung tut das Übrige. Häschen in Lebensgefahr, Kamikatzen, zu Tode erschrockene Jogger, ein Scheinangriff von Jungkühen und freilaufende Ziegen, die zur Abwechslung mal den Gaskopf verfolgen.

 

Nun. Es reicht. Einiges hat sich geändert.  Die Balkonpflanzen wurden vor dem Verdursten bewahrt, das Pferd bekommt Gymnastik verpasst und Beata ist auf Diät. Steuererklärungen (2010 u. 2011) abgegeben, Versicherungen angeschrieben, Buchhaltung erledigt, Ablage gemacht und Brennholz bestell. Nur die Fenster habe ich immer noch nicht geputzt.

 

Eines kann ich aber mit Stolz behaupten: Tierische Kellerkinder habe ich nicht. Hund und Pferd sind scheckheftgepflegt. Sie werden geimpft, entwurmt, bewegt, beschäftigt, trainiert und therapiert. Dabei kosten mich die Viecher immer wieder wertvolle Substanz meines Nervenkostüms und belasten auch noch die Haushaltskasse.

 

Nächstes Projekt: Blog weiterbearbeiten. Geschichten um die Hundehaltung veröffentlichen. Als Warnung für angehende Ersthundebesitzer. Es will wohl überlegt sein, was man sich da ins Haus holt! Leute ohne Hund und Bravhundehalter dürfen natürlich herzhaft lachen. Und Leidensgenossen,  die auch mit einem verhaltensflexiblen Gaskopf gesegnet sind, natürlich.

 

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15. März 2013 5 15 /03 /März /2013 13:24

Der Gaskopf geht lahm. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich hat sie sich bei einem ihrer „Ich fetz mal kreuz und quer durch den Wald und spiele Wolf“-Anfällen den Ellenbogen verdreht. Der Gaskopf verursacht immer wieder unnötige Tierarztkosten. Als sie letztes Jahr mal genüsslich Rehköttel gefressen hat, schmälerte das unsere Haushaltskasse tags darauf um 85,73 EUR.

 

Nun, was soll´s. Dem Hund tut das Bein weh. Also ab zum Tierarzt. Wenn so ein Tierarztbesuch nur nicht gar so nervenaufreibend wäre! Madame spielt sterbenden Schwan. Sie weigert sich den Behandlungsraum zu betreten, wirft sich rückwärts in die Leine, versucht sich aus Geschirr und Halsband zu winden und vertont die Szene noch mit herzzerreißenden Gewinsel. Die Botschaft ist klar: Hier wird ein Hund gequält! Dabei sind wir noch nicht mal am Empfangsschalter vorbei. Da hilft nur die Geheimwaffe: Gauda.

 

Eine Tüte Käsewürfel, vor die Hundenase gehalten, ist ein unschlagbares Argument. Für Gauda tut sie fast alles. Bei Fleischwurst überlegt der Gaskopf sogar noch: „Ist mir so ein bisschen popelige Wurst die ganze Mühsal wert?“

 

Im Behandlungsraum erblickt sie den Tierarzt, versucht  in die Innentasche meiner Jacke zu springen und wirft mich dabei fast um. Die Untersuchung lässt Madame wegen regelmäßigem Käsewürfeleinwurf fast klaglos über sich ergehen. Ergebnis: Der Ellenbogen zwickt. Könnte laut Tierarzt im Alter von fünf Jahren schon Arthrose sein. Oder das Gelenk ist verletzt. Also beide Ellenbogen röntgen. Man braucht ja auch noch ein Vergleichsbild. Ich bleibe als Unterstützung dabei und bekomme auch ein nettes Bleischürzchen verpasst. Die erste Röntgenaufnahme ist noch kein Problem.

 

Bei der zweiten reicht es Madame so richtig. Erst windet sie sich wie ein Aal auf dem Tisch, jault dabei furchtbar und schnappt dann nach der Tierarzthand. Dafür bekommt der Gaskopf einen riesigen Anschiss und gibt daraufhin erstmal die paar wichtigen Sekunden Ruhe um die zweite Aufnahme zu machen.

 

Nun. Sie hat nach einer menschlichen Hand geschnappt. Allerdings nehme ich das in diesem Fall locker. Hätte sie den Tierarzt erwischen wollen, hätte sie ihn erwischt. Wenn Beata  es wirklich darauf anlegt, beißt sie den Tierarzt, die Tierarzthelferin und mich in die Arbeitsunfähigkeit. Dafür, dass sie furchtbare Angst hatte, war sie ja noch richtig brav.

