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11. April 2012 3 11 /04 /April /2012 20:57

 

Mittlerweile haben wir das Jagdproblem einigermaßen im Griff. Bis auf die Feldhasen. Diese Viecher tauchen plötzlich auf. Im einen Moment trottet man noch fröhlich durch die Landschaft und im anderen Moment startet so ein blödes Vieh wenige Meter vor uns aus seiner Kuhle durch. Während ich noch in der Schrecksekunde verharre ist Gaskopf schon mitten in der Verfolgungsjagd.

 

Meister Lampe schlägt Zentimeter vor ihrer Schnauze seine Haken und Gaskopf zeigt wirkliche Windhundqualitäten. Keine Chance auf Rückruf, Stoppsignal oder Irgendetwas. Man kann nur am Feldrand stehen und dem Hasen die Daumen drücken. Bis jetzt hat es noch jeder in ein Gebüsch geschafft. Dann ist der Spuk vorbei.  Nur ein Trost bleibt. Kein Jäger schießt so gut, dass er einen Hund in diesem Tempo treffen würde. Das hat mir mal ein Jäger verraten.

 

Wie soll ich trainieren, wenn ich bis heute keine Ahnung habe, wo man den Viechern wirklich zuverlässig begegnet?  Sie sind wie Geister.  Ohne Vorwarnung sprinten sie los. An der Schleppleine reißt einem der Gaskopf fast den Arm aus und eine schleifende Schleppleine erwischt man nicht mehr. Auf eine davon zischende Schleppleine zu  treten habe ich in so einer Situation nur einmal versucht. Es hinterlässt einen derart umwerfenden Eindruck, dass man die Erfahrung nicht noch einmal machen möchte.

 

Erst vorhin war es wieder so weit. Wir schlendern einen Feldweg entlang. Gaskopf läuft ein paar Meter schnuppern voraus. Ich blicke nach links auf die Wiese. Nichts. Das Gras ist auch noch nicht wirklich hoch. Ein paar Augenblicke später gucke ich wieder nach links. Da sitzt ein Hase! Keine fünf Meter weg. Wo kam der denn her? Mein Freund hat ihn auch nicht gesehen. Gaskopf startet durch, ich plärre „NEIIN!“, werfe mein Nachwerfdings aber es ist schon zu spät. Gaskopf ist weg. Dieser Feldhase hat sich nicht einmal mehr die Mühe gemacht Haken zu schlagen. Er ist nur um sein Leben gelaufen. Hase war im Gebüsch verschwunden, Hund war wieder abrufbar.

 

Es gibt aber noch ein Phänomen. In dem kleinen Heimatort meines Freundes in Norddeutschland tauchen abends Kaninchen in rauen Mengen auf. Sie hoppeln nach Sonnenuntergang völlig entspannt durch die Siedlung. Man könnte meinen, die würden genauso ins Beuteschema unseres Gaskopfes passen wie Feldhasen. Aber nicht die Bohne!

Die lässt sie in Ruhe. Kaninchen können kurz vor uns in Gruppen die Straße passieren und es passiert gar nichts. Gaskopf jagt sie nicht. Auch ohne Leine nicht. Wie kann das sein? Sie reagiert überhaupt nicht auf die Tierchen.

 

Gaskopf fixiert sie nicht mal. Warum nicht? Klar, sie riechen sicher anders. Aber sonst? Wo liegt der Unterschied? Was ist das Geheimnis? Jedes andere Kleintier wird gejagt. Ob Maus, Ratte, Hamster oder Feldhase ist völlig egal. Nur Kaninchen jagt sie nicht. Manchmal glaube ich, ich müsste nur hinter das Geheimnis dieses Rätsel kommen um das Jagdproblem endgültig in den Griff zu bekommen.

 

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Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
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  • : Blog von gaskopfalarm
  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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