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Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.

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Was ist die Steigerung von Mut? Leichtsinn oder Dummheit?

Man hört ja immer wieder, dass ein großer, böser Hund mit Teufelshörnern und Pferdefuß ein kleines, süßes, armes Hundchen mit Heiligenschein über dem Köpfen angreift. Natürlich mit entsprechenden Folgen. Ich weiß wirklich nicht was hier falsch läuft, aber bei uns ist es anders herum. Wir werden immer von  kleinen Hundchen angegriffen.

 

Mein Freund läuft mit dem Gaskopf an der Leine einer jungen Frau mit furchtbar kläffender Fußhupe an der Leine über den Weg.  Weil dem armen kleinen Hundchen bestimmt nicht zuzumuten ist, sein Halsband ordentlich zu tragen ist es wohl etwas zu locker eingestellt. Schwups. Der kleine Hund ist aus seinem Halsband geschlüpft. Während die Frau noch ungläubig auf die lockere Leine in ihrer Hand starrt, greift ihr Hundchen den Gaskopf an.

 

Mit allem drum und dran. Gefletschte Zähne, gestelltes Nackenfell, hoch gereckte Rute und der Heiligenschein ist ihm auch noch verrutscht. Kleiner Hund mal ganz groß! Diese kleine, mutige, und wahrscheinlich selbstmordgefährdete Ratte beißt unsere Hündin in die Brust. Gaskopf sperrt ihren Rachen weit auf und packt das Hundchen am Hals. Wie T-Rex. Nur ohne beißen, reißen, schütteln und runterschlucken. (Was für ein Glück!) Erst riesiges Getöse – dann Grabesstille. Klar, unsere Hündin hat das Maul voll und die Fußhupe traut sich nicht mehr. Die Menschen sind baff.

 

Mein Freund denkt, wenn er unsere Hündin schnell hochhebt, dann lässt sie die frisierte Ratte wieder los. Er klemmt sich also den Gaskopf unter den Arm. Aber sie denkt gar nicht daran den Angreifer loszulassen. Also baumelt wie ein nasser Waschlappen von ihrem Maul herab der kleine Hund. Das Hundchen rührt sich nicht mehr. Nicht mal fiepen traut er sich.

 

Mein Freund blafft schnell  Kommandos (Bundeswehr eben).

Für die Frau: „Operier deinen Hund da raus!“

Für den Gaskopf ein donnerndes: „AUS!“.

Gaskopf spuck ihren Gegner tatsächlich wieder aus.

 

Die Fußhupe kann zerzaust und angesabbert aber ohne einen Kratzer dem Rachen des Gaskopfes entkommen. Es ist schon erstaunlich wie genau Hunde ihre enorme Beißkraft dosieren können. Die Frau zieht ihrem Hundchen das Halsband nun doch etwas enger an und setzt ihn wieder auf den Boden.  Und was macht das Hundchen, als es wieder festen Boden unter den Pfötchen hat? Noch mal angreifen! Dieses Mal stoppt ihn aber die Leine.

 

Die Frau hat sich mehrmals entschuldigt. Es wäre ja schließlich ihre Schuld. Und was ist, wenn ihr Köterchen an den falschen Hund gerät? Was ist, wenn das nächste Mal ein Hund ein  wenig mehr zupackt  und der kleine Hund ernsthaft verletzt ist? Ist es dann auch ihre Schuld? Wahrscheinlich ist dann das Geschrei nach Ordnungsamt und Polizei groß.

 

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