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25. Juli 2012 3 25 /07 /Juli /2012 12:49
 

 

Hunde lernen orts- situations- und personenbezogen. Das heißt nichts anderes als, dass Kommandos, die Beata bei uns im Haus ausführt, nicht unbedingt im Garten funktionieren. Alle gelernten Kommandos müssen generalisiert werden. Der Hund muss lernen die Kommandos auf verschiedene Situationen zu übertragen. Dazu muss man viel an verschiedenen Orten üben.

 

Angst und Aggression übertragen sich von selbst und das meistens schneller als dem Hundebesitzer lieb ist. Wenn ein Hund  von  einem anderen großen, schwarzen Hund gebissen wird, kann das ganz schnell bedeuten, dass alle großen, schwarzen Hunde scheiße sind.

 

Bei uns ist es kleiner, weißer Hund. Der Westhighland White Terrier aus der Nachbarschaft. Wir gehen am Nachbarhaus vorbei und Beata ist an der Leine. Das blöde Terriervieh sprintet aus dem Haus raus und beißt unsere Hündin ohne Vorwarnung  in die Schulter. Kleine Schlägerei, nichts passiert- könnte man meinen. Das ist schon eine Weile her. Seither kann der Gaskopf kleine, weiße Hunde nicht mehr wirklich leiden. Wie immer im Leben kommt das Dicke Ende aber erst noch nach.

 

Gestern waren wir wieder zu Besuch auf dem Hundeplatz. Ich helfe ein bisschen mit den Mobility Parcours aufzubauen und Beata liegt auf dem Platz unter einem Baum im Schatten. Eine Frau kommt auf den Platz und hat ihre Westhigland White Hündin dabei. Cherry ist 13 Jahre alt, noch fit und gut erzogen.

 

Die Hundetrainerin denkt sich: „Ach, Beata und Cherry haben schon miteinander gespielt, das passt schon.“

Die Besitzerin von Cherry denkt sich: „Wenn das die Hundetrainerin meint, passt das schon.“

Cherry denkt sich: „Oh, hier riecht es aber interessant“ und schnuppert  am Boden.

Ich denke mir: „Kacke, ein kleiner, weißer Hund“

Der Gaskopf denkt sich: „Dem Arsch geb ich´s jetzt so richtig.“

 

Kaum hat Cherry den großen Hundeplatz betreten springt der Gaskopf auf und packt sie am Hals. Ohne Warnung. Ohne Knurren. Ohne großes Aufhebens hackt der Gaskopf richtig auf Cherry ein. Sie verliert ein Büschel Haare und hat ein Loch im Nackenspeck.

 

Ich bin schockiert. Das war weit mehr als das übliche, mit großem Getöse anderen frechen Hündinnen Ohrenlangziehen, damit sie wissen was Sache ist. Das war leise und das war ernst.

 

 

Die Leute auf dem Hundeplatz wollen mich beruhigen. Da fallen Aussagen wie:

 

- Der Gaskopf hat die Hunde verwechselt. Sie hat gemeint, das wäre dieser Nachbarsterrier 

und hat, als sie den Irrtum bemerkt hat, den Angriff sofort abgebrochen

- hätte der Gaskopf richtig zugebissen wäre Cherry schlimm verletzt

- in jedem Hund steckt ein Wolf, da kann man nichts machen

- der Gaskopf hat nicht richtig gebissen. Es ist kein Gegenbiss zu sehen.

Sie ist nur mit einem Eckzahn hängen geblieben.

- Den kleinen Kratzer muss man nicht mal vom Tierarzt behandeln lassen. Es ist ja nichts passiert

 

Das alles ist für mich kein Trost. Es sind doch letztendlich nur Ausreden. Ob jetzt wirklich was passiert ist oder nicht, ist mir egal. Ich bin traurig und enttäuscht. Warum muss ausgerechnet unser Hund so ein blödes Mistvieh sein?

 

Es geht nicht um eine evtl. Tierarztrechnung. Wir sind versichert.  Cherry tut mir so leid. Die Kleine kann wirklich gar nichts dafür. Sie war richtig verstört.

