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24. März 2012 6 24 /03 /März /2012 08:13

Wir sind zur Abwechslung mal in einem anderen Gebiet spazieren gegangen. Gaskopf findet es toll. So viele Markierungen! Alles Neu! Was man als Hund so alles aus ein bisschen Pipi herauslesen kann. Wann lief der andere Hund vorbei? Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, gegenwärtige Stimmungslage. Genau genommen, kann man als Halter gar nicht beurteilen, ob sich Hunde schon kennen oder nicht. Vielleicht haben sie sich ja schon oft gerochen.

 

Da kreuzt ein Boxer unseren Weg. Sein Herrchen identifiziere ich als wild mit den Armen wedelndes Männchen am Horizont. Macht nichts. Der Boxer ist ein Rüde also kein Problem. Gaskopf spielt mit ihm. Und wie! Ein super Renn und Raufspiel.

 

Und wie das Herrchen vom Boxer plötzlich rennen kann! Und plärren kann der! HIER! HIER! Nur dummerweise rauscht seinem Hund der Fahrtwind so in den Ohren, er kann anscheinend gar nichts hören.

 

Ganz blöd ist aber die Nase des Boxers. Er kann nicht soviel Sauerstoff aufnehmen wie er nötig hätte und klappt mitten im Lauf ein. Es hat ihn nicht wirklich umgehauen, nur hat er eine Pause plötzlich dringend nötig. Gaskopf bleibt stehen und hat ein Fragezeichen im Gesicht. Wie das war schon alles? Mit ihren Vorderbeinen tupft sie den Hintern des Boxers an aber alles Auffordern hilft nichts mehr. Der Boxer ist k.o.

 

Dann hat uns das Herrchen des Boxers endlich erreicht und erinnert mich mit seiner Schnappatmung doch sehr an seinen Hund. Als er wieder schnaufen kann, bekomme ich was zu hören.  Was mir einfällt seinen Hund kaputt zu machen. Was ich mir einbilde, meinen Hund so schnell laufen zu lassen und überhaupt ist mein Hund nicht sozialisiert. Sonst würde er wohl merken, wann sein Hund nicht mehr kann.  Wie bitte!? Was kann ich denn dafür? Dann soll der Blödmann halt seinen Hund zurückrufen, gleich an der Leine lassen oder ihm eine Sauerstoffmaske kaufen. Was kann Gaskopf dafür, dass sie einer solchen Lusche von Hund begegnet? Ganz richtig im Kopf kann der Boxer auch nicht sein, wenn er nicht merkt wann er nicht mehr kann.

Der Wortwechsel hätte noch weiter ausarten können aber der keuchende Mann nimmt seinen keuchenden Hund an die Leine und schleift sich und ihn von dannen.

 

 

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19. März 2012 1 19 /03 /März /2012 16:55

Ja, ich bin neidisch. Neidisch auf die Besitzer von braven Hunden. Meistens sind dies noch edle Tiere einer edlen Rasse. Wie der Golden Retriever aus der Nachbarschaft. Ein toller Hund mit flauschigem, fast weißem Fell. „Bubi“ ist immer freundlich, sauber und hat gute Manieren. Im Garten jedenfalls.

Niemals würde er auf die Idee kommen sich unter der Thujahecke eine Schlafkuhle zu graben oder die Himbeeren von den Sträuchern zu fressen. Niemals würde er einen Hund verhauen, nur weil der zufällig das gleiche Geschlecht hat und etwas doof guckt.

 

Begegne ich mit Gaskopf allerdings draußen Bubi und seinem Herrchen wandelt sich mein Neid in Unverständnis. Bubi ist draußen nicht zu halten. Deshalb ist er auch nie an der Leine. Herrchen von Bubi folgt Bubi brav. Manchmal hat Bubi sein Herrchen aber schon verloren. Macht nix, Gaskopf und Bubi mögen sich. Dann warten wir eben auf sein Herrchen und mein Unverständnis wandelt sich wieder in Neid. Ein solcher Hund kann sich fast alles erlauben. Golden Retriever haben eben einen guten Ruf. Ist ein schwarzer Hund alleine unterwegs, sieht die Sache anders aus. UhUhUh! Ordnungsamt! Polizei! Nationalgarde! Homeland Security!

 

Jogger finden Bubi selbst dann nicht wirklich bedrohlich, wenn er frei läuft. Gaskopf läuft bei Fuß und ich werde trotzdem angeraunzt: „Nehmen Sie gefälligst Ihren Hund an die Leine!“ Warum? Weil die Farbe ihres Fells so finster aussieht?