 

Wieder im Behandlungsraum setzt sich der Gaskopf vor den Tierarzt hin, guckt ihn herausfordernd an und huht: „HUHUUUHUU!“ Was das bedeuten soll kann ich nur vermuten. Es könnten Beschimpfungen gewesen sein. Nettigkeiten waren es wohl nicht.

 

Endergebnis des ganzen Dramas: Die Gelenke sehen gut aus. Arthrose ist es nicht. Einen Gelenkschaden hat sie auch nicht. Im gesunden Bein stecken fünf!!! Schrotkugeln. Ich will gar nicht wissen wie viele es im restlichen Hund sind. Der Gaskopf bekommt Tabletten und muss eine Woche lang geschont werden. Also kein Toben mit anderen Hunden, keinen Futterbeutel schmeißen, nicht springen, keine Zerrspiele und nichts, was eine Drehbewegung auf den Ellenbogen verlangt. Nur geradeaus im lockeren Trab laufen. Das darf sie.

 

Und was passiert als ich nach diesem Drama mit Beata entspannt spazieren gehen will? Ein Blödmann von Hundebesitzer sieht gar keine Notwendigkeit seinen Golden Retriever anzuleinen. Ich muss ganz ehrlich sagen, am liebsten hätte ich den Gaskopf von der Leine gelassen. Nach einem anstrengenden Tierarztbesuch einen frechen Rüden ein klein wenig zu scheuchen  wäre für Madame sicher entspannend gewesen.  Aber darf sie ja die nächsten Tage nicht.

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20. Februar 2013 3 20 /02 /Februar /2013 04:58

Foto0173Wir haben seit einiger schon Zeit eine richtig tolle Gassigruppe. Die zwei besten Freunde unseres Gaskopfes – Leon und Finn-  können sich richtig gut leiden und nun ziehen wir regelmäßig gemeinsam los.

 

Die Frauchen können dabei gemütlich quatschen und die Hunde haben ihren Spaß. Also eine Win-Win-Situation. Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Das Foto zeigt die typische Situation. Der Gaskopf als Rädelsführerin voraus. Schräg links dahinter: Leon in der Gefolgschaft zu seiner Königin.  Hin- und hergerissen zwischen der Treue zu seinem Frauchen und der Rudelgefolgschaft: der Bravhund Finn. Er scheint zu sagen: „Hey, egal was gleich passiert. Es ist nicht meine Schuld!“

 

In diesem Rudel ist Madame die Chefin. Sie hat ihre Männer im Griff. Sie hat die Hosen an. Kurz gesagt: Was die Königin möchte ist Gesetz. Leider brüllen Hunde keine Marschbefehle. Da könnte man als Mensch sehr leicht gegensteuern. Hunde sind Meister in der lautlosen Kommunikation. Ein Blick und Alles ist gesagt. Menschen bemerken es normalerweise gar nicht.

 

Würde der Gaskopf bei einem solchen Rudelspaziergang den Befehl zur organisierten Jagd geben, wäre selbst Finn weg. Da bin ich mir fast sicher. Mit mehreren jagenden Hunden ohne Leine durch einen Wald spazieren zu gehen gehört eben zur Hohen Schule der Hundehaltung. Ein Bravhund in der Truppe reißt die Sache nicht raus.  Mhm. Nun. Finn verdient den Titel „Bravhund“ eigentlich auch nicht mehr. Einer kleinen Hatz auf einen Feldhasen ist er nämlich doch nicht abgeneigt. Nach Aussage seines Frauchens zeigt er dabei Ausdauer und Tempo eines Windhundes. Nur Hakenschlagen dürfte bei seiner Körpermasse wohl etwas schwieriger sein.

 

Ich habe die Vermutung, dass unsere Madame das Jagdproblem in der Gassigruppe sehr subtil regelt. Sie schickt einfach Leon zum Jagen los. Der Gaskopf trabt sehr selbstbewusst in der Mitte des Weges und Leon verschwindet immer mal wieder kurz rechts oder links im Gebüsch. Der Gaskopf setzt sich hin, streicht das Leckerli fürs Anzeigen von Wild ein und Leon bekommt den Anschiss fürs Durchstarten. Finn guckt derweilen zu seinem Frauchen: „Ich hab es dir gesagt! Es ist nicht meine Schuld!“

 

Foto0184 001Beata hat Finn mal mit nur einem Blick verboten, den Handschuh seines Frauchens zu apportieren. Wieso sollte sie also nicht Leon den Abstecher ins Gebüsch anordnen können? Ich bin mir nicht wirklich sicher. Aber der leise Verdacht drängt sich mir doch auf.