 

Abends läuft der Gaskopf sehr brav durch den Wald. Genau wie es sein soll. Das ändert an meiner Stimmung nichts. Heute soll sich mein Freund um den Gaskopf kümmern. Es ist ja schließlich sein Köter.  Ich muss mich erstmal wieder fangen.

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19. Juli 2012 4 19 /07 /Juli /2012 23:42

In der Nachbarschaft gibt es einen wunderschönen, flauschigen weißen Kater. Dieses blöde Mistvieh pinkelt uns immer wieder mal vor die Haustür. Wenn ich mit dem Gaskopf dem Kater auf der Morgenrunde begegne, stolziert er wie ein Gockel umher und meistens stellt er sich demonstrativ in unseren Weg. Der Gaskopf prustet empört und springt in die Leine. Der Kater faucht herausfordernd und macht einen Buckel.

 

Eine wütende Katze ist in der Lage auch einen großen Hund schwer zu verletzen. Weil ich absolut keine Lust habe mit Beata in die Augenklinik für Tiere zu fahren, geh ich immer dazwischen. Mit der einen Hand versuche ich den Gaskopf an der Leine hinter mir zu halten. Mit der anderen Hand fuchtele ich in Richtung Kater. Von „Kscht! Kscht! Hau ab!“ lässt sich der aber nicht beeindrucken.

 

Also versuche ich mit angedeuteten Fußtritten das Mistvieh zu verscheuchen. Was anderes bleibt mir nicht übrig. Das Nachwerfdings habe ich morgens nie dabei. Nahe ran kann ich dabei aber nicht, denn hinter mir denkt sich der Gaskopf: „Oh! Wenn Frauchen den Kater angreift, dann helfe ich mal mit!“ Also springt sie wieder in die Leine und brummt empört.

 

Nein, der Kater haut dann nicht ab. Er bequemt sich langsam in einer ekelhaften Großzügigkeit den Weg frei zu machen. Ich hasse dieses Mistvieh.

Letzten Montag in der Früh absolviere ich müde und verschlafen mit dem Gaskopf die erste Morgenrunde. Durch ein kleines Gässchen, rechts um einen Gartenzaun herum und dann gerade aus auf ein unbebautes Grundstück zu.

 

Diesmal liegt direkt an der Ecke beim Gartenzaun der blöde Kater. Er macht sich natürlich nicht die Mühe aufzustehen und zu gehen. Warum auch? Er ist doch auch der Dorfchef. Er kann sich alles erlauben.

 

Sein Pech war, dass ihn Beata zuerst bemerkt hat. Wenn zwischen Kampfkater und Gaskopf nur ein halber Meter liegt, hilft es dem Kater wenig wenn Hund an der 2m Leine ist. Der Gaskopf stürzt sich auf den Kater. Riesen Getöse! Schlägerei. Ich krieg fast einen Herzinfarkt. Bis ich reagieren kann, kugeln sich Hund und Kater schon auf dem Boden und polieren sich gegenseitig die Fresse.

 

Außer ein paar gerupften Haaren ist zum Glück nichts weiter passiert. Wir sind dem Kampfkater auf der Morgenrunde seitdem nicht mehr begegnet. Sonst geht er uns jetzt auch aus dem Weg. Vielleicht auch unserer Haustür.  

 

 

 

 

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16. Juli 2012 1 16 /07 /Juli /2012 15:15

 

Die Samstagsgruppe der Hundeschule macht einen Sonntagsausflug. Stadttraining mit  Eisessen. Gute Idee. Machen wir mit. Das Eisessen ist natürlich nur zu Trainingszwecken.

 

 

Für den Gaskopf ist alles ist so aufregend! Die vielen neuen Gerüche und Eindrücke.  Da kann man als Hund schon mal vergessen, dass man eigentlich ja schon leinenführig war. Da ist sie aber nicht die Einzige. Anfangs ziehen sechs Hunde ihre jeweiligen Bremsklötze an der Leine hinter sich her. Die zwei Hunde der Trainerin sind natürlich brav. Daran erkennt auch der Laie den Chef so einer Truppe.

 

Wir laufen brav hintereinander durch die Innenstadt. Obwohl wir das nicht müssten. Allein die Masse der Hunde ist die Schau und die meisten Passanten weichen freiwillig aus.