 

Selbst bei mir gehorcht der Gaskopf draußen besser als Bubi. Meinen Besitzer von grundsätzlich braven Hunden sie müssten ihre Hunde nicht erziehen? Wenn man so einen einfachen, lieben Hund ohne wirklichen Jagdtrieb hat sollte man dann nicht dankbar sein? 

Man müsste doch gar nicht viel machen. Etwas Beschäftigung und Bewegung und die Sache wäre erledigt. Warum tut das dann der Besitzer nicht? Hätte Bubi das Trainingspensum von Gaskopf genossen, würde er zwei Fremdsprachen sprechen.

 

Manchmal werde ich auch wütend. Wenn Besitzer von Rassehunden arrogant reagieren: „Was ist den das für eine Rasse? Ach, ein nur ein Mischling. Nein, also mit Mischlingen spielt mein Hund ja gar nicht gern.“ Ach ja? Sieht aber gerade anders aus. Witzig wird’s dann, wenn der tolle Rassehund so gar nicht mehr zu seinem Frauchen kommen will. Dann verfliegt mein Neid wieder ganz schnell. Für Geld kann man dann doch keinen Grundgehorsam kaufen.

 

Ich habe schon Rassen erfunden. Manche Menschen wollen einfach angelogen werden. Gibt ja genug Modemischungen. Puggle, Labradoodle und wie sie alle heißen. Wie wär es statt Husky-Schäferhund-Mischling mit „Schusky“? Oder noch besser: Wir haben einen „Nordic Shepherd“ oder „Arctic Shepherd“ Ändert das was? Und wie! Manche Leute brauchen anscheinend sogar Hunde als Statussymbol. Ach, diese Rasse kennen Sie gar nicht? Tja, man kann ja nicht überall Experte sein. Unsere Hündin ist eine ganz neue Züchtung. Sehr edel und sehr exklusiv.

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13. März 2012 2 13 /03 /März /2012 19:31

Es gibt Momente im Leben eines Hundehalters, da sollte man einfach die Fresse halten und so tun als wäre nichts gewesen. Wenn nichts Großes passiert ist jedenfalls. Das ist besser als ehrlich sein und wegen dem Hund furchtbare Prügel beziehen.

 

Wir treffen auf der Hundewiese eine junge Frau mit Buggy. Ihr Kind sitz darin, knabbert an einem Stück Brezel und ihr Hund läuft neben dran.

Gaskopf freut sich und der andere Hund namens Jack freut sich auch. Gut, lassen wir die Hunde spielen. Ein wildes Jagdspiel ist im Gange als Jack plötzlich humpelt.

Junge Mutter: Oh mein Gott, was hat Jack nur?

 

Jack kommt humpelnd zurück. Gaskopf trollt sich auch zu uns. Die junge Frau ist kurz abgelenkt und schaut nach ihrem Hund. Ich beuge mich auch hinunter und schaue mit. Wir stehen keinen Meter neben dem Buggy und begutachten Jack´s Pfote.

 

Unsere Hündin hat die Brezel in den Händen des kleinen Jungen schon zu Beginn bemerkt. Wie kommt man nur als Hund da ran? Einfach einem Kind das Essen wegnehmen gibt furchtbaren Ärger!

Als wir alle abgelenkt sind nutzt Gaskopf den Augenblick und schleckt dem kleinen Jungen übers Gesicht. Dieser lässt daraufhin seine Brezel auf den Boden fallen und hält sich die Hände vors Gesicht. Gaskopf hat ihr Erfolgserlebnis. Die Brezel wurde vom Besitzer aufgegeben und kann nun gefressen werden.  Ich sehe das Ganze aus dem Augenwinkel und kann nichts mehr machen. Die Brezel ist schon im Hundemaul verschwunden. Und ganz ehrlich, ich war zu überrasch, zu langsam und dann auch zu feige. Die Löwenmütter kommen mir in den Sinn. Sie verteidigen ihren Nachwuchs gnadenlos. Was diese Frau mit uns macht will ich nicht herausfinden. In Gedanken sehe ich mich schon erschlagen neben dem erschlagenen Gaskopf im Graben liegen.