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8. Februar 2013 5 08 /02 /Februar /2013 07:26

Foto0172Nun. Dann fangen wir mal wieder an. Nicht mit einem verspäteten Jahresrückblick sondern mit der Betrachtung der letzten paar Wochen. Vielleicht ist ja eine Tendenz erkennbar.

 

Es  fing schon mit einer  Schlägerei zwischen dem Gaskopf und einer Jagdhündin an. Eine unübersichtliche Kurve, durch Glatteis abgelenkte Menschen und zwei Hundezicken, die sich mit Gebrüll die Schnäuzelchen polieren. Verletzte gab es keine.

 

Beim Angriff einer selbstmordgefährdeten Jack Russel Hündin bewahrte Beata  ihre Contenance. Gesittet blieb Madame sitzen und überließ mir diese Ratte zu verscheuchen. Ich war überrascht. Wie? Kein Gebrüll? Kein Angriff? Kein: „Frauchen, geh mal zur Seite ich mach das schon!“. Sehr brav.

 

„Braver Hund“ hält allerdings nie lange an. Einem riesigen Doggen Rüden wollte unsere Madame durch einen Zaun hindurch den Hintern versohlen. Er hat wohl etwas frech geguckt. So etwas kann die Königin natürlich nicht dulden.

 

Foto0166 001Wir haben einen neuen Gassifreund hinzugewonnen. Merlin wohnt seit kurzem nebenan und ist ein Bichon Frise. Klein und weiß. Also eigentlich das Hund gewordene Feindbild des Gaskopfes. Der Name der Rasse bedeutet so was wie: „gekräuselter Schoßhund“. Ich muss ganz ehrlich sagen, sein putzig-plüschiges Aussehen wird Merlin einfach nicht gerecht. Hinter der Lämmchen-Fassade steckt ein mutiger kleiner Rabauke. Wahrscheinlich kann ihn der Gaskopf deshalb gut leiden. Ich war doch äußerst überrascht, dass unsere Zicke ihn nicht beim ersten Zusammentreffen die Locken glatt gebügelt hat.

 

Dieser kleine  Hund wechselt fast so schnell in den Jagdmodus wie unsere Madame. Sein Frauchen hat doch gut zu tun, damit Merlin nicht abhaut und jagen geht.

 

Und dann ist es doch passiert. Merlin beschleunigt ins Unterholz und fetzt kläffend einem Reh hinterher. Was glaubt dieser kleine Kerl was er damit machen könnte? Am Schienbein zu Boden werfen und erwürgen? Selbst ein Feldhase überragt den Hund noch. Aber das ist Merlin egal. Wahrhaftige Größe kommt eben doch von innen. Und dass im Herzen dieses kleinen Hundes noch ein Wolf lauert kann man wirklich nicht leugnen.

 

Der Gaskopf sitzt auf ihrem Hintern und prustet vor Aufregung als Merlin durchstartet. Sie muss zugucken während der „Amateur“ ihre Aufgabe übernimmt. So ein Scheiß! Die Empörung ist unserer Madame ins Gesicht geschrieben. Nix da Schätzerle! Zwei jagende Hunde, die gemeinsam abhauen sind die Hölle. Eine Lektion im Jagen braucht Merlin von dir wirklich nicht.  Kurz hören wir Merlin noch kläffen, einige Male sehe ich noch einen weißen Püschel durchs Gebüsch springen und dann ist Ruhe. Lange 20 Minuten lässt sich Merlin nicht mehr blicken.

 

Was dann wieder auftaucht  hat nur noch wenig Ähnlichkeit  mit einem Lamm. Eher mit einem wandelnden Busch. Sein gekräuseltes Fell gibt sich redlich Mühe kein Stöckchen oder Blatt wieder loszulassen mit dem es je in Berührung gekommen ist. Sein Frauchen hat dann erstmal Mühe sein Fell vom Dornengehölz  zu säubern.

 

Mit dem typischen drogenseeligen Grinsegesicht eines Endorphinjunkies lässt Merlin die Prozedur über sich ergehen. Die Farbe hat er auch gewechselt. Von schneeweiß zu braun. Jetzt hat der Kleine aber Pech. Den Rest des Spaziergangs absolviert er angeleint. Auf unsere Madame bin ich doch etwas stolz. Sie ist sitzen geblieben. Trotz durchstartendem Reh und hinterher jagendem Hundekumpel. Sehr brav.