 

Vom Frauchen des Samojeden hört man plötzlich einen wilden Schrei. „Wie! Wer bezeichnet hier meinen Samojeden als Spitz!“ Weiter bekomm ich das Gespräch mit dem Herrn leider nicht mit. Der Gaskopf hat mich schon um die nächste Ecke gezogen. Hin zum Mülleimer mit der Pizzaschachtel drin. Klar, als ehemaliger Straßenhund kennt man die lohnenden Ecken.

 

 

Es ist alles so spannend, dass der  Gaskopf sogar vergisst die anderen Hündinnen zu verhauen. Fünf Weiber und kein Terz. Sehr schön. Sogar das aktuelle Lieblingsopfer (jung, frech, weiblich) wird in Ruhe gelassen. Es gibt wohl heute Wichtigeres. Eingang des Dönerladens ausspähen, Mülleimer untersuchen und Hundezeitung lesen. Bis alle Hunde an einer Reihe Betonpoller vorbei sind dauert es eine Weile.

 

Dann durch die Tiefgarage. Das ist nicht wirklich spannend, aber o.k. Nächster Punkt: Mit dem Aufzug wieder an die Oberfläche fahren. Das findet der Gaskopf gar nicht toll. Aber sie macht es ohne großen Aufstand mit.

 

Weiter durch die Innenstadt laufen,  auf die Eisdiele zu. An einem Tisch sitzt ein Pärchen mit einem riesigen, braunen Mischlingshund. Dem ist das geballte Auftauchen von Konkurrenz wohl zuviel und er springt mit lautem Getöse auf. Rumps. Seinen Kopf hämmert er unter den Bistrotisch. Gläser klirren. Eine Frau quietscht auf. Sein Herrchen versucht ihn zu beruhigen. Unsere Hunde sind brav. Sehr gut.

 

Wir suchen uns Plätze und bestellen. Eis habe ich mir wirklich verdient. Finde ich jedenfalls. Der Gaskopf guckt mich  traurig an: „ Frauchen, ich darf doch sonst immer deinen Becher ausschlecken. Wieso heute nicht?“

Nun, Schätzerle, weil das kein Plastikbecher ist sondern eine Glasschale und ich vermute wir hätten dann lebenslang Hausverbot in der Eisdiele. Darum.

 

Auf dem Rückweg kommt uns noch eine junge Frau mit ihrem Chihuahua  entgegen. Sie nimmt die Fußhupe schnell auf den Arm und hält ihr die Augen zu. Im Vorbeigehen höre ich sie zischen: „Bist du ruhig! Bist du ruhig!“  Auch eine Methode sein Hundchen vom Kläffen abzuhalten.

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15. Juli 2012 7 15 /07 /Juli /2012 14:35

Dass der Gaskopf Knochen frisst ist klar. Das Malmen, Knirschen und Knacken hört sich brutal an, macht mir aber nicht wirklich was aus. Irgendwie hat es ja auch was Beruhigendes einem zufriedenen Hund beim Knochenfressen zuzuhören.

 

Es gibt noch soviel Ekliges mehr zu kaufen.  Eingepackter Schinkenknochen ist noch das Harmloseste. Trockenfleisch in der Tüte ist auch o.k. Getrocknete Rinderlunge, in Honig eingelegte Schweineohren, Schweinerüssel, Schaafbeine und Kuhhufe. Das ist schon derber.

 

Oder 1,30 m lange Ochsenziemer. Die Heckenschere zum Zerkleinern liegt direkt daneben im Regal. Man sollte nicht einfach nicht darüber nachdenken, was man da mit bloßer Hand anfasst. Wer nicht weiß was Ochsenziemer sind, soll es mal googeln. Er wird überrascht sein…

 

Die bisherige Ekelspitze war Rinderpansen. Der stinkt getrocknet noch so, dass er bei uns in der Garage gelagert wird. Der Duft von angefressenem Ochsenziemer kommt da nicht ganz ran.