 

Jack hat sich wohl nur den Lauf vertreten. Die junge Mutter steht wieder auf und sieht nach ihrem Kind: "Sag mal,  Julian, hast du deine Brezel schon gegessen? " Julian guckt etwas verzweifelt auf seine leeren Hände und kann zu meinem Glück noch nicht sprechen.

 

Ja, Julian hat seine Brezel schon gegessen. Das kläre ich auch nicht auf. Das Kauen von Gaskopf bemerkt die junge Frau zum Glück nicht. Gaskopf guckt auch völlig unbeteiligt in eine ganz andere Richtung. Was hätte ich auch sagen sollen? „Entschuldigung“ oder „Macht nichts, diese Hündin ist frisch geimpft und entwurmt?“  oder „Das hat sie ja noch nie gemacht.“ Es gibt Dinge, die kann man nicht erklären.

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10. März 2012 6 10 /03 /März /2012 22:59

                                              

Es ist richtig, wir haben einen ehemaligen Straßenhund aus Griechenland. Es ist auch richtig, dieser Hund wurde nicht immer gut behandelt, vielleicht sogar gequält. Richtig ist aber auch, dass der Gaskopf das Meiste wohl schon vergessen hat. Die negativen Erfahrungen wurden durch positive überdeckt. Oder, meine Vermutung, sie hat gelernt diese Tatsache schamlos für sich auszunutzen.

 

Wir gehen im Fressnapf einkaufen. Das Disneyland für Hunde. Dort treffen wir immer wieder Damen, die sich für den Gaskopf interessieren.

Dame: "Ach was für ein süßer Hund!"

Süß!? Na ja. Sie ist schwarz, bei 56 cm Schulerhöhe mittlerweile 30 kg auf den Rippen,  hat kurzes borstiges Fell, der Schlamm vom Spaziergang hängt noch im Bauchfell und ihre Nase krönt eine Schlammkruste vom Mäusebuddeln. Was zum Teufel ist an diesem Hund süß?

Dame: "Wieso fehlt ihr das Ohr?"

Ich: "In Griechenland geblieben. Hat jemand abgeschnitten "

Dame: "Oh mein Gott, Leute gibt es!"

 

Und jetzt beginnt der oscarreife Auftritt unseres Hundes! Klappe und Action!

 

Gaskopf nimmt ihre stolz getragene Sichelrute runter, setzt sich langsam hin und guckt bedrückt auf den Boden. Oh, was für ein geprügelter Hund! Dann kommt ein lautes Säuftzen. Ja nicht zu leise! Die Dame darf es nicht überhören! Jetzt nimmt Gaskopf ihren Kopf hoch und schaut die Frau an. Dabei klappt sie ihre 1,3 Ohren nach hinten und zieht ihre Wangen ein. Die großen, traurigen, honigfarbenen Augen formen einen Hundeblick, der ganze Gletscher zum Schmelzen bringen könnte. Wenn man Gaskopf jetzt ins Gesicht blickt, sieht man dann einen armen, geprügelten und verhungernden Hund. Ihre Wampe übersieht man dabei gern.

Das löst sofortiges Gequietsche von der Dame aus: "Oh mein Gott ist die Süüüüüüß! Ach hat sie tolle Augen!"

Gaskopf: Ja, ich bin süß, ich hab tolle Augen, FÜTTERE MICH!

Ich(denke mir): Das gibt’s doch nicht! Was für eine berechnendes Mistvieh!

 

Natürlich wird Gaskopf gefüttert. Ich könnte auch nicht Nein sagen. Das würde sofortige Aggressionen seitens der Dame gegen mich hervorrufen. Die Dame kramt in den Taschen und verteilt Leckerlis. Sie muss dem Drang widerstehen die ganze Leckerlibar noch zusätzlich zu kaufen. Und ich  kann schon froh sein, wenn nicht sofort ein Rollkommando von  PETA auftaucht und diesen Hund aus schlechter Haltung befreit.

 

Ist die Dame weg wird die Show beendet. Gaskopf steht auf, nimmt ihre Sichelrute wieder hoch, setzt ihr Husky-Lachen auf und guckt mich stolz an. Das war toll Frauchen! Oder?

 

Ja, besser als einem Kleinkind die Brezel klauen.

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9. März 2012 5 09 /03 /März /2012 12:32

Ein freundlicher, älterer Nachbar hat eine freundliche, junge Deutsche Schäferhündin. Beide haben wir heute auf der kurzen Gassi-Runde getroffen. Das ist wirklich mal ein hübscher Schäferhund! Wie ein solcher Hund nur so nett gucken kann!

