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6. August 2012 1 06 /08 /August /2012 12:05

Mittlerweile hat sich die Lage bei uns zuhause etwas entspannt und ich kann es erzählen, ohne vor Verzweiflung in Tränen auszubrechen. Letzen Donnerstag  ist ein Urlaubshund bei uns eingezogen. „Jackie“ ist ein 7 Monate alter Malamute – Border Collie Mischling. Rüde. Unkastriert. Seinen Spitznamen hat er schon: Knallfrosch.

 

Jackie ist zwar schon etwas größer als Beata aber er ist ja so was von süß. In seinem jugendlichen Alter hat er noch etwas von einem tapsigen Welpen und sein seidenweiches Fell muss jeder Zweibeiner  einfach streicheln. Aus seinem Engelgesicht schauen einen schöne braune Augen an und es scheint wirklich so als schwirren in seinem Köpfchen niemals Frechheiten herum. Da täuscht man sich gewaltig.

 

Er betritt unsere Wohnung und schon ist alles seins. Wasser, Futter, Sofa, Küche. Wie selbstverständlich nimmt er sich sämtliche Freiheiten heraus die er möchte. Man kann ja mal probieren mit Schwung auf das Sofa zu springen, in der Küche die Nase in die geschnippelte Wurst stecken und Essen der Menschen vom Tisch klauen. Ein süßer Hundeblick und Alles ist erlaubt? Da täuscht sich der Knallfrosch gewaltig.

 

Die erste Empörung habe ich kurz nach seiner Ankunft bei ihm schon ausgelöst, weil ich ihm in der Wohnung ein Halsband umgelegt habe. Damit kann man Hund ja nehmen und von was wegbugsieren. „So ein Scheiß! Was soll das?“ fragt er irritiert. Nun, mein lieber Freund, wenn du dich in der Wohnung nicht benehmen kannst, kommt da noch eine Hausleine dran. Verstanden?

 

Der Gaskopf lässt sich vom Knallfrosch aber auch so dermaßen die Butter vom Brot nehmen. Spielzeug klauen, von Liegeplätzen aufscheuchen, Fressen wegnehmen und vom Wasser wegdrücken. Ansagen kommen von Madame selten und wenn, dann helfen sie nur wenige Sekunden. Also müssen wir die Sachen regeln, bevor Madame doch noch durchgreift und den Jungspund dann so richtig die Püschelohren lang zieht.

 

Sachen für Hunde regeln ist verdammt anstrengend. Jackie ist auch noch von der ausdauernden Knallfroschsorte. Ständig bedrängt er Beata. Ständig steht einer von uns auf und bringt den Knallfrosch auf seinen Platz. Damit Beata ans Wasser kommt, müssen wir Jackie festhalten. Fressen bekommen beide getrennt. Der futterneidische Knallfrosch auf dem Balkon, der Gaskopf im Flur.

 

Keinen Tag nach der Knallfroschankunft haben wir nicht nur einen randalierenden Urlaubshund sondern auch noch einen furchtbar frustrierten Gaskopf in der Wohnung.  Beata ist von Jackie richtig genervt. Das lässt sie leider nicht Jackie spüren sondern allen anderen Hunden, die sie zufällig so trifft. Oder den armen Hundchen in der Hundeschule.

 

Samstag war ich mit Beata alleine dort. Der Knallfrosch muss daheim bleiben und mein Freund hat die Knallfroschoberaufsicht. Der Gaskopf betritt den Hundeplatz und ihr Gesicht verrät ihre Stimmung deutlich: „Boa ey, ihr kotzt mich alle so dermaßen was von an!“ Drei kleine Hunde kläffen fleißig an der Leine, die Mine des Gaskopfes verfinstert sich noch weiter und ich bin vom Handy abgelenkt. Das ist eine fatale Kombination.

 

Der Gaskopf schießt an der Leine mit Getöse nach vorne und versucht einer Hündin so richtig den Hintern zu versohlen. Ganz schlecht. Aber am schlechten Ruf arbeiten wir ja gerade fleißig. Statt Gekläffe herrscht plötzlich Stille. Die drei Hundchen sitzen verängstigt unter den Stühlen und die Herrchen und Frauchen auf den Stühlen gucken entsetzt. Die Hundetrainerin wird sauer, die Co-Trainerin wird sauer und ich bekomme einen Anschiss. Natürlich nicht zu unrecht – ich hätte wirklich besser aufpassen müssen. Trotzdem meldet sich ganz leise der Nervenzusammenbruch bei mir an. (Hallo. Kennst du mich noch? Ich bin es. Dein strapaziertes Nervenkostüm.)

 

Nach der Stunde in der Hundeschule gehen wir immer noch mit Leon und Frauchen von Leon spazieren. Das ist entspannend. Der Gaskopf wird nicht belästigt und kann ihren hochwichtigen Geschäften ungestört nachgehen. Leon wurde auch nicht verhauen sondern anständig begrüßt. Dann spielen die beiden sogar noch ein bisschen miteinander. Das lässt die Stresshormone bei mir wieder etwas absinken.

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Published by gaskopfalarm
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  • : Blog von gaskopfalarm
  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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