 

Absolute Gourmetleckerlis für Hunde bekommt man aber nicht im Geschäft, sondern über Dritte z.B. in der Hundeschule. Seppis Frauchen ist mit einem Jäger verheiratet. Was hatte sie wohl in der Hundeschule dabei?  Frische Rehbeine. Sieben Stück. Noch mit Fell und Hufen dran. WÄÄÄÄ! Den Olymp allen Ekels hatte ich damit gestern erreicht. Ich kann das Zeug nicht anfassen ohne dass es mich vor Grausen schüttelt.

 

Der Gaskopf findet sie gar nicht eklig. Sie denkt: „Oh ja! Bitte lass mich einen haben! Bitte!“ Erst stellt sie sich auf die Hinterbeine und will ihren Kopf in die Tüte stecken. Später rennt sie immer wieder mal wieder zwischen der Tüte im Bauwagen und mir hin und her. („Bitte Frauchen! Bitte! Bitte!“) Begebe ich mich in die Nähe der Rehbeine macht sie Männchen und guckt mich mit großen, braunen (Reh)Augen traurig an.

 

Da müssen aber noch ein paar Sachen geklärt werden. Macht das Fressen von Rehbeinen das Antijagdtraining zunichte? Will der Gaskopf dann unbedingt wieder ein Rehbein haben, auch wenn das Reh noch dranhängt? Hat Rehfleisch suchtpotential? Was sagt mein Freund, wenn ich so ein Ding mit nach Hause bringe? Können Rehbeine Koalitionskrisen auslösen?

 

Am Ende hab mich vom Bitten und Betteln eines Hundes breitschlagen lassen. Ein einziges Rehbein nehme ich mit. Eingepackt in drei Tüten. Da sag mal jemand noch ich wäre nicht sozial! Zu Hause im Körbchen knabbert der Gaskopf glücklich frisches Rehbein. Es wird komplett mit Fell und Hufen gefressen.

 

Fotos spar ich mir lieber.

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13. Juli 2012 5 13 /07 /Juli /2012 13:12

Heute waren wir wieder eine Ortschaft weiter unterwegs. Alles entspannt. Rehe gesehen, Hase gesehen, Hund bei Frauchen geblieben. Super.

 

Wir sind schon auf dem Weg zum Auto, da bemerk ich den älteren Herrn mit seinen drei Hunden. Den Husky führt er immer an der Flexileine. Das ist aber auch der einzige Hund, den er an die Leine nimmt.  Eine große, schwarze, schon etwas ältere Hündin trottet so vorne weg und ein Jack Russel springt drum herum.

 

Der Truppe weiche ich immer aus. Mein Instinkt sagt mir einfach, eine Begegnung würde nicht gut gehen. Heute ging Ausweichen aber nicht.  Die ein-Mann-drei-Hund-Kombo war schon zu nahe an uns dran. Mit unglaublicher Gelassenheit schert sich der Herr auch nicht darum, dass der Gaskopf an der Leine ist. Der Jack Russel und die schwarze Hündin kommen auf uns zugelaufen. Ein Rückruf ihres Herrchens? Nicht die Bohne! Den Gaskopf lass ich lieber schell los. Das sollen die drei mal schön ohne mich ausmachen!

 

Während sich unsere Hündin und die schwarze Hündin ruhig beschnuppern motzt der Jack Russel den Gaskopf an.  Der Gaskopf motzt zurück. Die alte Hündin trollt sich. (sie wusste schon warum)

 

Hunde sind fast wie Menschen. Ein Wort gibt das Andere. Kawumm. Atompilz. Riesen Schlägerei. Dieses Mal verhaut der Gaskopf eben einen frechen Rüden. Der hält aber fleißig dagegen.

 

Jack Russel Terrier wurden dafür gezüchtet einen Fuchs im Bau zu stellen. Deshalb sind diese kleinen Biester nicht gerade dafür bekannt einfach nachzugeben.

 

Ich geh schnell dazwischen, bevor sich die Köter noch gegenseitig das Fell über die Ohren ziehen. Zu dem Herrn will ich noch sagen, er möge doch bitte gucken, ob sein Hund verletzt ist. Aber er zeigt schon auf den Jack Russel und meint: „Ach, dem Mischtviech fehlt nix! Der Depp isch selber schuld!“ 

 

Gut, wenn dem Mischtviech nix fehlt und meinem Mischtviech nix fehlt, dann ischt ja alles in Ordnung.