 

Das Vieh ist aber kein Schäferhund sondern eine arme Sau. Sie hat im Alter von 2 Jahren schon HD im Endstadium. Wie kann das sein? Überzüchtung? Inzucht? Keine Ahnung. Ihr Rücken verläuft schon arg bergab und die Hinterbeine sind seltsam abgewinkelt  Machen kann man anscheinend nichts. Eine OP würde ihrer Hüfte nicht helfen. Der Nachbar füttert jetzt schon Tabletten. Wie soll das Weitergehen?

 

Jetzt bin ich wieder froh um unseren Mischling. Der Schäferhund schlägt beim Gaskopf nicht durch. Klar, Krankheiten können immer auftauchen, aber HD als Erbkrankheit ist höchst wahrscheinlich nicht dabei. Der Siberian Husky hat auch seine Erbkrankheiten. Wie anscheinend alle Rassehunde. Sind Mischlinge gesünder? Ich weiß es nicht. Der Gaskopf jedenfalls hat bis auf Entwurmung und Impfung noch keine Tierarztkosten verursacht. Ich hoffe jedenfalls, dass mir der Gaskopf noch gute zehn Jahre auf die Nerven gehen wird. Ansonsten wäre ich doch sehr enttäuscht.

 

Schäferhunde sollten doch eigentlich stolze, kräftige Hunde sein. Helfer von Polizei und Zoll. Helden, die Bösewichter zur Strecke bringen oder Verschüttete retten. Kommissar Rex fand ich im TV immer super. Besonders wenn er Wurstsemmeln geklaut hat.

 

Ich finde es sehr traurig, dass die Tage dieser Schäferhündin sind jetzt schon gezählt sind. Und das im Alter von 2 Jahren! Dabei ist sie doch so lieb und verspielt. Der Nachbar wartet jetzt schon auf den Zeitpunkt, an dem Einschläfern das Einzige ist was er für das Tier noch tun kann.

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8. März 2012 4 08 /03 /März /2012 13:34

Die Dicke

Meine 25 Jahre alte Haflinger-Stute, stur, frech, Chefin der Herde, im Gelände eine Lebensversicherung, trittsicher, nicht aus der Ruhe zu bringen, Hundehasserin.

Sie war auch eine Ausbrecherköningin. Beim Nachbarn stand saftiges Grün unter den Apfelbäumen. Wie hätte die Dicke da in der Koppel bleiben sollen? Den Stromzaun einfach einreißen? Nein! Die Zaunabschnitte, bei denen wenig Strom in den Bändern fließt,  hat sie immer gefunden und  ist dann einfach durch die Bänder geklettert. Die anderen Pferde konnten ihr nur neidisch beim Fressen zuschauen. Dieses Pferdchen habe ich sehr geliebt. Einen langen, ruhigen Lebensabend hätte ich ihr so gerne gegönnt. Aber leider kam es anders. Sie hat jetzt ihren letzten Herrn gefunden.

 

 

Die Dicke ließ sich von nichts stören. Motorsägen, Mähdrescher und tobende Kinder haben ihr nur ein Gähnen entlockt. Ein Hund auf der Pferdekoppel konnte sie aber sehr schnell die Fassung verlieren lassen. Was mach dieser Wolf in der Nähe ihrer Herde? Na, das haben wir gleich!

Ein Angriff auf einen Hund war immer äußerst ernst und sehr beeindruckend. Mehr als eine halbe Tonne Lebendgewicht, die mit tiefem Hals, angelegten Ohren und weit aufgerissenen Maul auf einen friedlich  pferdeäpfelfressenden Schäferhund zustürmen. Zum Zuschlagen hat sie sich nicht mal umgedreht. Sie hat mit den Vorderbeinen ausgeholt. Die Hunde waren zum Glück immer schneller und machten danach lange einen großen Bogen um die Pferdekoppel.

Hundebesitzer: „Das ist aber ein gemeingefährliches Tier!“

Ich: „Was hat Ihr Hund auf der Koppel verloren?“

Diskussion beendet.

Der Stallhund Timo ist schlau. Er betritt die Koppel heute noch nicht.

 

Dann hatten wir plötzlich selber einen Hund. Kein Problem. Den Hund binde ich einfach in sicherer Entfernung an, dann kann ich in Ruhe die Pferde auf die Koppel führen. Soweit die Theorie. Also, die Leine am Geschirr festmachen und Gaskopf anbinden. Die erste Box auf, und mit Pferd in Richtung Koppel laufen.