 

Der Trend in der ersten Jahreshälfte zeigt sich also durchwachsen. Abgehauen ist der Gaskopf seit längerem nicht. Trotz Rehherden und jagenden Hundefreunden. Allerdings sind wir immer noch keinem Feldhasen begegnet. Wirklich mit jedem Hund verträglich wird die Madame aber nicht werden. Erwarte ich auch nicht ernsthaft. Für dieses Jahr ist der Hundeführerschein geplant. Schaun wir mal. Ach ja. So schön die Winterfotos auch sind. Das Wetter nervt. Foto0160Foto0162 001

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23. Dezember 2012 7 23 /12 /Dezember /2012 09:10

Ein kleiner Hund aus gutem Haus, der riss an Weihnachten einst aus.

Einen Spaziergang fand er labend, besonders grad an Heilig Abend,

wenn alle Menschen sind in Eile und Hunde haben Langeweile.

 

Zunächst lief er durch seinen Garten und wollte auf das Frauchen warten.

Das kam nicht heim – so lief er fort. Trollt sich gemächlich durch den Ort,

verbellt ein bisschen Prinz und Rexi, besucht dann freundlich Nachbars Hexi.

 

Kurz: Er genießt nach Hundeweise, ne muntre kleine Weihnachtsreise.

Vergnügt strolcht er auch übern Markt, wo sonst sein Frauchen öfters parkt.

Doch als er nun nach Hause wollte, wusst´er nicht mehr, wohin er sollte.

 

Dem kleinen Hund wird bang zumute. Er senkt die Ohren, klemmt die Rute

Tief zwischen seine Beine ein. Wie gern würd er zu Hause sein

in seinem warmen Hundebett! Die Menschen hier sind gar nicht nett!

 

Schon naht von fern ein Polizist. „Der wird mich fangen, so ein Mist!

Das kleine Hundchen rennt und rennt, bis es nicht Weg und Steg mehr kennt.

Längst ist es aus der Stadt hinaus – vorbei am allerletzten Haus.

 

Da plötzlich hört der kleine Schlingel den Klang von Hufen und Geklingel.

Und sieht im Lichterglanz nen Schlitten, der kommt wie aus des Himmels mitten

und wie aus einem großen Tor klingt Lachen und Musik hervor.

 

„Freut euch, ihr Menschen auf der Erden, euch soll das Fest der Weihnacht werden

mit Glück und Freude und Geschenken will euch das Christkind jetzt bedenken!“

Wer denkt in dieser frohen Stunde an arme, heimatlose Hunde?

 

So bellt und jault das Hündchen kläglich. „Ein kleiner Hund? Ja, ist das möglich?“

Schon naht sich ihm mit schnellen Schritten das Christkind selbst vom gold´nen Schlitten.

Und nimmt ihn freundlich auf den Arm. „Nun hast du´s hier erst einmal warm.

 

Ich bring dich in den Hundehimmel, du glaubst gar nicht, welch ein Gewimmel

von netten Hunden wird dort warten im wunderschönen Himmmelsgarten.“

Das Hündchen lässt sich gerne tragen, doch fragts: „Was wird mein Frauchen sagen?“

 

Es jault auf einmal ganz erschreckt: „Wenn es jetzt, dass ich weg, entdeckt?

Es denkt doch gleich, ich bin gestorben. Und dann ist ihm das Fest verdorben.

Im Himmel wär´es sicher schön, doch Christkind, das musst du vertehn,

 

mein Frauchen, das mich zärtlich liebt, wär sicher allzu sehr betrübt.“

Das Christkind lächelt und es nickt. „Du weißt, was sich für Hunde schickt.

Des Hundes Liebe ist die Treue. Drum bringe ich dich jetzt auf Neue

 

Zu deinem Menschen schnell nach Haus. Und dann reißt du nie wieder aus.“

Der Schlitten fliegt mit Schellenklang den Waldweg und die Straß´entlang.

Dem Hündchen ist es wie ein Traum. Schon sitzt es unterm Weihnachtsbaum.

 

„Da ist ja unser Strolchi wieder“, ruft Frauchen und die Weihnachtslieder

die klingen fröhlich jetzt und heiter, das Christkind das fährt leise weiter….

 

 

 

Gerne würde ich behaupten, das Gedicht wäre mein Werk. Ist es aber nicht. Ich hab es aus einem Forum: http://www.hunde-aktuell.de/

 

Na dann Leute. Frohe Weihnachten!

