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24. August 2012 5 24 /08 /August /2012 08:55

 

Die Hitze der letzten Woche hat uns gezwungen immer erst spät am  Abend spazieren zu gehen. Die Jäger sehen das überhaupt nicht gerne, wenn ein Hund ohne Leine in der Dämmerung unterwegs ist.. Aber was soll ich denn machen? Tropenklima vertrag ich noch schlechter als der Gaskopf und an Hitzschlag sterben wollen weder ich noch der Hund.

 

Die Sonne ist weg, wir laufen los in den Wald und die Hitze treibt mir immer noch die Schweißperlen auf die Stirn. Für den Hund habe ich Wasser dabei. Für mich nicht. Typisch.  Beata muss sich ja  hinsetzten, wenn sie etwas Jagbares sieht, hört oder wittert. Das macht sie auch vorbildlich. Die Wildbegegnungen laufen entspannt ab.

 

Aus dem Wald heraus machen wir einen Schwenk nach rechts und der Rückweg verläuft  am Waldrand und dabei noch direkt neben großen Kuhweiden vorbei. Die Milchkühe werden vom Bauern tagsüber auf die Weide getrieben und abends tappen sie von alleine wieder in den Stall zurück. Das es so was noch gibt.  Eingezäunt sind die Viecher nur mit einem dünnen Elektrodraht in ca. 90cm Höhe. An den Kühen vorbeizulaufen ist schon manchmal eine Mutprobe für mich. Ob der dünne Draht die Tiere wohl aufhalten könnte?

 

Es dämmert schon und das Milchvieh ist  im Stall. Zum Glück. Hunde sind den Menschen in der Wahrnehmung bei Dunkelheit überlegen.  Bei mir ist das keine Kunst. In der  Dämmerung sehe ich fast nichts mehr also muss ich aufpassen wo der Weg verläuft, damit ich nicht am nahen Weidezaun hängen bleibe.

 

Da startet Beata nach rechts durch auf die Kuhweide und ich bin wieder mal zu langsam. Rehe! Die habe ich wirklich zu spät gesehen.  Für mich ist da jetzt nur ein Schatten zu erkennen, der fünf  andere Schatten über die Wiese scheucht. Oh, Mann das gibt’s doch nicht! Eine ganze Rehherde!. „Beata komm her!“. Die denkt aber gar nicht daran herzukommen.

 

 „Beata sitz!“ Ob sie jetzt sitzt oder nicht sehe ich nicht. Es ist schon zu finster und wenn sich der Gaskopf nicht bewegt ist sie für mich quasi unsichtbar. Also: „Beata, Komm her!“ Das löst unseren Hund natürlich wieder aus. Jetzt sehe ich den Gaskopf zwar wieder aber dafür springt sie auch wieder den Rehen nach.

 

Diese dummen Jungrehe flüchten auch nicht einfach ordentlich in den Wald, wie es sich für anständiges Rotwild gehört, sondern springen vor Verwirrung oder Blödheit im Kreis um den Gaskopf herum. Der macht das Spiel natürlich riesigen Spaß.

 

Verdammt. Dieses Ringelreihen muss ich  jetzt beenden. Im Halbdunklen peile ich den dünnen Draht an und hopste drüber. Die Wiese ist etwas abschüssig, das Gras schon etwas feucht und die Kuhfladen sind richtig glitschig. Also rutsche ich mehr in Beatas Richtung als ich renne und schlittere noch durch ein Paar Scheißhaufen mehr. Ein Balanceakt der besonderen Art.

 

Nach interessanten 50m habe ich den im Kreis hüpfenden Gaskopf  erreicht. Die Rehe flüchten jetzt doch endlich so wie es sich gehört zurück in den Wald und ich verpasse Madame einen Anschiss. „Ich glaub dass du spinnst! Was war denn das?“

 

Der Gaskopf klappt die Ohren ein und stupst mich mit der Nase an. Das soll wohl „Tschuldigung, Frauchen“ heißen.

 

Wieder auf dem Weg denke ich mir: „Das was hier so stinkt sind hoffentlich nur meine Schuhe und nicht mein Hund. Auf eine Gaskopfbadeaktion habe ich jetzt wirklich keine Lust.  

 

Ein Stück weiter will der Gaskopf wieder auf die Weide durchstarten. Dieses Mal reagiere ich aber richtig mit:“ NEIN! SITZ!“ Das macht sie auch brav. Diese Rehe sind auch nicht gar so blöd wie die vorherigen und es hopsen sechs Stück in geordneter Fluchtformation und  relativ ruhig von der Wiese über den Weg in den Wald. Der Gaskopf bleibt sitzen. Sehr vorbildlich.

 

 

 

 

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Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
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Kommentare

renate 08/28/2012 07:13

Herrlich! Die Einträge, zusammengefasst zum Buch, hätten das Zeug zum Bestseller!

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  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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