Da hör ich neben mir ein „WAUU!“ Kein Bellen, sondern wie ein von Menschen gesprochenes Wau! Ein Vorwurf liegt darin: „Wieso nimmst du mich nicht mit?“ Gaskopf läuft neben mir. Sie hat sich das Geschirr ausgezogen. Macht noch nix. Dieses Pferd ist friedlich. Gut. Jetzt mache ich die Leine an Geschirr und Halsband gleichzeitig fest und die Leine verläuft um einen Balken.

Nächstes friedliches Pferd aus der Box holen. Auf dem halben Weg zur Koppel taucht der Gaskopf wieder neben mir auf. Dieses Mal ohne Geschirr und ohne Halsband. Die baumeln mit Leine noch am Balken. Wie macht sie das nur?

Dann wird es allerdings kritisch. Die Dicke ist dran. Jetzt darf Gaskopf nicht neben mir auftauchen, also sperre ich sie eben ins Auto. Der Gaskopf guckt zwar empört aber Vorsicht ist besser als toter Hund. Ins Auto einsperren kann ich Gaskopf aber nicht im Hochsommer! Was mach ich nur?

 

Ein neues Halsband muss her. Ein Stoffding, dass sich bei Fluchtversuchen ein kleines Stück zuzieht. Ich weiß bis heute nicht den Fachausdruck. Damit kann man auch Madame Hundini sicher anbinden.

 

Im Geschäft habe ich dummerweise nach einem „Würgehalsband“ gefragt. Die Blicke der Verkäuferin kann man sich kaum vorstellen. Erst zum Gaskopf, die gerade wieder ihren berühmten Hundeblick aufsetzte. Dieses spezielle Gesicht bringt wildfremde Menschen dazu, den Gaskopf füttern zu wollen. 

Dann schaut die Verkäuferin böse zu mir. Der Blick ist deutlich: „TIERQUÄLER!“ Die Dame holte ein Kettenhalsband und ein Halsband mit Stacheldingern dran hervor und ihr Blick wurde daraufhin erst richtig finster. Bevor eine Menschenmeute mit brennenden Fackeln und Mistgabeln auftaucht, versuche ich die Situation zu erklären. Ich bin kein Tierquäler! Ich will doch nur diesen Hund sicher anbinden!

 

 

 

 

 

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7. März 2012 3 07 /03 /März /2012 12:54

Beim Spazierengehen mit dem Gaskopf  begegnen ich etwas außerhalb vom Dorf einer netten Nachbarin mit ihrem Hund. Die Dame ist wirklich nett. Sie ist immer gut angezogen, gepflegt und immer geschminkt. Wie man es schafft, mit einem Hund spazieren zu gehen und dabei sauber zu bleiben, ist mir ein Rätsel.

Ihr Hund ist von edler Abstammung. Ein schokobrauner Labrador aus gutem Hause und mit berühmten Vorfahren in der Ahnentafel. Das hat „Max“ aber nichts genutzt. Kastriert ist er trotzdem.

Wir haben beide unsere Hunde an der Leine und begrüßen uns kurz. Dann beschließen wir die Hunde laufen zu lassen.

Max und Gaskopf will ich noch schnell ein Leckerli geben. Die Dame geht aber dazwischen.

Nachbarin: "Nein, das geht so nicht. Max ist Ranghöher, weil er älter ist. Das könnte er übel nehmen. Wenn ein ranghöherer Hund dabei ist, darf man keine Leckerlis geben."

Ich: "Ist in Ordnung."

Ob das mit der Rangordnung ganz so stimmt, wie die nette Dame vermutet, denke ich mir. Sie kennt wohl unseren Gaskopf nicht.

Die Leckerlis stecke ich wieder in die Tasche, die Hunde schauen mich enttäuscht an. Dann recken beide Hunde ihre Hintern in die Luft, die typische Spielaufforderung und laufen los. Unsere Hündin haut Max mit den Vorderpfoten erstmal gegen die Schultern, rempelt ihn mit der Brust an und Max purzelt auf die Seite. Max rappelt sich auf und ein wildes Jagdspiel ist im Gange. Max voraus, Gaskopf hinterher.

Ich beobachte die Szene und plaudere etwas mit der Nachbarin.