 

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12. Juli 2012 4 12 /07 /Juli /2012 22:55

 

Es gibt da eine Abmachung. Alles Fressbare, das Frauchen auf den Boden fallen lässt bekommt der Hund. Wenn mir was herunterfällt sag ich wohl so was wie „Hopperla“ oder „Oh!“ Was genau weiß ich selbst nicht. Was auch immer es ist, es ist das Stichwort für unsere Hündin. Sie kommt sofort von überall aus der Wohnung hektisch angetrabt: „Macht nix Frauchen! Ich helf dir beim Aufräumen!“

 

Da will ich mir heute eine einfache Käsesemmel machen. Direkt hinter mir liegt unsere Hündin und beobachtet mich. Weil aber der Mond schon wieder im Sternzeichen Rindvieh steht, fällt mir der  500g Gauda aus der Hand streift kurz den Hundekopf und landet natürlich  genau vor der Schnauze des Gaskopfes.

 

Sie ist so verblüfft über eine derartige Großzügigkeit dass sie erstmal aufspringt und einen Schritt zurück macht. Sie guckt erst den Gauda und dann mich total verwundert an: „Meinst du das wirklich ernst, Frauchen?“  Lass das! Du spinnst wohl! Du bekommst kein halbes Kilo Käse!

 

Nein, der Käse war nicht mehr eingepackt. Ein bisschen abputzen. Ist ja noch gut. Merkt ja keiner.

 

 

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9. Juli 2012 1 09 /07 /Juli /2012 21:56

Nur wer hat das unserem Hund erzählt? Ja, nach jahrelanger Hundehaltung könnte ich mittlerweile wissen was wichtig ist.  Beispielsweise alle Dinge wegräumen, die der Gaskopf fressen oder anderweitig nutzen könnte, wenn sie alleine zu Hause bleiben muss.

 

Die Hundegesetze sind in diesem Fall eindeutig. Da gibt es nichts juristisch auszulegen. Wenn der Gaskopf alleine bleiben muss, ist alles Fressbare, dass sich noch in Reichweite eines Hundes befindet herrenlos. Es wurde vom ursprünglichen Besitzer aufgegeben und darf gefressen werden. Wo es dann schließlich gefressen wird ist natürlich eine Einzelfallentscheidung. Schokolade gern mal im Gästebett und Cappuccinopulver im Hundekörbchen.

 

Ich hatte meine Milka Pralinenschachtel auf dem Wohnzimmertisch vergessen. (zum Glück war nicht mehr viel drin) Der Sohn meines Freundes ließ seine Müller Erdbeermilch daneben stehen. Mein Freund ließ die Gymnastikmatte ausgebreitet im Wohnzimmer liegen. Drei Blöde - ein Fehler.

 

Der Gaskopf hat meine Pralinenschachtel geklaut, die Plastikflasche mit Erdbeermilch vom Tisch gemopst und sich alles auf der Gymnastikmatte zurechtgelegt. Klar, Hund will es ja bequem haben. Eine rutschsichere Unterlage hilft auch noch beim Festhalten von Beutegut. Wie sie den Schraubverschluss der Plastikflasche aufbekommen hat ist mir ein Rätsel. Einfach aufgebissen wurde die Flasche jedenfalls nicht. Die Pralinen wurden also genüsslich mit Erdbeermilch runtergespült. Dazu liegt man natürlich bequem auf der Gymnastikmatte.

 

Die Sauerei konnten wir dann später bewundern. Es reicht ja nicht aus einfach die Pralinen zu fressen. Die Schachtel muss auch noch zerlegt werden. Die Papierfetzten klebten mit einer Mischung aus Hundespucke, Schokolade und Erdbeermilch an der Gymnastikmatte und am Fußboden fest. Super.

 

 

 

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5. Juli 2012 4 05 /07 /Juli /2012 16:27

Man könnte meinen Hunde begeben sich automatisch in den Schatten, wenn’s ihnen zu warm wird. Das macht Gaskopf aber nicht. Sie liegt auf dem Balkon. Nein, nicht im vorhandenen Schatten, sondern in der Sonne. Hält die Nase in den Datenstrom, beobachtet die Umgebung und schläft dann irgendwann ein.