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5. Dezember 2012 3 05 /12 /Dezember /2012 19:03

Foto0156 001Schnee! Also abgesehen davon, dass Autofahren äußerst spannend werden kann, find ich es toll. Natürlich wird der Tag kommen, an dem mich das weiße Zeug wieder so richtig ankotzt. Aber vor Weihnachten ist einfach die richtige Zeit für eine geschlossene Schneedecke. Wer will schon bei 15° Glühwein saufen?

 

Der Gaskopf findet es auch toll. Endlich ist der Husky in ihr in seinem Element. Der Schnee konserviert Geruchsspuren und versetzt unsere Madame damit in den  Dauer-Jagdmodus. Das ist für mich doch etwas anstrengend. Vor allem, weil sich die Rehe schon am frühen Nachmittag blicken lassen.

 

Ich finde heraus, dass die Feldhasen doch nicht in wärmere Gefilde emigriert sind. Sie hinterlassen ja ihre Pfotenabdrücke massenweise im Schnee. Wo aber verstecken sie sich nur?  Diese Prämium-Beute ist uns seit Monaten nicht mehr vor Füße und Schnäuzelchen gesprungen. Ich vermute, die erste Begegnung im nächsten Frühjahr könnte schwierig werden.

 

Die Wildwechsel entpuppen sich als Reh-Autobahnen und die führen den Gaskopf so richtig in Versuchung. Immer wieder mal geht der Wolf mit ihr durch.  Sie nimmt dann die Abfahrt vom Weg auf den Wildwechsel und beschleunigt direkt auf den Reh-Highway.  (I´m on the highway to hell)

 

Allerdings sind die Abhauversuche mittlerweile halbherzig. Auf ein etwas lauteres „RAUS DA!“ bremst sie sofort ab und tut so, als hätte sie sowieso nur einen Baum anschnuppern wollen. Schätzerle! Das nehme ich dir nicht ab! Schieb deinen pelzigen Hintern sofort zurück auf den Weg! Drei Hundelängen Abweichung sind maximal erlaubt.Foto0123

 

Täuschen darf ich mich aber nicht. Die Kontrolle hängt gerade am seidenen Faden. Ein wenig nicht aufgepasst, ein bisschen zu langsam und der vierbeinige Endorphin-Junkie haut ab und holt sich seine Drogendosis. Unsere Madame hat es aber auch gerade schwer. So viele frische Wildspuren! So viel Beute unterwegs!  Jetzt zeigt sich so richtig, ob die Therapie denn erfolgreich war. Noch lässt der Rückfall auf sich warten.

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28. November 2012 3 28 /11 /November /2012 17:31

Foto0095 

 

Der Bravhund heißt Finn. Ein kanadischer Schäferhund. Erstmal hat er die richtige Fellfarbe: weiß. Klingt jetzt zwar blöd, aber wäre dieser riesige Hund schwarz, hätten die Leute Angst vor ihm. Als weißer Hund ist er: “soo süüüß“. Derselbe Hund in schwarz wäre: „Nehmen sie gefälligst ihren Köter an die Leine!“

 

Dann ist Finn auch noch wirklich gut erzogen. Er haut nie ab und wenn ein anderer Hund Streit sucht, geht Finn lieber weg. Also das ist eine Eigenschaft an Hunden, für die ich Hundebesitzer so richtig beneide. Sucht ein Hund Streit beim Gaskopf, dann findet er ihn auch.

 

Finn ist immer gut drauf. Er ist ein Gentleman, ein richtiger Gaskopf-Versteher und  Zicken-Flüsterer.  Dazu steht er noch auf die harte Tour, auf die rabaukigen Damen, die nix anbrennen lassen, beim Pinkeln das Bein heben und sich gerne mal Pfoten und Bauchfell schmutzig zu machen.

 

Beata mag robuste Kerle. Einen Mann, den Frau auch mal knuffen und am Nackenfell rupfen  kann und der Renn-, Rauf- und Jagdspiele zu schätzen weiß. Einen Mann zum Pferdestehlen ähm, zum Reheerschrecken und für allen anderen Blödsinn.

 

Die beiden verstehen sich also prima. Beim Thema Blödsinn hat der Gaskopf aber Pech. Sie konnte Finn  noch nicht zum richtig Mist bauen auffordern. Tja, das ist der Nachteil wenn ein Freund zu den Bravhunden gehört.

 

Erst die Begrüßung und dann machen sich die zwei auch schon auf den Weg. Hey, würdet ihr beide mal wieder her kommen! Oh, unsere Madame hat was entdeckt. Ja, bitte prüft das beide, es könnte wichtig sein.

Foto0132Foto0133.jpgFoto0131Foto0134

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  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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