Mitten im Rennen bremst unsere Hündin. Sie hat auf der Wiese wohl was gefunden. Max will sich das ansehen, wird aber sofort mit deutlicher Körpersprache auf Abstand gehalten. Die Schnauze unserer Hündin zeigt auf das Ding in der Wiese, gefolgt von einem kurzen Zähneblecken.

Das war deutlich: DAS DING GEHÖRT MIR, VERPISS DICH!

Max ist schlau und  geht auf Abstand. Von wegen, Max ist Ranghöher, denke ich mir.

Nachbarin: Was ist da los?

Ich: Beata hat was gefunden. „BEATA!, BRING!“

Apportieren kann der Gaskopf ja.

Hoffentlich ist es nur ein Stock, Bitte ,Oh Herr!, lass es ein Stöckchen sein, denke ich mir. Gaskopf bringt mir tatsächlich ihre Beute. Sie legt mir ein altes, halbverwestes Rehbein vor die Füße. IGITT!

 

Die Nachbarin ist etwas angewidert und ruft ihren Hund.

Nachbarin: "Na, ich muss dann auch weiter."

Warum findet unser Hund immer zielsicher Aas? Wieso machen das niemals die edlen Rassehunde?  Gaskopf vergisst auch keinen Fundort wieder. Noch nach Wochen wüsste sie, wo das Rehbein liegt und würde es wieder hervorholen. Also packe ich das eklige Ding in einen Plastiktüte und werfe es in den nächsten Mülleimer.

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6. März 2012 2 06 /03 /März /2012 23:06

Eine Bürde für den Hundehalter. Eine Gefahr für Mäuse, Enten, Hühner, Katzen, Automarder, Füchse, Rehe, Schafe, Hasen, Jogger und Radfahrer. Ein rotes Tuch für Jäger und Förster. In der zivilisierten Welt-ein riesiges Problem! Bei uns in der Pampa – ein noch größeres Problem!

Hier kann man vom Balkon aus als Hund schon mal abchecken, was denn heute wohl Jagbares unterwegs ist. Gaskopf steht auf dem Balkon und der Wind trägt ihr wichtige Informationen zu. Nase in die Luft und schon hängt sie am Datenstrom: „Ah! Nachbarkatze dreht ihre Runde. Mmm, Rehlein, Jahrgang 2011, 150 m entfernt. Oh!, Nachbars Hoppelhäschen sind im Garten. Ein Hauch von Feldhase liegt auch noch  in der Luft. Na dann Frauchen, gehen wir mal Spazieren!“

Na ja, Jogger und Radfahrer kennt der Gaskopf. Die lässt sie in Ruhe. An Rehe traut sie sich nicht ran, die sind ihr zu groß. Hinterher rennt sie trotzdem! Füchse, Katzen und Marder sind wehrhaft. Erschrecken macht trotzdem Spaß. Aber sonst?

 

Manche Leute glauben wirklich ihr Hund würde niemals einem anderen Lebewesen etwas zuleide tun. Das glauben diese netten Leute auch noch, wenn sie ihrem Nachbarn schon zwei Hühner bezahlt haben. Dieser Illusion habe ich mich nie hingegeben.

 

Aus dem Internet: „Der Körper des Hundes schüttet bei der Jagd Endorphine aus. Hat der Hund einmal die Erfahrung gemacht, will er sie immer wieder machen.“

Toll, Gaskopf ist ein Drogenjunkie! Wie in aller Welt setzt man einen Hund auf Entzug?

 

Also, Gaskopf bleibt an der Leine. Das macht doch keinen Spaß! Wieso haben wir einen Hund, wenn man den nicht laufen lassen kann? Ich kaufe mir wieder ein schlaues Buch. Immer wieder. Irgendwie bringt keines den Durchbruch. Mittlerweile habe ich 12Stück schlaue Hundebücher von schlauen Hundemenschen im Regal.  Eigentlich gibt’s hier keine Tipps. Nur soviel: „Antijagdtraining“ von Ullrich/Gröning.

Dieses Buch zu lesen war so, als hätte mir ein Arzt endlich die richtige Medizin verschrieben: „Ich spür´s, es wirkt! Zwei, drei Pillen noch und ich bin die Schmerzen endlich los!“

 

Ein jagender Hund ist nur leider wie eine chronische Krankheit. Die Symptome tauchen immer wieder auf.