 

Am Anfang habe ich nicht darauf geachtet. Als unwissender Hundehalterneuling glaubt man, das würde schon so passen. Hunde würden sich automatisch in den Schatten begeben wenn’s ihnen zu warm wird. Normale Hunde – vielleicht. Unsere Hündin nicht. Nach einer ausgiebigen Siesta schwankte der Gaskopf vom Balkon ins Wohnzimmer und kotze erstmal herzhaft vor den Fernseher. Ganz toll. Tierarzt anrufen. Hitzschlag. Super. Sie verhält sich genau wie ein dummer Urlauber, der sich in die volle Mittagssonne knallt, einschläft und dann gut durchgebraten wieder aufwacht.

 

Also pass ich eben auf. Meine neuer Titel: Hundesonnenbaddauermanager. Wie hat der Köter das eigentlich in Griechenland gemacht? Scheint da nie die Sonne?

 

Was der Gaskopf sonst noch macht? Außer Hot-Dog spielen? Nun, sie hat gestern eine neue Methode erfunden mich nach der Nachtschicht innerhalb von Rekordzeit aufzuwecken: Ohne großes Aufhebens ins Schlafzimmer traben, im Vorbeilaufen über meine nackten Fußsohlen schlecken und dann direkt danach die Zunge durch mein Gesicht ziehen. Aufwachzeit: unter einer Sekunde! Da wünscht man sich doch Desinfektions-Bonbons.

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4. Juli 2012 3 04 /07 /Juli /2012 15:33

Wir haben die letzte Prüfung bestanden. Die hohe Schule der Gaskopferziehung gemeistert. Den Gipfel erklommen. Dann sind wir allerdings wieder hart auf dem Boden der Realität aufgeschlagen.

 

Der Feldhase startet keine zwei Meter vor uns durch. Weite Ebene. Keine Deckung. Das nächste Gebüsch 500m weit entfernt. Gaskopf startet durch. Ich springe hinterher und brülle: „Nein!! SITZT!“ Das Nachwerfdings werfe ich vor Schreck hinter mich.

 

Was macht Gaskopf? Sie setzt sich tatsächlich hin! Sie sitzt! Das Häschen flüchtet weiter. Ich glaub es nicht! Beinahe hätte ich geweint vor Glück. Sie hat es. Endlich. Der Gaskopf bebt und prustet zwar aber sie bleibt sitzen. Großes Belohnungskino! Wir sind soweit. Vergiss Lassie und Kommissar Rex!. Wir sind die Besten!

 

Die Ernüchterung kam ein paar Tage später. Genau gesagt der Totalabsturz. Den Gaskopf packe ich ins Auto und fahre eine Ortschaft weiter. Ich wundere mich zwar, warum sie vom Auto aus eine Wiese ganz furchtbar aufgeregt beobachtet. Denk mir aber nichts. Als wir wenig später an dieser Wiese vorbeilaufen, wundere ich mich zwar, dass sie kein Leckerli fressen will. (Alarm! Jagdmodus!) Denk mir aber wieder nichts. Ich hatte Stress in der Arbeit und bin daher etwas abgelenkt.

 

Ich schlendere so weiter, gucke doof in der Gegend rum und träume so vor mich hin. (schwerer Fehler!) Dann gucke ich wieder zum Gaskopf und frag mich noch: „Was mach sie da?“ Ja, was macht die wohl gerade da! Ich  RIESEN RIND! Sie rennt einem Hasen nach und ist schon 50m weg! Das merk ich erst jetzt! Rufen hilft nichts mehr! (100m) Bis ich die Hundepfeife endlich aus der Hosentasche bekomme. (200m) Ein schriller Pfiff (250m)! Hase im Gebüsch. Hund bricht die Jagd ab. Ich breche fast vor Zorn auf mich selber.

 

Verdammt! Ich dumme Nuss! Das Erste Spaziergehgebot habe ich missachtet: Gaskopf niemals aus den Augen lassen! Und weil das nicht reicht das Zweite auch gleich mit: Immer aufmerksam sein!

