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14. Oktober 2012 7 14 /10 /Oktober /2012 10:04

Die Samstagsgruppen in unserer Hundeschule werden neu formiert. Die Chaotentruppe um 16 Uhr tauscht den Platz mit den kleinen Strebern um 17 Uhr. Unsere Gruppe sieht jetzt so aus:  Ein Frechdachs namens Oscar, die unterbissige Nehle, der grob motorische Labrador Artos, die vorwitzige Ally, der mit Rüden bedingt verträgliche Leon und unsere Zicke Beata. Außer Artos sind alle aus dem Auslandstierschutz. Eins haben alle Hunde gemeinsam: Individualität.

 

Normale Hunde stammen vom Züchter, besuchen in einer Hundeschule den Welpenkurs, werden gut sozialisiert, kommen in den Junghundekurs, die Pubertät wird überstanden und dann sind sie Bravhunde. Bravhunde jagen nicht und tun sonst auch nix. Bravhunde lösen bei mir immer Neid aus.

 

Unsere Hundeschule zieht die schwierigen Hunde magisch an. Die bedingt Verträglichen, die Randalierer, die Jäger, die chronisch Kommandotauben, die mit schlechten Manieren und überhaupt alles hündische,  was nicht wirklich konform mit gesellschaftlichen Normen laufen will.

 

Die Trainerin hat sich mal in einem schwachen Moment darüber beschwert. Warum alle Leute immer die versauten Hunde zu ihr schicken. Warum immer die schwierigen Hunde in ihre Hundeschule weiterempfohlen werden.  Tja, gute Frau, dann musst du eben einfach schlechter arbeiten, dann melden sich nicht mehr so viele gestörte Hund-Mensch Kombinationen an. Utzi-Gutzi-Spaß mit hochtönig geflötetem „Feiiiin“ kann jeder. Bei Problemhunden wird es interessant.

 

Hundeschule schadet dem Gaskopf überhaupt nicht. Im Gegenteil. Erstens macht es unserer Madame Spaß. Da kann auch ein Gaskopf mal zeigen, dass sie auch brav sein kann. Manchmal darf der Gaskopf sogar Vorzeigehund spielen. Dann ernten wir mal Neid von den Anfängern. „Ach, die Hündin hört aber gut. Ach, wenn nur mein Hund so wäre.“ Oh liebe Leute, denkt nach bevor ihr euch etwas wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen.

 

Für den Gaskopf viel wichtiger als Grundkommandos üben ist aber der Kontakt zu Hunden. Hunde sind ohne Hundekontakt einfach nicht glücklich. Sie brauchen den Austausch, das Spielen mit Ihresgleichen. Bei uns in der Pampa treffen wir selten auf andere Hunde und wenn, dann werden die Gegenüber meistens schnell angeleint und verschwinden. Was nicht unbedingt am schlechten Ruf unserer Hündin liegt. Andere Hunde sind einfach auch unverträgliche Chaoten.

 

 

Das fremde Hündinnen-Verkloppen-Problem haben wir noch nicht gelöst. Ob das jemals funktioniert wage ich zu bezweifeln. Allerdings randaliert der Gaskopf deutlich weniger an der Leine. Eigentlich nur noch wenn die Andere anfängt.

 

Für meinen Teil bleibt Hundeschule eine Samstags-Dauereinrichtung. Soviel Geld kostet es gar nicht, mir macht es auch Spaß und das Ergebnis kann sich doch sehen lassen. Der Gaskopf haut nicht mehr ab, wenn sie es versucht kann ich sie meistens aufhalten und die Zicke wird immer verträglicher. Meine Befürchtung ist aber auch einfach, sie könnte einen tierischen Rückfall erleidet, wenn wir nicht ständig unter Aufsicht an ihren Manieren arbeiten.

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Published by gaskopfalarm - in Gaskopf
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Über Diesen Blog

  • : Blog von gaskopfalarm
  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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