 

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4. März 2012 7 04 /03 /März /2012 06:16

Schleppleine

Leine von unterschiedlicher Länge, die mittels Geschirr am Hund befestigt wird. Man soll so tun, als ob der Hund frei wäre. Die Schleppleine ist nur zum Verhindern des Weglaufens da.

 

Angeln mit Schleppleine

Es wird friedlich und fröhlich im Wald dahinspaziert. Gaskopf schnuppert am Boden und trabt so vor sich hin. WUUSCH! Der Gaskopf ist plötzlich weg. Stattdessen hänge ich an der gespannten Schleppleine. Die Leine führt mitten ins Gebüsch. Wie ein Angler ziehe ich zurüc, unsere Hündin zieht nach vorne und tobt. Den Hintern vom flüchtenden Reh sehe ich noch. Rückruf funktioniert nicht. Bevor sie sich wieder das Geschirr auszieht, klettere ich entlang der Leine ins Unterholz und hole Gaskopf raus.

Pirouetten drehen mit Schleppleine

Wir gehen auf einem Wiesenweg spazieren. In 200m Entfernung tauchen Rehe auf. Gaskopf startet durch. Ganz blöd war, dass ich nicht richtig aufgepasst habe und die Schleppleine von meiner rechten Hand aus hinter mir nach vorne verläuft. Die Leine spannt sich und ich bekomme Drall wie ein Brummkreisel. 30 kg Hund, die 15m Leine haben um Schwung zu holen, geben einen gewaltigen Ruck. Ich drehe eine formvollendete Pirouette und schlage nach einer vollen Umdrehung der Länge nach rücklings in der Wiese ein. Danach gibt’s noch mal einen Ruck, mein rechter Arm wird überstreckt. Die Leine hab ich aber nicht losgelassen!

Schulter verrenken mit Schleppleine

Feldhasen kann man nicht sehen. Plötzlich starten sie nur drei Meter vor einem durch und Gaskopf hinterher. Ich hab einen Griff aus einem Buch ausprobiert, bei dem man angeblich die Schleppleine besser halten kann. Dabei verläuft die Leine hinter Arm und Schulter und dann nach vorne. Die Schmerzen in Schulter und im Arm vergingen den ganzen Tag nicht.

 

Abhauen trotz Schleppleine

Wenn das Training weit genug fortgeschritten ist, kann man dazu übergehen die Schleppleine schleifen zu lassen. Falls der Hund mal durchstartet, tritt man einfach drauf. Nette Theorie. Die davonzischende Leine habe ich mit meinem Fuß noch erwischt. Allerdings surrte die dünne Nylonleine unter meinem Schuh durch und „Ping“ war sie weg. Danach habe ich Knoten die Schleppleine gemacht.

 

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3. März 2012 6 03 /03 /März /2012 05:08

Claudia:

Hundetrainerin, spezialisiert auf „Nordische Hunde“, sehr nette Person, hat früher noch im Tierheim gearbeitet, wurde mir von dort auch empfohlen

Birgit:

War damals die Co-Trainerin von Claudia, spezialisiert auf „Jagende Hunde“, ältere Dame, biestig, schnippisch, fordernd, mochte ich bei der ersten Begegnung schon nicht, trainiert auch nicht mehr an unserer Hundeschule

 

Wenn mir langweilig ist, fällt mir nur Blödsinn ein. Das haben ich und der Gaskopf gemeinsam. Im der Glotze lieg eine Reportage über die Bundeswehr. Da krochen Soldaten unter Stacheldraht durch. Wieso sollte der Hund nicht auch so „robben“ können?, dachte ich mir. Also habe ich ihr das beigebracht und fand es lustig. Der Gaskopf fand es auch lustig und kann jetzt auf Kommando durch die Wohnung kriechen.

Hunde sind wie  Kinder. Sie vergessen Blödsinn nie wieder.

 

Hundeschule:

Telefonisch habe ich sehr, sehr bald nach dem Einzug des Gaskopfes einen Termin bei der Hundeschule gemacht. Claudia klang am Telefon sehr nett. Sie hat mir versichert, Leinenaggression bekommt man weg und Alleinbleiben kann der Gaskopf auch lernen. Sehr beruhigend.

Am  Samstag nach dem Gespräch hatten wir also den Kennenlern-Termin. Eine Schleppleine sollten wir mitbringen.

Wir gehen  erstmal alle Spazieren.

Birgit war nicht gerade begeistert von unserem Gaskopf.