 

Der Feldhase hat es ins Gebüsch geschafft. Gaskopf kommt mit ihrem drogenseeligen Grinsegesicht zurück. Ich steh da wie ein Depp, blicke mich verstohlen um  und hoffe wirklich der Jäger hat es nicht gesehen.  Der kennt uns nämlich. Ich habe uns ja schon am Anfang bei allen Jägern der Gegend vorgestellt. (Der schwarze Hund mit einem Ohr ist meiner. Eigentlich ist sie ganz brav. Die tut nix. Die will nur Spielen. Bitte nicht abschießen.)

 

Was man da noch macht? Gar nichts. Versagt. Chance verpasst. Trainingsrückschritt. Kacke.

 

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2. Juli 2012 1 02 /07 /Juli /2012 19:29

Man hört ja immer wieder, dass ein großer, böser Hund mit Teufelshörnern und Pferdefuß ein kleines, süßes, armes Hundchen mit Heiligenschein über dem Köpfen angreift. Natürlich mit entsprechenden Folgen. Ich weiß wirklich nicht was hier falsch läuft, aber bei uns ist es anders herum. Wir werden immer von  kleinen Hundchen angegriffen.

 

Mein Freund läuft mit dem Gaskopf an der Leine einer jungen Frau mit furchtbar kläffender Fußhupe an der Leine über den Weg.  Weil dem armen kleinen Hundchen bestimmt nicht zuzumuten ist, sein Halsband ordentlich zu tragen ist es wohl etwas zu locker eingestellt. Schwups. Der kleine Hund ist aus seinem Halsband geschlüpft. Während die Frau noch ungläubig auf die lockere Leine in ihrer Hand starrt, greift ihr Hundchen den Gaskopf an.

 

Mit allem drum und dran. Gefletschte Zähne, gestelltes Nackenfell, hoch gereckte Rute und der Heiligenschein ist ihm auch noch verrutscht. Kleiner Hund mal ganz groß! Diese kleine, mutige, und wahrscheinlich selbstmordgefährdete Ratte beißt unsere Hündin in die Brust. Gaskopf sperrt ihren Rachen weit auf und packt das Hundchen am Hals. Wie T-Rex. Nur ohne beißen, reißen, schütteln und runterschlucken. (Was für ein Glück!) Erst riesiges Getöse – dann Grabesstille. Klar, unsere Hündin hat das Maul voll und die Fußhupe traut sich nicht mehr. Die Menschen sind baff.

 

Mein Freund denkt, wenn er unsere Hündin schnell hochhebt, dann lässt sie die frisierte Ratte wieder los. Er klemmt sich also den Gaskopf unter den Arm. Aber sie denkt gar nicht daran den Angreifer loszulassen. Also baumelt wie ein nasser Waschlappen von ihrem Maul herab der kleine Hund. Das Hundchen rührt sich nicht mehr. Nicht mal fiepen traut er sich.

 

Mein Freund blafft schnell  Kommandos (Bundeswehr eben).

Für die Frau: „Operier deinen Hund da raus!“

Für den Gaskopf ein donnerndes: „AUS!“.

Gaskopf spuck ihren Gegner tatsächlich wieder aus.

 

Die Fußhupe kann zerzaust und angesabbert aber ohne einen Kratzer dem Rachen des Gaskopfes entkommen. Es ist schon erstaunlich wie genau Hunde ihre enorme Beißkraft dosieren können. Die Frau zieht ihrem Hundchen das Halsband nun doch etwas enger an und setzt ihn wieder auf den Boden.  Und was macht das Hundchen, als es wieder festen Boden unter den Pfötchen hat? Noch mal angreifen! Dieses Mal stoppt ihn aber die Leine.

 

Die Frau hat sich mehrmals entschuldigt. Es wäre ja schließlich ihre Schuld. Und was ist, wenn ihr Köterchen an den falschen Hund gerät? Was ist, wenn das nächste Mal ein Hund ein  wenig mehr zupackt  und der kleine Hund ernsthaft verletzt ist? Ist es dann auch ihre Schuld? Wahrscheinlich ist dann das Geschrei nach Ordnungsamt und Polizei groß.

 

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  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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