Birgit: „Oh! Ein Husky-Mix! Oh! Ein Straßenhund! DER geht bestimmt jagen!“

Ich: „Was ist das für ein Mix? Ob SIE jagen geht, weiß ich nicht.“

Mein Freund: „So etwas mach die Maus bestimmt nicht!“

Birgit(mit abfälligem Blick zu uns): „Das ist ein Husky-Mix, das sieht man doch! Und Jagdtrieb hat DER bestimmt!“

Claudia hält sich im Hintergrund und schweigt.

Dann nimmt mir Birgit die Schleppleine weg und testet unseren Hund. „Sitz!“ und „Platz!“

Weitere Kommandos kennt unsere Hündin noch nicht.  Dann soll der Gaskopf „BLEIBEN!“. Sie weiß aber nicht, was sie machen soll. Wenn Birgit einen Schritt zurück macht, hoppelt Gaskopf nach. Voller Verzweiflung- der Gaskopf will unbedingt noch ein Leckerli haben- spult sie alles ab, was sie kennt. Hinsetzten, Hinlegen, wieder Hinsetzten, wieder Hinlegen und dann kriecht sie auf Birgit zu. Dabei setzt der Gaskopf ihr Husky-Lachen auf und denkt sich: „Jetzt endlich krieg ich aber was!“

Das löst einen Orkan der Entrüstung aus!

Birgit: „Oh mein Gott! Ein jagdlich geführter Hund! EXTREME UNTERWERFUNG! UNTERORDNUNG! Das kriegt man nie wieder in den Griff!  DEN wird man nie von der Leine lassen können! Das wird man nicht schaffen!“(Schaut mich wieder abfällig dabei an)

 

Mein Freund und ich schauen uns an. Ich zucke kurz mit der Schulter. Claudia schmunzelt.

 

Gaskopf steht wieder auf, schüttelt sich und guckt uns fragend an: „Was hat DIE denn?“

Na,  Ahnung anscheinend auch nicht wirklich, denke ich mir und schaue Gaskopf an. Sie säufzt kurz, hat mich wohl verstanden und geht erstmal einen Baum anschnuppern.

Birgit: „DAS darf DER auch nicht mehr!“ (Zieht dabei Gaskopf an der Schleppleine zurück)

Gaskopf: Dreht sich um und denkt sich „HÄ? Was soll das?“

Birgit: „SOFORT den Hund von allen Spuren wegholen!“

Ich(denke mir): Toll, wie soll ich das machen, kann ich riechen wie ein Hund? Weiß ich was sie schnuppert? Soll jetzt ein Hund gar nicht mehr am Boden riechen? Für was hat dann ein Hund seine Nase?

Birgit läuft mit unserer Hündin an der Leine weiter und zieht immer wieder den Gaskopf von Spuren weg. Woher sie wissen will, was der Hund riecht, erklärt sie mir nicht.

Das Urteil von Birgit lautet auch schnell auf: Schwer erziehbarer Hund, ist auf gar keinen Fall zu unterschätzen, braucht äußerst konsequente Erziehung und ist dominant. Was jetzt? Unterwürfig oder dominant? Oder geht beides gleichzeitig?

Das Meckern dieser Frau macht mich sehr, sehr schnell sehr sauer. Wir gehen zurück zum Hundeplatz und Birgit muss zum Glück nach Hause zu ihren Hunden.

 

Ich muss ganz ehrlich sagen, Claudia hat die Sache rausgerissen. Sie meinte, Hunde dürfen schnuppern und bald kann Gaskopf auch ohne Leine laufen. So schlimm ist unsere Hündin dann auch wieder nicht.

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  • : Mein Leben mit einem ehemaligen Straßenköter, dem Gaskopf: Hündin, Schäferhund-Husky Mix, ca. 4 Jahre, Zicke, verkloppt gern mal andere Hündinen, hat alles was ein Hundehalter nicht brauchen kann: Intelligenz, Jagdtrieb, schnelle Reaktionen, Witz und Charme. Tipps gibts hier keine. Nur meine Erfahrung aus 2 Jahren Antijagdtraining mit einem Husky-Mix sind hier zu lesen. Und was alles an der Hundehaltung anstrengend ist, aber in keinem Buch erwähnt wird das ich besitze.
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  • Hundehalterin wider Willen, kämpfe mich durch die Erziehung eines ehemaligen Straßenhundes, mag den Gaskopf eigendlich sehr, muss mich nur oft wundern oder ärgern,
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